Geflügelindustrie USA – Tierleid im Akkord, Toilettengang unmöglich

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Geflügelindustrie USA
Der Verbrauch von Hühnerfleisch in Amerika ist innerhalb der letzten 20 Jahre um 30% gestiegen. Ein aktueller Bericht von Oxfam America zeigt nun auf, dass Arbeiter/innen der Geflügelindustrie furchtbaren Arbeitsbedingungen ausgesetzt sind. Viele Mitarbeiter sehen sich sogar gezwungen, Windeln zu tragen, da die Möglichkeit, während der Arbeitszeit eine Toilette aufzusuchen, nur eingeschränkt praktikabel ist. Eine vegane Lebensweise hilft somit nicht nur Tieren, sondern respektiert ebenso die Würde unserer Mitmenschen.

Arbeitsbedingungen in Amerikas Geflügelindustrie

In Amerika ist Hühnerfleisch besonders beliebt. Die Branche boomt und Konsumenten verlangen nach immer günstigeren Produkten. Dabei sind rund 60% des Marktanteils fest in der Hand von 4 Big Playern (Tyson Foods, Pilgrim’s, Perdue sowie Sanderson Farms). Doch um möglichst billig produzieren zu können, leiden nicht nur die Tiere unter mangelhaften Bedingungen. Arbeiter/innen der Geflügelindustrie verdienen oftmals weniger als $10 pro Stunde. Lange Arbeitszeiten und nur eine 30-minütige Pause kommen dazu. Ebenso ist die Geflügelbranche bekannt für erhöhte Krankheits- sowie Unfälle und Arbeiter/innen sehen sich einem angsterfülltem Arbeitsklima gegenübergestellt.

Toilettenbenutzung wird untersagt

Berichten von Arbeitern/innen zufolge wird seitens der Vorgesetzten der Gang zur Toilette während der Arbeitszeit vielerorts untersagt. Dies wird damit „begründet“, dass die Maschinen unter Volllast laufen und nicht stoppen dürfen. So ist die Toilettenbenutzung lediglich während der regulären Pause (30 Minuten pro Tag) möglich. Zusätzlich seien laut Berichten die bereitgestellten Sanitäranlangen mangelhaft bzw. nicht für die Menge an Menschen ausgelegt. Dadurch verrichten viele Arbeiter/innen ihr Geschäft direkt am Arbeitsplatz (urinieren auf den Boden) oder tragen Windeln, welche deren Ausscheidungen aufsaugen.

Krankheiten, Unfälle und Angst am Arbeitsplatz

Für den offiziellen Bericht von Oxfam wurden hunderte Arbeiter/innen aus der Geflügelindustrie interviewt. Aus Angst vor Repressalien werden darin meist Pseudonyme verwendet. So sei es an der Tagesordnung, vom Vorgesetzen herabgewürdigt, angeschrien oder verhöhnt zu werden. Aufgrund der mangelnden Pausen und Einhalten des Harndranges sehen sich viele gezwungen, manchmal sogar auf Anraten des Vorgesetzten, weniger zu essen bzw. zu trinken. Diese Kombination kann zu schwerwiegenden Gesundheitsrisiken führen. Infektionen des Urinaltraktes, Nierenentzündung sowie damit einhergehende Erkrankungen. Zusätzlich nehmen die Arbeiter/innen durch den Umgang mit dem Geflügel große Mengen an Antibiotika auf, was eine spätere Behandlung der eigenen Krankheit maßgeblich erschwert (Resistenz).

Empfehlungen zur Verbesserung

Wenn man im Supermarkt das abgepackte Lebewesen kauft, denken Konsumenten sicher nur selten an das Tier oder die Menschen dahinter. Bilder von glücklichen Hühnern auf der Verpackung vermitteln eine heile Welt der Tierindustrie. Eine vegane Lebensweise kann somit dazu beitragen, dass hier weniger Tiere sterben sowie Menschen leiden müssen. Aber auch die Industrie ist gefordert. Eine menschenwürdige Firmenpolitik fehlt in manchen Betrieben oft zur Gänze oder wird am Ende nur unzureichend eingehalten.

Bildnachweis: pixabay

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