Big Daddy Walter – der vegane Pro-Wrestler aus Wien

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Big Daddy Walter im Interview
Big Daddy Walter, seit 2005 aktiv im Pro-Wrestling tätig, bringt der 1,93m große Hüne aus Wien ein stolzes Kampfgewicht von 134 kg auf die Waage. Als dreifacher wXw Unified World Wrestling Champion ausgezeichnet, finished er bevorzugt mit Powerbomb und Lariat. Trainiert von Michael Kovac (mit 22 Jahren Ringerfahrung, Besitzer einer Wrestlingschule in Wien), Tatsuhito Takaiwa (kommt aus dem Judo, mit 23 Jahren Ringerfahrung) und Tomohiro Ishii (New Japan Pro Wrestling, Anzahl Matches: 1364, Anzahl Siege: 643). Big Daddy Walter lebt vegan und hat heute Spaß bei einem Interview mit mir.  :)

Interview mit Big Daddy Walter

Sabine: Hey Walter, hab ich dich richtig vorgestellt oder fehlen wichtige Eckdaten zu deiner Person?

Walter: Hey 😉 ja hast du.

Sabine: Was waren die für dich bisher wichtigsten Stationen deiner Wrestling Karriere?

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Big Daddy Walter in Aktion

Walter: Ich kann mich glücklich schätzen, durch diesen Sport gut durch die Welt gekommen zu sein. Mit 17 bin ich damals für drei Monate nach Japan gegangen und konnte dort erste internationale Erfahrung sammeln, mittlerweile habe ich sieben Touren dorthin hinter mir. Auch in Afrika, den USA, England und einigen anderen europäischen Ländern durfte ich bereits Erfahrung sammeln. Seit 2013 liegt mein Fokus ganz klar bei wXw Wrestling in Deutschland.

Sabine: Was hat dich zum Wrestling gebracht? Gab es besondere Wrestler, die dich inspiriert haben oder sogar möglicherweise deinen Kampfstil beeinflusst haben?

Walter: Ich habe das, wie viele Kinder damals, fieberhaft mitverfolgt, habe dann aber im pubertären Alter das Interesse etwas verloren. Als ich dann eines Tages auf einer Straßenlaterne einen Werbeaufkleber für eine Wrestling Schule gesehen habe, hab ich es ausprobiert und bin hängen geblieben. Ich habe nie ein klares Idol bzw. Vorbild für mich bestimmt. Mein Kampfstil wurde natürlich von einigen Wrestlern die ich bewundere beinflusst.

Sabine: Von wem?

Walter:  Zum Beispiel von Stan Hansen und Fit Finlay.

Sabine: Europäisches Wrestling hat leider noch nicht die Popularitätswerte erreicht wie in den USA. Worin siehst du als Akteur die Ursachen bzw. teilst du diese Ansicht?

bdw-01Walter: Ich möchte das auf Deutschland reduzieren, da es in England einen aktuell einen sehr florierenden Markt gibt. In Deutschland/Österreich gab es über Jahrzehnte mehrwöchige Turniere in großen Städten wie z. B. Bremen, Hamburg, Krefeld, Hannover, Wien und Graz. Als Ende der 90er diese Ära dem Ende zuging und die damals erfolgreichen Veranstalter wenig Interesse an dem Aufbau der nächsten Generation hatten, war Anfang 2000 die Szene kaum mehr existent und man musste quasi bei 0 anfangen. Mittlerweile hat sich die Szene erholt und es finden wieder weit über 100 Veranstaltungen pro Jahr in Deutschland statt. Die aktuelle Popularität von WWE gibt uns natürlich zusätzlichen Rückenwind.

Sabine: Wie würdest du selbst deinen Stil beschreiben,was ist dir wichtig an deiner Präsentation?

Walter: Im Ring verkörpere ich einen Charakter der für starke Aktionen und no nonsense steht. Ich bediene mich hierbei  an altbewährten Griff, Schlag und Wurftechniken und versuche stehts mit hoher Intensität mein Handwerk auszuüben.

Sabine: Wie sieht das Trainingsprogramm eines Wrestlers deines Formats aus und wie bereitest du dich auf ein Match vor? Machst du nur funktionales Training im Hinblick auf deine Wrestling Moves oder machst du noch gesondertes Kraft-/Ausdauertraining?

Walter: Eine direkte Kampfvorbereitung wie beim MMA oder Boxen gibt es bei uns nicht. Pro Wrestler stehen das ganze Jahr über im Ring und deshalb müssen wir quasi „jederzeit“ bereit sein unsere Leistung zu bringen. Da wir aber keine Wettkampfsportler sind sondern unseren Sport klar im Sinne der Unterhaltung ausüben, stehen natürlich auch Bodybuilding Elemente auf dem Trainingsplan. Meiner ist relativ einfach. Ich trainiere sechs mal die Woche, zwei mal davon im Ring. An den anderen vier Tagen trenne ich mein Training nach Ober und Unterkörper. Zuerst mache ich ein Kartenspiel welches auf Bodyweight Übungen aufgebaut ist. Danach mache ein paar Basic Lifts wie Kniebeugen, Bankdrücken, Kreuzheben  usw.

Durch meine Freundin habe ich angefangen mich mit dem Thema auseinanderzusetzen

Sabine: Wann und warum bist du vegan geworden? Hat die pflanzliche Ernährung Einfluss auf deine Leistungsfähigkeit?

Walter: Meine Freundin ist schon seit einigen Jahren auf eine vegane Ernährung umgestiegen. Durch sie habe ich angefangen mich mit dem Thema auseinanderzusetzen und bin erst auf eine fleischlose Ernährung umgestiegen. Danach kam auch rasch der erste Versuch vegan zu werden, der jedoch nach ein paar Monaten mangels Disziplin gescheitert ist. Als ich dann auf die China Study gestoßen bin war für mich klar, dass es kein Argument gegen eine vegane Ernährung gibt und bin seit Anfang 2014 pflanzlich unterwegs. Ich habe seit dem 13 kg abgenommen und bin deutlich leistungsfähiger geworden. Auch mein Sodbrennen und meine Hautprobleme sind verschwunden. Generell verbessert sich einfach das Körpergefühl.

Sabine: Wie ernährst du dich generell? Planst du deine Ernährung?

Walter: Generell esse ich eher zu viel 😀 Ich habe eine grobe Planung was die Makros angeht und versuche wenig Fett zu mir zunehmen und meine Energie aus Kohlenhydraten zu beziehen.

Sabine: Wie sieht ein durchschnittlicher Tag ernährungstechnisch bei dir aus? Was isst du? Wieviele Kalorien nimmst du auf? Ist sowas für dich überhaupt wichtig?

Big Daddy Walter ArmbarWalter: Ich esse 2-3 mal täglich. Klar spielen Kcal eine Rolle jedoch bei mir eher weniger, da ich nicht auf sichtbare Bauchmuskeln angewiesen bin 😉 Ich würde sagen ich esse zwischen 3500 und 4500 kcal pro Tag. Mit 3500 nehme ich noch ab, bis 4500 kcal halte ich das Gewicht. Meine Gerichte sind simpel. Reis, Kartoffeln, Pasta, Linsen, Bohnen, Tofu + Obst und Gemüse – die Basics quasi. Ein, zweimal die Woche lass ich es mir gut gehen und dann gibt’s natürlich auch mal Schnitzel oder Nuggets 😀

Sabine: Wie wird Vegan in der Wrestling Szene aufgenommen? Dein Sport ist ja quasi der Archetyp des Maskulinen.

Walter: Gut! Es gibt einige vegetarisch oder vegan lebende Menschen bei uns.

Sabine: Was planst du in naher Zukunft?

Walter: wXw Wrestling veranstaltet dieses Jahr ca. 60 Events, bei denen ich im Ring stehe werde. Im Oktober haben wir unsere Wrestling Academy eröffnet, wo ich als Headcoach tätig bin und wo jeder der Wrestling erlernen will, dies auch tun kann.

Sabine: Lieber Walter, ich danke dir für den kleinen Einblick in das Leben eines veganen Pro-Wrestlers und wünsche dir in Zukunft gutes Gelingen, massig Siege und weiterhin viel Erfolg.

Walter: Ich bedanke mich auch.

Vielen Dank an Marco Prösel für die Inspiration.

Mehr Infos zu Big Daddy Walter

Die Top 5 Moves von Big Daddy Walter

 

Kommentare

  1. meint

    Wieder ein super Beispiel, dass vegane Ernährung eine super Grundlage ist, egal für was.
    Wow, wrestling sieht nicht gerade nach Entspannung aus 😮 Sehr schön zu sehen, dass Wissen weiter geben und Coachen mit zunehmende Erfahrung in einem Bereich sehr beliebt ist.

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