Filmverbot in Schweinefabriken – Tierschutzministerium begutachtet eine neue Verordnung

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Eine neue Verordnung zum Nachteil des Tierschutzes könnte schon bald vom Tierschutzministerium in Österreich erlassen werden. Momentan wird darüber diskutiert, ein offizielles Verbot für das Filmen in Schweinefabriken auszusprechen. Die Tierindustrie freut sich, denn Missstände wären dann schwerer aufzuzeigen.

Ein Filmverbot in Schweinefabriken bald möglich

Ende August letzten Jahres hat die Bauernzeitung den Vorschlag zu einem Filmverbot in Schweinefabriken hoch bejubelt. Mit dieser Maßnahme wäre es für Aktivisten viel schwieriger, über mangelhaften Tierschutz in den Ställen zu berichten. Österreichs Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser sprach sich zum damaligen Zeitpunkt deutlich gegen diese Forderung aus. Hinter verschlossenen Türen des Ministeriums wurde jedoch über die Weihnachtsfeiertage eine Begutachtungsfrist gesetzt. Somit wird sich in den nächsten Tagen entscheiden, ob dieses Filmverbot nun doch klammheimlich eingeführt wird. Bei Übertretungen dieser Verordnung drohen sogar Strafen bis zu EUR 4.500.

Filmverbot als prophylaktische Schutzmaßnahme

Begründet wird das Ansuchen um diese Verordnung mit der Gesundheit der Schweine. Das Betreten der Stallanlagen könnte zu bakteriellen Verunreinigungen und dadurch Krankheiten führen. Bisher ist jedoch kein einziger Fall bekannt, weshalb die Tierindustrie diesen Schritt als Prophylaxe abtut. Für den Tierschutz wäre dies wieder ein harter Schlag, erschwert er schließlich die Aufdeckungsarbeit in den Betrieben. In Niederösterreich und Oberösterreich gibt es bereits ein Betretungsverbot der Ställe. Ebenso ist es Flurschutzorganen erlaubt, Tierschützer zu attackieren.

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Kommentare

  1. meint

    Das ist in der Tat ein allerdings durchsichtiger Schachzug zum Schutz der Massentierhalter, die, sollte das Gesetz durchkommen und Bestand haben, die Tiere in Zukunft noch ungehemmter werden ausbeuten können. Die Begründung setzt dem Ganzen noch die Krone auf: Da behaupten die Verfechter der industriellen Tierhaltung immer wieder, die Schweine seien doch in den modernen Haltungssystemen sooo gesund. Das Betretungsverbot dient allein dazu zu behaupten, die Tiere seien durch möglicherweise eingetragene Keime gefährdet. Die Gesundheitsministerin sollte einmal über den Unterschied von relativer Keimfreiheit einerseits und Vitalität auf der Basis einer durch längere Säugezeiten sowie durch UV-Licht und Witterungswechsel erworbenen optimalen Immunschutz andererseits nachdenken.

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