Apfel-Marmelade und Trauben-Gelee einkochen – Wissenschaft oder doch Gefühlssache?

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Apfelmarmelade einkochen

Ich bin ein großer Fan von saisonalem Obst. Erstens, weil es „echt“ schmeckt. Zweitens, weil ich keine auf Hochglanz polierten Früchte haben muss. Drittens, weil ich mein Geld lieber in den Händen regionaler Bauern weiß, anstatt bei großen Konzernen aus Übersee.

Vor ein paar Tagen haben mich Freunde mit einem riesengroßen Sack frischer Gartenäpfel und jeder Menge Weintrauben überrascht. Da im eigenen Magen für mehrere Kilo nicht auf einmal Platz ist, muss das wertvolle Gut irgendwie haltbar gemacht werden. Und Marmelade bzw. Gelee ist eine fantastische Art, im ganzen Winter die herbstlichen Früchte zu genießen. Einkochen ist im Grunde simpel und bedarf nur ein wenig an Erfahrung bzw. Übung.

Hier ein paar Tipps zum sicheren Gelingen:

  • Immer die Konsistenz im Auge behalten. Flüssigkeit zugeben oder durch längeres Kochen entziehen.
  • Gelierprobe zeigt, wann die Marmelade fertig ist.
  • Nicht stur ans Rezept halten. Keine Ernte gleicht der anderen. Es ist ganz normal, dass man das Verhältnis Gelierzucker zu Obst variieren muss.
  • Hygienisch sauber und zügig arbeiten.
  • Je frischer und naturbelassener die Zutaten, desto besser der Geschmack.
  • Auch ungewöhnliche Kombinationen schmecken lecker.

Apfel-Ingwer-Marmelade

Zutaten:

  • 1300g Äpfel (am besten ungespritzes Fallobst)
  • 500g Gelierzucker (3:1)
  • Frischer Ingwer
  • ev. Schuss Weißwein

Variante: Kokosmilch anstatt Ingwer und Wein

Zubereitung:

  1. Eine große Schüssel mit Wasser und Zitronensaft vorbereiten.
  2. Die Äpfel schälen, entkernen, in kleine Stücke schneiden und in das Zitronenwasser geben, damit diese nicht braun werden.
  3. Die Apfelstücke sowie den frischen Ingwer in einem starken Mixer gemeinsam mit dem Gelierzucker fein pürieren und anschließend in einem großen Topf vorsichtig aufkochen.
  4. Weißwein nach Geschmack zugeben und so lange köcheln lassen, bis die richtige Konsistenz (Gelierprobe) erreicht ist.

Variante: Ingwer und Wein durch etwas Kokosmilch ersetzen. Dabei allerdings beachten, etwas mehr Äpfel zu verwenden, da durch die Kokosmilch nicht so viel Flüssigkeit zugegeben wird, als wie mit dem Wein.

Trauben-Zimt-Gelee

Zutaten:

  • 1100g Rote Weintrauben
  • 400g Gelierzucker (3:1)
  • Zimt
  • Schuss Weißwein

Zubereitung:

  1. Die Weintrauben von den Stielen befreien, gründlich waschen und gemeinsam mit einem kleinen Schuss Weißwein in einen großen Topf geben.
  2. Die Trauben unter ständigem Rühren erhitzen, bis sie leicht weich und etwas heller in der Farbe geworden sind. Danach vom Herd nehmen und etwas auskühlen lassen. Überschüssige Flüssigkeit abschöpfen.
  3. Die Trauben gemeinsam mit dem Gelierzucker in einem starken Mixer zu einer sehr feinen Masse verarbeiten. Sollte dieser zu schwach sein, die Masse durch ein feines Sieb pürieren, damit keine möglichen Rückstände von Stielen oder kleinen Kernen bleiben.
  4. Das Gelee im Topf aufkochen und so lange köcheln lassen, wie die richtige Konsistenz (Gelierprobe) erreicht ist. Dabei häufig umrühren und mit dem Zimt abschmecken.

Abfüllen/Lagern:

  1. Schraubverschlussgläser gründlich reinigen und bei Bedarf auskochen. Im Backofen bei 100°C für etwa 5-10 Minuten sterilisieren, damit mögliche Bakterien abgetötet werden.
  2. Die noch heiße Marmelade in die Gläser füllen. Dabei sollte der Glasrand frei von Marmelade bleiben.
  3. Etwas Stroh 80 in das vollgefüllte Glas obenauf geben, anzünden und schnell mit dem Deckel verschließen, damit ein Vakuum entsteht.

Ein guter Tipp zum Schluss: Die Herdplatte nicht auf die höchste Stufe drehen, außer man möchte die Marmelade in der ganzen Küche verteilt haben.

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