Anfangen vegan zu leben – ein Interview mit dem Paar Agatha und Ollie

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anfangen vegan zu leben

„Anfangen vegan zu leben“, das möchten derzeit glücklicherweise viele Menschen. Ich habe meinen guten Freund Ollie und dessen Freundin Agatha zum Interview gebeten, um mit Ihnen offen über ihren neuerlichen Schritt vom „Vegetarier sein“ zum „vegan sein“ zu sprechen.

Herausgekommen ist ein unterhaltsames und informatives Interview, dass Dir, wenn Du noch vor der Entscheidung stehst, ein paar hilfreiche Informationen an die Hand geben kann. Ollie hat das Interview sogar so gut gefallen, dass ich ihn im Anschluss als Redakteur für unser Blog gewinnen konnte. Und jetzt viel Spaß mit dem Interview!

Ollie & Agatha stehen Rede und Antwort

SABINE: Erstmal, stellt euch bitte vor. Nachname muss natürlich nicht sein.

OLLIE: Hi Sabine, ich bin Ollie, bin 37 Jahre alt und komme aus Bottrop, also aus dem Ruhrpott.

AGATHA: Hi, ich bin Agatha, bin 32 Jahre alt und komme natürlich auch aus dem wunderschönen Bottrop.

SABINE: Ollie, du bist ja schon seit (für mich) gefühlten 100 Jahren Vegetarier (gewesen). Du warst für mich der erste Mensch, der sich zu dem Thema bleibend in mein Gewissen gefräst hat. Auswirkungen auf dieses hatte es leider zu der Zeit noch keine. Mir hat dein „Please don´t eat my friends“-pullover damals sehr gut gefallen. Wie lange warst du Vegetarier und hattest du „Rückfälle“?

OLLIE: HAHAHA, ja die T-Shirts waren ein großer Erfolg. Ich bin seit knapp 20 Jahren Vegetarier. Nach ein paar Jahren bin ich dann auch Veganer geworden. 2 Jahren später musste ich dann allerdings aus gesundheitlichen Gründen leider wieder aufgeben und bin zum Vegetarismus zurückgekehrt. Ich habe den Veganismus damals ausschliesslich aus Tierschutzgründen für notwendig gehalten und habe furchtbar schlecht und extrem unausgewogen gegessen. Die Informationen und die vielen Möglichkeiten die im Alltag heute zur Verfügung stehen, hatte ich Ende der 90er Jahre nicht. Daher ging es in die Hose. Vor ein paar Monaten haben Agatha und ich dann den Entschluss gefasst vegan zu Leben und seit ca. 2 Monaten ist die erste „Umstellung“ quasi vollzogen.
100 Jahre habe ich also noch nicht geschafft, aber ich bin überzeugt das Agatha und ich zusammen mal auf 100 Jahre kommen werden!

SABINE: Nun zu dir Agi, in wie weit hast du dich mit der Ernährung, der fleischlosen bzw. pflanzlichen, in den letzten Jahren auseinandergesetzt?

AGATHA: Also ich war auch 10 Jahre lang Vegetarierin und habe mich dementsprechend sehr ausführlich mit der fleischlosen Ernährung befasst. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung spielt in meinem Leben eine wichtige Rolle. Ich treibe viel Sport und bin darauf bedacht meinem Körper alles zuzuführen was er braucht, um leistungsfähig zu sein.

SABINE: Wie kam es für dich dazu und was war dein Schlüsselerlebnis?

AGATHA: Als ich Vegetarierin war hab ich mich kurz als Veganerin versucht aber leider hat das bei mir nicht richtig funktioniert, da mir die Informationen und die Kenntnisse über bestehende Alternativen fehlten. Für mich war das reiner Verzicht. Mein Schlüsselerlebnis es nocheinmal auszuprobieren waren deine Videos bei veganic. Die Rezepte fand ich sehr ansprechend und die Möglichkeit Lebensmittel, die man nicht mal eben so bekommt, direkt online zu bestellen bestärkte mich in meiner Entscheidung.

SABINE: Jetzt mal ganz konkret bezüglich der pflanzlichen Ernährung: Inwieweit habt ihr euch bei der Entscheidungsfindung gegenseitig beeinflusst?

AGATHA: Als ich Ollie sagte, dass ich das mit der pflanzlichen Ernährung nochmal versuchen möchte, war er direkt dabei. Das war für mich sehr wichtig, denn zusammen ist es viel einfacher und macht zudem viel mehr Spaß!

OLLIE: Ich kann für meinen Teil sagen das es mich in vielen Phasen immer wieder beschäftigt hat, aber ich irgendwie nie den Schritt gewagt habe. Zusammen haben wir aber einen gegenseitigen Halt der uns die Umstellung leicht gemacht hat. Wir konnten auch ein bisschen davon profitieren, das ich schon Erfahrung hatte.

Ansonsten haben wir uns direkt B12 angeschafft und achten zudem darauf, dass wir nach Möglichkeit unseren Vitaminbedarf auf natürlichem Wege über entsprechende Lebensmittel zu uns nehmen.

SABINE: Was waren/sind für euch die wichtigsten Informationsquellen bezüglich der ersten Schritte in die vegane Richtung?

AGATHA: Zum einen natürlich das Internet, zum anderen haben wir uns direkt ein paar Kochbücher angeschafft, die auch wichtiges Hintergrundwissen zu einer ausgewogenen veganen Ernährung sowie zur Supplementierung vermitteln.

OLLIE: Eine sehr gute Informationsquelle ist natürlich das Internet! Es ist schnell, umfassend und steht fast überall zur Verfügung. Wichtig ist beim Umgang mit dem Netz eben nur das man seinen „Realitätsfilter“ nicht vergisst und den Menschenverstand nutzt, denn natürlich gibt es auch im Netz viele Infos die ungefiltert und ohne Kontrolle rausgehauen werden, die sicherlich abschrecken und verunsichern können. Literatur ist mir aber auch eine große Hilfe. Eine der ersten Dinge die ich uns Zugelegt habe war ein Veganissimo. Das kannte ich noch von früher und war erstaunt wie professionell das jetzt ist und wie umfangreich.

SABINE: Habt ihr ein Blutbild machen lassen, bzw. euch vom Arzt nochmal durchchecken lassen? Supplementiert ihr irgendwelche Vitamine?

AGATHA: Wir werden in Zukunft regelmäßig unser Blutbild checken lassen. Ansonsten haben wir uns direkt B12 angeschafft und achten zudem darauf, dass wir nach Möglichkeit unseren Vitaminbedarf auf natürlichem Wege über entsprechende Lebensmittel zu uns nehmen. Je natürlicher, desto besser ; )

SABINE: Wie erlebt ihr euren Alltag? Wie ernährt ihr euch z.B. in der Mittagspause? Kocht ihr vor?

AGATHA: Ich koche sehr gerne und wenn ich die Zeit dazu finde, dann koche ich auch gerne vor. Es gibt aber auch Tage, da muss ich halt auf „fastfood“ zurückgreifen, da belege ich mir schonmal ´n Vollkornbrötchen zum Beispiel mit Tofu, Avocado, Salat, Tomaten und Sprossen. Das geht schnell, schmeckt gut und macht satt. Zum Nachtisch dann noch einen kleinen Sojajoghurt oder ein Stück Obst und die Welt ist in Ordnung (und die Agi glücklich).

OLLIE: Ich habe das große Glück das ich meinen Laden quasi neben einem sehr sehr guten BIO-Supermarkt habe. In diesem Supermarkt gibt es auch eine Bäckerei die veganes Mittagessen anbietet. Sehr abwechslungsreich, frisch und warm!
Ausserdem machen die hammergeilen Apfelkuchen und so Blätterteig-Spinattaschen.

SABINE: Wer schwingt bei euch beiden eigentlich am liebsten den Kochlöffel oder bereitet ihr das essen gemeinsam zu?
Welche neuen kulinarischen Eindrücke konntet ihr bisher durch eure Ernährungsumstellung erfahren?

AGATHA: Den Kochlöffel schwinge ich echt gerne und bin immer für neues aufgeschlossen. Die vegane Küche bereitet mir als Gemüseliebhaberin große Freude und zeigt mir immer wieder neue Anregungen und Varianten. Das ist mein Element.
Ab und an kochen wir auch gemeinsam, das ist sehr schön.

OLLIE: Ich bin und bleib doch dem süßen Zeug auch immer treu und bin so der Bäcker in der Familie. Meine Erdnuss-Schnitten und meine Mohn-Marzipan-Torte sind bei der doch recht kritischen Hapke-Familie sehr gut angekommen!!

SABINE: Ollie, wir haben uns schonmal darüber unterhalten, dass du die pflanzlich Ernährung nicht als Ziel siehst, sondern einen veganen weg einschlagen möchtest. In welche Bereiche außerhalb der Ernährung habt ihr euch auf eurem bisherigen veganen weg noch vorgewagt?
Fehlen euch Produkte, die ihr noch nicht „ersetzen“ konntet?

OLLIE: Richtig, ich denke es sollte ein möglichst ganzheitliches veganes Leben, also ein Lebensstil sein, den man anstrebt. Das geht für mich über Ernährung und Kleidung zu den anderen Dingen des Alltags, wie Kosmetika Arzneimitteln. Ich weiß das es immer Dinge gibt die man verbessern kann und wir möchten das eben nach und nach auf alle relevanten Bereiche unseres Lebens anwenden. Mir fehlt eigentlich nichts wirklich. „Ersatz“ für Snickers hab ich gefunden und somit hab ich alles was ich brauche! 😉

AGATHA: Wir stellen nach und nach auf vegane Produkte um. So habe ich mir neulich vegane Wimperntusche und Gesichtscreme gekauft. Die anderen Produkte, die in meinem Kosmetikschrank stehen und nicht vegan sind werde ich jetzt allerdings nicht wegschmeissen sondern aufbrauchen. Das gilt auch für alles andere. Natürlich habe ich ein paar Lederschuhe im Schrank stehen. Die werde ich noch solange tragen, bis die hinüber sind. Was mir fehlt? Hm, eigentlich nichts. Ich habe allerdings ganz gerne Schaumküsse gegessen. Wenn es dafür einen veganen Ersatz gebe – das wäre toll!

SABINE: Welches vegane Produkt gefällt euch am besten, vielleicht sogar besser als das Pendant aus der konventionellen Ernährung?
Wie haben eure Familien auf die Ernährungsumstellung reagiert?

OLLIE: Gepuffter Amarant ist meine Enddeckung des Jahres. Kein Müslifrühstück mehr ohne. Was wir beide als absolut grandios und sehr sehr viel geiler als das nicht-vegane-Pendant finden ist der RAPUNZEL CHOCO-ZARTBITTER Brotaufstrich. Ein Gedicht!!

SABINE: Was würdet ihr potentiell vegan interessierten Menschen mit auf den Weg geben wollen? Habt ihr ein paar gute tipps für den Ottonormalverbraucher?

AGATHA: Ich kann da nur sagen: Go for it! Ich habe nicht das Gefühl auf irgendetwas verzichten zu müssen.

OLLIE: Für alle die Interesse daran haben sich vegan zu ernähren oder genauere Informationen zur Sache suchen kann ich die Internet Seite von PETA2 empfehlen. Es ist ein guter Start und der erste Schritt fällt leichter. Versucht einen direkten Kontakt zu einem vegan lebenden Menschen zu bekommen und fragt ,fragt und fragt!!!
Für alle „Ottonormalverbraucher“: Probieren geht über studieren!!! Wenn hier jemand mal 3 Monate seine Ernährung umstellt und sich hinterher schlechter fühlt als vorher, gebe ich einen aus!!!

SABINE: Gibt es etwas, was ihr noch loswerden wollt?

AGATHA+OLLIE : Wir wünschen Euch viel Erfolg mit der Seite, freuen uns sehr darauf zu sehen wie es läuft und drücken alle Daumen das es sich so entwickelt wie ihr euch das erhofft!

Kommentare

  1. Tom meint

    Toll! „Wir wünschen Euch viel Erfolg mit der Seite, freuen uns sehr darauf zu sehen wie es läuft und drücken alle Daumen das es sich so entwickelt wie ihr euch das erhofft!“, danke!

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