1000 Fasane getötet – Kein Weihnachtsfrieden in Thal bei Graz

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Am Stefanitag, dem 26. Dezember, fand in Thal bei Graz (Österreich) abermals eine Treibjagd auf Fasane statt. Dabei wurden rund 1000 hilflose Tiere zum Zweck der sinnlosen Jagd abgeschossen. Eine Anzeige durch den VGT wurde bereits bei den Behörden eingereicht.

Thal bei Graz als Hotspot der Treibjagd am Stefanitag

Rund 4 Kilometer westlich von Graz liegt die Marktgemeinde Thal. Bekannt als Naherholungsgebiet sowie Geburtsstätte von Arnold Schwarzenegger sorgt die Streusiedlung immer wieder für großes Aufsehen um die Fasanenjagd. Rund um das Gut von Schloss Oberthal, welches im Besitz von Dr. Eberhart und Heinrich von Rantzau ist, werden jedes Jahr über 1000 Zuchtfasane ausgesetzt, gehetzt und anschließend aus Spaß an der Jagd abgeschossen. Dieses grausame Event zieht (leider) Jäger aus dem gesamten, deutschsprachigen Raum an.

Groteskes Bild zur Weihnachtszeit

Auch am 26.12. wurde abermals wild geschossen. Tierschützer beobachteten das traurige Treiben, bei dem Fasane schreiend und schlagend durch das Unterholz getrieben wurden. Die verängstigten Tiere haben im eingezäunten Habitat keine reelle Gelegenheit zur Flucht und werden in Massen mit Schrotflinten hingerichtet.

Anzeige von Gesetzesübertretung durch den VGT

Laut Gesetzesverordnung (§55) darf in Österreich Wild auf öffentlichen Straßen weder aufgesucht, getrieben bzw. erlegt werden. Zu Beginn der gestrigen Jagd standen gleich zu Anfang zwei Jäger auf offener Straße, um direkt auf Fasanen zu feuern. David Richter vom VGT (Verein gegen Tierfabriken) erstattete sogleich Anzeige bei der örtlichen Exekutive. Im Januar 2016 soll nun endgültig im steirischen Landtag über die Einstellung dieser illegalen Jagdmethoden entschieden werden.

Das ewige Leid der Fasane

Den Fasanen wird das Leben bzw. Sterben in Thal bei Graz leider nicht leicht gemacht. Bereits seit vielen Jahren werden die Tiere in engen Fasanerien gezüchtet, um am Stefanitag brutal geschossen zu werden. 2011 zeigte sich sogar die Polizei unkooperativ. Ein Beamter fühlte sich provoziert, als von David Richter (VGT) seine Dienstnummer verlangt wurde. Die Widerlegung von Falschaussagen des Polizisten sowie eines Jägers konnte zudem den Gewaltübergriff auf den Tierschützer durch den Exekutivbeamten beweisen.

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Kommentare

  1. Klaus H meint

    Da hat der Artikelautor aber etwas ganz und gar nicht verstanden. Jäger sind doch – so wiederholen sie wenigstens jahraus, jahrein gebetsmühlenartig – Natur- und Tierschützer, denen „Hege“ und „Pflege“ als oberstes Gebot gelten. Und natürlich die „Artenvielfalt“. Und wenn ein Verrückter unkontrolliert 1000 Fasane aussetzt, MUSS man sie aus Gründen des Schutzes der Artenvielfalt doch wieder abknallen, zur Not auch mit Hilfe von weither angereister Waidkumpane. Das hat doch nichts mit Spaß am Rumballern und Lust am Töten zu tun! So geht Jägerlogik. Heil Hub’tus!

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