„Die Paleo Diät ist ein Mythos“ – Forscher decken auf

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„Unsere Vorfahren haben Getreide statt Fleisch gegessen!“ Das haben jetzt Forscher in Italien herausgefunden.

Laut eines aktuellen Berichts im New Scientist1 sind die bisherigen Annahmen, unsere Vorfahren hätten sich hauptsächlich von Fleisch ernährt, falsch. Die Forscherin Marta Mariotti Lippi fand2 mit ihrem Team von der Universität Florenz Spuren von Hafer und historische Mahlwerkzeuge im Süden von Italien, die sich 32.000 Jahre zurückdatieren lassen. Es wurde somit bereits 20.000 Jahre früher Mehl hergestellt, als bisher vermutet wurde.

Brot schon in der Frühsteinzeit

Auf der Grundlage dieser Entdeckung brachten weitere Forschungen ans Licht, dass die Menschen bereits in der Frühsteinzeit Mehl zu flachen Broten weiterverarbeitet haben.

„Das ist nicht der einzige Beweis dafür, dass in dieser Zeit bereits Getreide gegessen wurde.“, so Lippi. „In Mittelitalien wurden Speisen aus wildem Weizen zubereitet und auch in Russland wurde bereits Mehl gemahlen, welches Getreide dort verwendet wurde, hat man noch nicht herausgefunden.

Pflanzenprotein statt Paleo Diät

Ferner zitiert der New Scientist die Forschungsergebnisse des Archeologen Matt Pope von der Universität in London. „Die Paleo Diät ist ein Mythos. Es besteht ein Zusammenhang zwischen der Ernährung, Versuchen mit der Entwicklung pflanzlicher Nahrung und der kulturellen Entwicklung, die es zu erforschen gilt.“

Bei der Paleo Diät dreht sich alles ums Protein, in der heutigen Zeit können aus 100 Gramm Hafer 17 Gramm pflanzliches Protein gewonnen werden.

Artikel von Anne Reis cardamonchai.com

Kommentare

  1. kalinka meint

    Forscher decken auf….naja. Dieser großartige Bericht bestätigt doch tatsächlich das, was immer schon bekannt war: der Steinzeitmensch hatte keine Supermärkte zur Verfügung und musste sehen, wo er bleibt. Musste sehen, wie er überlebt. Ergo wird er vermutlich alles gegessen haben, was nur halbwegs eßbar war. Sicherlich auch Getreide, wobei wir das Bild der wogenden Getreidefelder erstmal aus dem Kopf kriegen müssen. Getreidesamen zu sammeln war eine mühsame Angelegenheit – etwa so mühsam wie Gräsersamen sammeln es heute wäre. Hat ganz schön gedauert, bis man da ein Pfund Samen zusammenhatte und der Nährstoffgehalt ist geradezu lächerlich. Der Mensch hat schon immer nach energiedichter Nahrung gesucht und es gibt wenige Dinge, die so nährstoffdicht sind wie Fleisch. Wenn der Steinzeitmensch also Getreide gegessen hat, dann nur, weil er kein Fleisch kriegen konnte. Zu behaupten, dass er vorzugsweise Getreide statt Fleisch gegessen hätte ist nicht nur lächerlich – der Bericht der Forscher gibt das auch nicht her.

  2. Tanja meint

    Mir persönlich ist es relativ egal, ob es nun in der Steinzeit so war oder nicht. Ich persönlich fühle mich wesentlich besser, wenn ich kein Getreide esse. Ich habe keine Zöliakie und auch keine Glutenunverträglichkeit und dennoch habe ich, sobald ich etwas mit Getreide esse, einen aufgeblähten Bauch und folglich Blähungen, ich fühle mich träge und darunter leidet dann auch meine Laune. Und wer Paleo nur definiert mit „Man isst nur, was es auch in der Steinzeit zu essen gab“, der hat sich nicht mit Paleo befasst oder Paleo nicht verstanden.

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