Barcelona vegan – Ein veganer Streifzug durch die Stadt Gaudis

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Barcelona vegan

Die Stadt, die so eindrucksvoll und unverwechselbar von dem Architekten Antoni Gaudi geprägt wurde, nimmt einen mit in eine andere Welt. (Allein 6 der 8 Bauten, mit denen Barcelona in der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes den Weltrekord hält, stammen von Antoni Gaudi). Häuser, die aussehen, als ob auf dem Dach ein Drache liege (Casa Batlló), als ob Star Wars-Figuren von oben herunterguckten (Casa Mila), ein Park, in dem alles aus kleinsten, bunten Mosaikteilen besteht: der Drache am Eingang – vielleicht ist es ja der gleiche, der auf dem Dach liegt – und die Bänke, die sich wie eine lange Schlange um einen wunderschönen Platz schlängeln, von dem man einen gigantischen Blick über die ganze Stadt hat, die kleinen Häuser, die einen vermuten lassen, dass Zwerge in ihnen wohnen (Park Güell). Nicht zu vergessen, die Kirche, an der schon seit über 100 Jahren gebaut wird (Basilika Sagrada Familia). Das sind nur einige meiner schönsten Urlaubsimpressionen. Nein, ich war nicht im Disneyland, okay da würden auch die Star Wars-Figuren nicht hinpassen :), ich war mit meiner Schwester eine Woche in Barcelona.

Barcelona-Erkundung mit Veggie-Guide

Barcelona Veggie Guide UrlaubUnsere Reise war lange geplant, aber sehr kurzfristig gebucht. Gebucht haben wir bei meiner Freundin, die ein kleines, aber sehr feines Reisebüro mit ihrem Freund führt. Als sie mir die Reiseunterlagen zuschickte, entdeckte ich voll Freude die Überraschung, die sie mit geschickt hatte: einen von ihr selbst gestalteten „Barcelona-Veggie-Guide“. Wow, sie hatte mit viel Liebe zum Detail 14 Bars, Cafés und Restaurants in der Nähe unseres Hotels mit Namen, kleiner Karte und einer kurzen Beschreibung des jeweiligen Angebotes aufgeführt. Unsere Vorfreude war ja schon groß, dieses kleine Heftchen aber, das versprach, uns zu vielen, verschiedenen Veggie-Adressen zu führen, ließ uns uns nicht nur auf die Stadt an sich, sondern auch auf leckere, abwechslungsreiche, vegane Köstlichkeiten freuen. Auf der letzten Seite des Guides stand: „Ich wünsche euch ganz viel Spaß und eine leckere Zeit in Barca!“

Oh ja, Barcelona, wir kommen!

IMG-20150707-WA0010Dort angekommen, dauerte es nicht lange, bis wir das erste Café aus dem Guide aufsuchten. Wir wollten im Santoni Café im Stadtteil El Raval frühstücken.Wie es ja so oft ist, sind die Dinge und Orte, die man entdeckt, während man eigentlich wo ganz anders hin möchte, die aller schönsten. Genauso erging es uns auf unserem Weg zu besagtem Café. Alleine schon durch diesen anderen Stadtteil zu spazieren, war schön. Fernab des touristischen Zentrums, hatten wir hier das Gefühl, im richtigen Spanien zu sein: hier schien nicht alles extra auf Touristen zugeschnitten zu sein, hier gab es viele kleine Läden (mit normalen Preisen), viele kleine Plätze und alles schien entschleunigt zu sein. Während wir die Atmosphäre genossen, entdeckten wir ein Krankenhaus. Da meine Schwester Krankenschwester ist, wollte sie sich dieses genauer ansehen. Auf der (vergeblichen) Suche nach dem Haupteingang, gingen wir in einen Innenhof. Dieser sollte mein Lieblingsplatz werden. Hier gab es ein ganz besonders schönes Gartencafé und einen Brunnen, der von Orangenbäumen umsäumt war. Viele kleine Sitzgruppen luden zum Hinsetzen und Verweilen ein. Ich hatte schon ganz vergessen, dass wir ja eigentlich frühstücken gehen wollten, da erinnerte mich meine hungrige Schwester daran.

Santoni Cafe Barcelona veganDas Santoni-Café war sehr klein und fast wären wir daran vorbei gegangen. Dort bekommt das vegane Herz alles, was es für ein gutes Frühstück begehrt: Bocadillos, Empanadas, Schoko-Croissants, Muffins … Für einen fairen Preis bestellten wir Bocadillos, belegte, getoastete Sandwiches. Ich gönnte mir anschließend noch einen Soja-Milchkaffee und einen Muffin.Wir wurden sehr nett von einem einheimischen, älteren Paar bedient. Voll schöner, erster Eindrücke und mit leckerem Essen im Bauch, gingen wir, wieder auf vielen, kleinen, verschlungenen Wegen zu unserem Hotel zurück.

Voller Neugierde und Tatendrang, übertrieben wir unsere Erkundungstour am nächsten Tag zwar etwas, lernten aber viele schöne, interessante und eine weitere kulinarisch sehr empfehlenswerte Seite Barcelonas kennen.

Auf den Spuren Gaudis und des Veggie-Guides

Basilika Sagarda FamiliaZuerst wollten wir unbedingt die legendäre Basilika Sagarda Familia sehen. Wir waren von der Größe dieser Basilika und der Liebe zum Detail, die am gesamten Gebäude in Form von in Stein gemeißelten Figuren und Ornamenten, zu entdecken ist, fasziniert. Auch hier sah ich wieder Figuren, die mich stark an Star Wars erinnerten. Gaudi begann die Arbeiten an diesem gigantischen Kunstwerk im 19. Jahrhundert und widmete ihm 40 Jahre seines Lebens. Bis heute sind die Bauarbeiten nicht abgeschlossen, was sich unschwer an all den Baustellen und Kränen rund um die Basilika erkennen ließ. Sie soll voraussichtlich 2025 fertig gestellt werden.

Quinoa Bar BarcelonaAuf dem Weg zur „Quinoa Bar“, in der wir schlemmen wollten, kamen wir am „Dolce Pizza y los Veganos“ vorbei. In diesem Imbiss hätte man vegane Pizza essen können, doch er war noch geschlossen. Bei einem Blick durch das Fenster ließ sich aber erkennen, dass diese Adresse sicherlich einen Besuch wert ist. Die „Quinoa Bar“ war übrigens so klein, dass wir tatsächlich erst an ihr vorbei liefen.

Lecker war’s in der Quinoa Bar

Nachdem wir einen von nur 3 Tischen ergattert hatten, bestellten wir einen Riesenburger und einen genauso großen Hotdog. Fast alles auf der Karte ist dort vegan und die Preise sind verhältnismäßig gut. Deshalb bestellte ich mir auch direkt noch einen Hotdog. Alles schmeckte hervorragend und frisch und wurde mit so viele Liebe und Sorgfalt zubereitet, wie ich es selten erlebt habe. Also auch diese Adresse kann ich nur wärmstens empfehlen, auch weil deren Besuch so gut mit der Sagrada Familia zu verbinden ist.

Diesen ganz besonders schönen Tag beendeten wir abends damit, vom wunderschönen Park Güell aus auf die gesamte Stadt zu gucken. Ach Barcelona, du bist so wunderbar!

Für unser Abendessen einige Tage später hatten wir uns das „Juicy Jones“ (auf FB unter Juicy Jones Barcelona) aus unserem Guide ausgesucht.

Das Juicy Jones in Barcelona

„Hier bekommt ihr ein Menü, bestehend aus 3 Gängen für 9,50 Euro. Es gibt eine Riesenauswahl an Smoothies jeglicher Art und verschiedene vegane Gerichte mit Tofu, Seitan, Gemüse-Sandwiches, Salate, Suppen, Desserts …“, verriet uns unser Guide über diese Saftbar. Wieder passierte es uns, dass wir fast an diesem Schmuckstück vorbei gelaufen wären. Gut, dass das nicht passierte, denn alleine schon, im „Juicy Jones“ zu stehen und es sich anzusehen, machte Spaß! Alle Wände und die Decke waren quietschbunt und mit den verschiedensten Mustern und Motiven bemalt. Das Menü, das wir bestellten, war ein absolutes Gedicht: als Vorspeise wählten wir Beide einen bunten Salat, als Hauptspeise bestellte meine Schwester (freudig überrascht, dass es dort so etwas gab) eine Platte mit verschiedenen indischen Gerichten und ich hausgemachte Gemüseravioli. Abgerundet wurde das Ganze dann mit veganer Crema Catalan (oohhh, diese knusprige Zuckerschicht war so lecker !) für mich und einem Stück Möhrenkuchen für meine Schwester. Die Bedienung freute sich, dass sie ihre übriggebliebenen Deutschkenntnisse, die noch aus ihrer Studienzeit stammten, mit uns teilen konnte, und wir freuten uns über dieses leckere Menü in diesem ganz besonderen Restaurant.

Die Bar Celoneta besuchten wir zweimal

Alle Veggie-Adressen, die wir in unserer Woche kennen gelernt haben, hier aufzuführen, würde wohl den Rahmen sprengen, aber diese eine sei unbedingt noch erwähnt. Die Bar Celoneta, eine wieder ganz kleine Bar, diesmal in unmittelbarer Nähe zum Strand, besuchten wir gleich 2 Mal. Hier, wie auch in den anderen Restaurants, in denen wir waren, fiel uns sofort die liebevolle und sehr individuelle Einrichtung auf. Es gab dort nur 5 Tische, die Wände waren in verschiedenen Farben gestrichen, skurrile Bilder zierte dieselbigen und die Lampen waren mit verschiedenen Stoffen umhüllt. Nach unserem ersten Strandtag aßen wir dort leckere Burger und einige Tage später fantastische, vegane Tapas.

Nach einem weiteren Highlight, einer eineinhalbstündigen Segwaytour entlang der Strandpromenade, zog es uns an unserem letzten Abend wieder in den wunderschönen Innenhof und dessen Café.

Mehr vegane Adressen in Barcelona

Unser Veggie-Guide für BarcelonaIch kann nur sagen, dass uns diese spannende und vielfältige Stadt viele ihrer schönsten (veganen) Gesichter gezeigt hat und wirklich eine Reise wert ist!

Wer nun neidisch und neugierig auf unseren ganz persönlichen Veggie-Guide geworden ist, kann seine nächste Reise hier buchen und bekommt auch einen solchen. Romy, eine Freundin von mir, ist selbst Veggie und gerne bereit, einen individuell abgestimmten Veggie-Guide für jede Stadt zu erstellen.

Für weitere Vegan-Adressen in Barcelona, sogar stadteilweise aufgeführt, guckt doch mal unter www.my-vegan-life.de/vegane-restaurants-barcelona/.

Falls ihr es schafft, nach Barcelona zu reisen, wünsche ich euch eine (sicherlich) unvergessliche und leckere Zeit dort!

Gast-Redakteurin: Verena Schulz

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