Gadhimai-Opferfest – kann es noch verhindert werden?

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Gadhimai-Opferfest - kann es noch verhindert werden?

Im Internet kursieren seit einiger Zeit erschreckende Bilder von einem Tieropferfest in Nepal – dem Gadhimai-Opferfest. Unzählige Tiere liegen enthauptet in ihrem Blut auf dem Boden. Dazwischen stehen verstört die Tiere, die noch nicht an der Reihe sind. Mehrere Hunderttausend Tiere müssen ihr Leben lassen. Als das Gadhimai-Opferfest 2009 das letzte Mal stattfand, richtete sich erstmals internationale Aufmerksamkeit auf das Thema. Was genau hat es mit dem Tieropferfest auf sich und warum sind die Bilder jetzt wieder aktuell?

Was ist das Gadhimai-Tieropferfest?

Das Gadhimai Tieropferfest folgt einer hinduistischen Tradition, die seit ungefähr 260 Jahren in Bariyapur, im Süden Nepals, praktiziert wird. Bei diesem Fest werden Tiere für die Göttin Gadhimai geopfert. Die Opferung beruht auf einer Erzählung des Landherren Bhagwan Chaudhary, der zur Lösung seiner Probleme die Göttin Gadhimai anbetete und ihr sein eigenes Blut opferte. Seitdem werden alle 5 Jahre zwischen November und Dezember im Umkreis von 5 km um den Gadhimai Tempel viele Tausende Tiere von Pilgern getötet, die das Blut der Tiere opfern. Dieses Jahr ist es wieder soweit: Ende November 2014 soll das Fest erneut stattfinden. Es werden wie immer mehrere Tausend Besucher erwartet, die sich das „Spektakel“ mit eigenen Augen ansehen – darüber hinaus wird es auch im Fernsehen ausgestrahlt.

Wie viele Tiere werden getötet?

Mit insgesamt über 250.000 getöteten Tieren gilt das Gadhimai Tieropferfest als das größte der Welt. Unter den getöteten Tieren sind Büffel, Schweine, Ziegen, Ratten und Tauben. Die Besucher, bei denen circa 70% aus dem Nachbarland Indien kommen, können die von ihnen mitgebrachten Tiere auf jede beliebige Art und Weise auf dem Schlachtplatz töten. Die Tiere müssen dabei eine Tortur von bis zu 2 Stunden durchleiden, da sie mit stumpfen Messern und von unerfahrenen Personen getötet werden. Sie müssen dabei mitansehen, wie ihre Artgenossen qualvoll ihren Verletzungen erliegen – viele Jungtiere sterben sogar schon vorher durch Stress oder Dehydratation.

Kann das Gadhimai-Opferfest noch verhindert werden?

In Nepal sind Tieropfer legal. Zwar wurden schon einige Bräuche abgeschafft, das Gadhimai Tieropferfest betrifft dies jedoch nicht. Bisher gibt es keine Anzeichen, dass die nepalesische Regierung gegen das für November geplante Massaker aktiv wird. Der Bau des Schlachtplatzes in der Nähe des Tempels wurde sogar vor einigen Jahren von der nepalesischen Regierung finanziell unterstützt. Nepal hält also weiterhin an den Tieropferfesten fest, nicht zuletzt weil es durch die vielen angereisten Pilger auch ein “touristisches” Event geworden ist. Hoffnung macht jedoch die Tatsache, dass im benachbarten Indien Tieropferungen weitgehend verboten sind. Dies erklärt auch, weshalb der Großteil der Pilger aus Indien kommt. Hier ist auch wichtig anzusetzen: Wenn die Einreisen nach Nepal mit Tieren von indischer Seite verboten werden, kann vielen Tieren dieses grausame Schicksal erspart bleiben.

Bedeutet ein Verbot nicht das Ende des Gadhimai-Festes?

Wir sind keinesfalls für das Ende des Gadhimai Festes, sondern lediglich gegen die Tieropferungen. Die Opfergabe könnte durch symbolische Opfer, wie Kürbisse, ersetzt werden, was als Brauch weit verbreitet ist. Somit könnte die Tradition ohne Tierleid weitergeführt werden. Dazu könnte eine Blutspende organisiert werden, die dem eigentlich Ursprung, das eigene Blut zu geben / opfern, viel näher kommt. Zudem würde das gespendete Blut an Krankenhäuser gegeben werden und somit der Allgemeinheit zu Gute kommen.

Wie können Sie helfen?

Da sich die nepalesische Regierung in den letzten Jahren nicht kooperativ gezeigt hat, haben wir uns entschlossen, möglichst früh auf das Gadhimai Opferfest aufmerksam zu machen. Wir versuchen zusammen mit den Kollegen in Indien durch Gesetzesänderungen sowohl in Nepal als auch in Indien das Massaker zu beenden. Es ist wichtig, dass von indischer Seite ein Verbot der Grenzübertretung mit Tieren nach Nepal erlassen wird. Daran arbeiten wir. Wichtig ist jedoch, dass jetzt öffentlicher Druck auf die nepalesische Regierung ausgeübt wird. Deswegen haben wir eine E-Mail-Protestaktion gestartet, die sich direkt an die Entscheidungsträger in Nepal richtet: www.animalequality.de/gadhimai. Als das Festival das letzte Mal 2009 statt fand, kam es erstmalig zu einem internationalen Aufschrei. Der Protest ist also noch sehr jung und wir stehen erst am Anfang.

Bildnachweis: Bild 1& 2 in Galerie von Animal Welfare Network Nepal; Bild 2 bis 6 in Galerie von Bibi Funyal
Gast-Authoren: Alina Pfeiffer & Hendrik Haßel, Animal Equality Germany

Kommentare

  1. Andreas Krause meint

    Hallo,

    bitte sorgen Sie dafür, dass es endlich ein Ende hat mit den Massenmorden an nichtmenschlichen Tieren anlässlich des Gadhimai Opferfestes.
    Bitte beenden Sie diesen barbarischen Brauch.

    Mit freundlichem Gruß

    Andreas Krause

  2. Fabienne Ton-Knaff meint

    Bhagwan Chaudhary hat SEIN EIGENES Blut geopfert, vielleicht sollte man das diesen sogenanten Pilgern mal klarmachen, bevor sie ANDERE für diesen Irrsinn abschlachten! Religion oder Tradition sind KEINE Entschuldigung für Barbarei!!!!

  3. Angelika Hafemann meint

    Please stop these animal cruelty!!!! It makes no sense for anybody !!! Peace in heaven and earth for humans and animals…!!!

  4. Savannah Lou meint

    Bitte hören Sie auf mit dieser grausamen Tierquälerei – unsere Tiere haben auch Gefühle u. eine Seele! Bitte, bitte, bitte – sofort!
    Please save the life of these innocent animals! Peace in heaven and earth for humans and animals…!!!

  5. gaby broich meint

    Bitte stopt diesen barbarischen Wahnsinn!!!
    Keine Göttin und kein Gott wird gnädiger, wenn arme Geschöpfe sinnlos ermodet werden.

  6. Heiderose Bläsi meint

    Stoppt diese sinnlosen Massen-Abschlachtungen. Diese unschuldigen Tiere sind Lebewesen und haben auch eine Seele. Sie fühlen wie jedes andere Lebewesen.

  7. Yvonne Müntener meint

    Music and Dance has the better vibes than shedding blood.

    Please celebrate with Love for everyone.

    Sunny greetings from Switzerland,

    Yvonne

  8. lisa tausch meint

    hört damit endlich auf, es gibt keinen Gott der sowas zulassen würde!!!!! Das ist alter Brauch und sinnlos …. habt endlich ein Einsehen dass es Tiere mit Herz und einer Seele sind, ich denke dass es ein Glauben der Reinkarnisation gibt?? Was wenn es ein Bruder oder Schwester wär????? Ich bitte euch, hört auf mit der Barbarei …. das ist sinnlose Qual und brutal dazu. Schämen sollten sich diejenigen …..

  9. Mona Hebben meint

    dieses unendliche Leid und die Schmerzen, die wir den uns anvertrauten Tierkindern zufügen, muss ein Ende haben. Diese kleinen Wesen haben grenzenloses Vertrauen in uns, dass viele Menschen auf die grausamste Weise vorsätzlich zerstören. Da müssen Gesetze her, die diese Menschen angemessen und sehr nachhaltig bestrafen.

    Das Hinschauen ist furchtbar – Wegschauen ist noch viel schlimmer und vor allem feige!

  10. Bianca Dieckmann meint

    Tiere sind unsere Mitgeschöpfe. Sie leben, lieben und leiden wie wir. Forschungen beweisen: Genetisch sind sie nur minimal verschieden von uns.
    Tieropfer und Menschenopfer sind genau dasselbe!
    Stoppt das sinnlose Morden!

  11. Franz Gärtner meint

    Please do not kill the innocent animals.

    Save the animals. Prohibit the slaughter.

    Thank you!

    Bitte töten Sie nicht die unschuldigen Tiere. Retten Sie die Tiere und verbieten Sie das abschlachten.

    DANKE

  12. Martin Hamann meint

    sofort aufhören mit diesem Schwachsinn !!! Was sind das denn für Menschen, die sowas machen ? Was können wir unternehmen ; damit das aufhört ?????? Nur Kommentare schreiben ?

  13. M.Rietdorf meint

    Bitte, Bitte beendet dieses grausame Tier-Massaker !! Macht auf der ganzen Welt diese unglaubliche Grausamkeit an Tieren öffentlich !! Medien, Proteste etc**Die Menschen müssen davon wissen !! Es ist einfach unfassbar, wenn ich daran denke, dass es in wenigen Tagen wieder soweit ist* Wir brauchen viel mehr internationalen Druck* BITTE SCHAUT NICHT WEG***

  14. Sol meint

    Verdammtes pseudoreligiöses brutales Pack;
    fallt selber in eure eigenen Messer, wenn euch nach Blut zumute ist!

    Möchte bitte dringend dazu ne Petition unterschreiben, um zu helfen diesen Irrsinn an den Pranger zu stellen.
    Wer weiß um eine solche Petition? Hab ich etwas übersehen?
    Sonst müssen wir es über change.org oder Avaaz.org thematisieren.
    Das geht sowas von überhaupt nicht mehr, genauso wenig wie diese chinesischen
    Hundmordabschlachtpartys (dazu gab es bereits Petitionen).
    Zornig tierliebende Grüße
    Sol

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