Boykott gegen Nutella – Frankreich gegen Palmöl

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Das Thema Palmöl wird vielerorts heiß diskutiert, denn zur Gewinnung werden meist großflächig Regenwaldgebiete zerstört und die dort lebenden Tiere getötet. In einem kürzlich erschienenen TV Interview rief Frankreichs Umweltministerin, Ségolène Royal, dazu auf, Nutella zu boykottieren.

Umweltministerin Ségolène Royal kritisiert Ferrero

„Nutella aufs Brot – da hast du es drauf!“ Viele von uns kennen diese bekannte Werbeaussage zum schokoladigen Brotaufstrich. Allerdings bildet Palmöl die Grundlage dieser süßen Creme, welches in den letzten Jahren extrem in Verruf gekommen ist. Grund ist die massive Umweltzerstörung, welche mit der Gewinnung einhergeht. Frankreichs Umweltministerin hat in einem TV Interview vor wenigen Tagen im Rahmen der Weltklimakonferenz deshalb zum Boykott gegen Nutella aufgerufen. Die Menschen sollen sich über die Auswirkungen ihres Konsums bewusst werden und so Ferrero zwingen, die Firmenphilosophie zu ändern.

Ferrero verweist auf nachhaltigen Umweltschutz

Vorerst hat es keine Stellungnahme seitens Ferrero gegeben. Allerdings erklärt der Hersteller, seit 2013 nur noch Palmöl aus nachhaltig bewirtschafteten Plantagen zu verwenden. Dieses Palmöl solle aus Anbaugebieten stammen, welche vom „Roundtable on Sustainable Palm Oil“ zertifiziert sind.

Ségolène Royal entschuldigt sich bei Ferrero

Mittlerweile hat sich die streitbare Politikerin auf ihrem Twitter Account offiziell bei Ferrero entschuldigt. In wie weit die Anschuldigungen gegen Ferrero und dessen Verbindung zur Umweltzerstörung haltbar sind, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht klar.

Warum Palmöl so begehrt ist

In den letzten Jahren ist der Verbrauch an Palmöl massiv gestiegen. Bereits jedes zweite Produkt aus dem Supermarkt enthält diesen scheinbar wichtigen Rohstoff. Schokolade, Fertiggericht, Pflege- sowie Reinigungsprodukte ja sogar Kosmetika enthalten dieses Öl. Als Inhaltsstoff muss es nicht mal dezidiert ausgewiesen sein. Der Vermerk „pflanzliches Öl“ ist hierzu ausreichend. Dem Konsumenten wird es dadurch erschwert, festzustellen, in welchen Produkten Palmöl tatsächlich enthalten ist. Palmöl ist gerade aufgrund seiner kostengünstigen Gewinnung beliebt. Zudem ist es in der Industrie gerade wegen seiner besonderen Streichfähigkeit beliebt.

In Deutschland wird aktuell eine Million Tonnen Palmöl verbraucht. Weltweit hat sich in den vergangenen Jahren der Verbrauch mehr als verdoppelt. Damit geht die ständige Ausweitung der Anbauflächen einher. In Indonesien, einem der Hauptanbaugebiete, werden großflächig Regenwälder abgeholzt, Tiere vertrieben und die Natur „strategisch“ geschädigt. Und das alles nur für ein Stückchen Schokolade.

Vegane Brotaufstriche ohne Palmöl

Für viele Produkte aus dem heimischen Supermarkt gibt es inzwischen ausgezeichnete Alternativen. Umweltblick hat hierzu ebenso eine eigene Seite im Internet eingerichtet, auf der sich Konsumenten entsprechend informieren können. Bewusste Naschkatzen müssen selbstverständlich nicht auf veganen Schoko-Aufstrich verzichten. Entweder ihr macht euren veganen Aufstrich einfach selbst oder greift zu Alternativen aus dem Handel.

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Kommentare

  1. meint

    Hallo Sol,
    vielen lieben Dank für deinen Kommentar. Schön zu hören, dass auch das Thema Palmöl für unsere Leser interessant ist.Die vegane Lebensweise geht häufig mit einem erhöhten Bewusstsein für Konsum einher. Gerade deshalb ist es in meinen Augen besonders wichtig, auch auf die Herkunft verschiedener Inhaltsstoffe zu achten und im „Zweifelsfall“ alternative Produkte zu wählen.
    Liebe Grüße
    Michael

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