„Chia-Power – Chiasamen zum Heilen und Genießen mit 111 Rezepten“ – Das Buch von Barbara Simonsohn

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Chiasamen - Das Buch über die Power-Samen

Für Rohköstler und pflanzlich lebenden Menschen sind die kleinen Samen, die zu den sogenannten Superfoods gehören, keine „Neuerscheinung“. Man braucht sie nicht zwangsläufig, jedoch sind sie eine große Bereicherung und Erweiterung des täglich, ausgewogenen Speiseplans. Ich hatte das große Vergnügen mich eingehend mit „Chia-Power – Chiasamen zum Heilen und Genießen mit 111 Rezepten“ von Barbara Simonsohn (erschienen im Windpferd Verlag) auseinander setzten zu dürfen.

Mehr als 256 Seiten nur über Chiasamen – geht das?

Auf mehr als 256 Seiten werden u. a. die Vorteile des kleinen Power-Samens ausführlich und höchst interessant geschildert. Zu Beginn des Buches stellte sich mir die Frage, wie man es schaffen kann über 200 Seiten diesem kleinen, wenn auch außererordentlich gesunden, Samen zu widmen. Die Autorin schafft es, den Chiasamen von allen Seiten sehr anschaulich und eindrucksvoll zu beleuchten. In den ersten 20 Seiten beschreibt sie alles „Wissenswerte über Chia“. Diese einzigartige Nahrungsquelle wird auch „heiliger Samen der Azteken“ genannt.

Die Autorin klärt über Omega 3 und 6 Fettsäuren auf. Im Vergleich steht der Chiasamen zu Omega-3-reichen-Fischen, die allerdings durch Schwermetalle und Toxine belastet sind. Frau Simonsohn rät von dem Verzehr von Fischen ab. Sie geht darauf ein, dass die Meere leider als Müllkippe zweckentfremdet werden, Meeresfischen aufgrund des menschlichen Verhaltens oft mit Quecksilber und anderen Stoffen wie DDT, PCB und Dioxin belastet sind. Diese Toxine können u. a. die Gehirnfunktion stark beeinträchtigen. Buttermakrele, Heilbutt, Nordseekrabben und Shrimps sind extrem belastet mit einem weiteren Umweltgift, dem Arsen. Einmal mehr wird mir bewusst, wenn wir jetzt den ethisch-moralischen Aspekt der veganen Ernährung mal außen vor lassen, wie sehr wir uns und unserer Gesundheit auch durch den Verzehr der im Wasser lebenden Tiere schaden.

Zuchtfische, erklärt Frau Simonsohn, sind keine gute Alternative. Diese Tiere werden zunehmend nicht mehr mit Algen und Fischmehl gefüttert, sondern mit Getreide. Wodurch sie ein ungünstiges Omega 3 zu 6 Verhältnis entwickeln. Zuchtfische werden u. a. wie Masthähnchen prophylaktisch mit Antibiotika behandelt.

Chiasamen sind die vielleicht beste Quelle gesunder Fette

Mit den oben genannten Problemen muss sich der Chiasamen nicht herumschlagen. Nebenbei sind Chiasamen, wie ich erfahren darf, die vielleicht wertvollste Quelle von gesunden Fetten. 61% seiner Fettsäuren sind Alpha-Linolensäure (ALA) und nur 20% Linolsäure.

Frau Simonsohn informiert desweitern über eine Vielzahl der im Chiasamen vorkommenden Vitamine, wie z. B. Vitamin E uns C, Vitamin A bzw. Betacarotin usw. Chiasamen sind eine hervorragende Quelle für Mineralstoffe und Spurenelemente wie Kalzium, Eisen, Magnesium. Die antioxidative Wirkung der Chiasamen darf nicht ungenannt bleiben. Im letzten Kapitel wird Chia als Herzschutzmittel vorgestellt, erklärt, wie der Samen bei Entzündungen hilft und eine Powernahrung fürs Gehirn ist. Die 111 Rezepte befinden sich auf den letzten 60 Seiten.

Die Rezepte sollten veganisiert werden

Bei manchen Rezepten ist mir allerdings aufgefallen, dass Frau Simonsohn Eier, Honig oder auch Milch verwendet. Wozu ich persönlich überhaupt nicht rate und diese einfach durch Planzenmilch und Ei-Alternativen (wie Sojamehl) und z. B. Agavendicksaft ersetzen würde. Vor allem da die Chiasamen in der vegetarischen und veganen Ernährung eine wertvolle Bereicherung darstellen, wären ähnliche Hinweise auf pflanzliche Alternativen in den Rezepten ausgesprochen sinnvoll. Die Rezepte kommen im Buch aber leider insgesamt etwas zu kurz, obwohl die Anzahl anderes vermuten lässt. Auch werden zwar die in Chiasamen enthaltenen Nähr- und Vitalstoffe von Barbara Simonsohn aufgeführt, Begründungen warum gerade diese bei der veganen Ernährung und in der Rohkost von so entscheidender Bedeutung sind, finden sich hingegen nicht. Eine ausführlichere Behandlung dieser Thematiken wäre in dem Buch also noch wünschenswert, lässt sich allerdings auch an anderer Stelle (z.B. www.chia-samen-kaufen.de/chia-samen-inhaltsstoffe.html) nachlesen. Das genannte Olivenöl würde ich gegen Raps- oder Hanföl eintauschen.

Bei den Rezepten, in denen Chiasamen gebacken oder gebraten werden, frage ich mich allerdings was von den guten Fetten noch über bleibt, da diese doch sehr hitzeempfindlich sind. Rohe, gequollene Chiasamen halte ich für wertvoller.

Barbara Simonsohn, diplomierte Politologin, beschäftigt sich seit den 80er Jahren mit Gartenbau und natürlichen Heilmethoden, arbeitet als Journalistin und Buchautorin mit dem Schwerpunkt ganzheitliche Gesundheit. Weitere Informationen zur Autorin sind zu finden unter www.barbara-simonsohn.de.

Ich empfehle dieses Buch über den Chiasamen

Wertvolle Infos zu ChiasamenDer positivste Aspekt ist die extrem komprimierte Vermittlung wertvoller Informationen. Aus diesem Grund konzentrierte ich mich in meiner Rezension auch lediglich auf ein paar mir wichtige Aspekte. Anderenfalls wäre ich gezwungen, das Buch fast in voller Länge wiederzugeben, da wie bereits geschrieben, die Informationsdichte positiverweise sehr hoch ist.

Das Buch empfehle ich Menschen, die sich mit dem Chiasamen schon ein wenig vertraut gemacht haben und vor allen Dingen jenen, die nicht wissen, wie sie ihn genau verarbeiten können. Der Verarbeitung des Chiasamens sind nämlich keine Grenzen gesetzt.

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