H&M baut Tierrechtsstandards aus – Konzern startet Kampagne gegen Tierversuche und Mulesing

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In einer neugegründeten Partnerschaft mit der Humane Society International (HSI) möchte H&M nun für das Wohl von Tieren in der Modeindustrie kämpfen und sich für deren Rechte einsetzen, so ein Sprecher des Konzerns.

Tierrechte – Breaking News

Die Gründer der HSI-Kampagne #BeCrueltyFree haben es sich unter anderem zum Ziel gesetzt, dass die Durchführung von Tierversuchen für die Kosmetikindustrie weltweit verboten wird. Unter anderem hatte ihr Einsatz bereits zum Verbot von Tierversuchen für Kosmetikprodukte und des Verkaufs von an Tieren getesteten Produkten in der EU, Israel, Norwegen, Neuseeland und der Türkei beigetragen.

Für die Kosmetikprodukte aus der H&M-Linie galten laut Konzern auch in der Vergangenheit bereits strenge Cruelty Free-Richtlinien, doch nun möchte man sich aktiv einsetzen. Durch die HSI-Kampagne sollen die Interessen der Kunden vertreten werden, Diskussionen mit anderen Einzelhändlern und Zulieferern sollen stattfinden und Aufklärungsprogramme ins Leben gerufen werden.

Mit dieser Zusammenarbeit wollen H&M und HSI außerdem daran arbeiten, globale Standards für die Verarbeitung von Wolle und Federn durchzusetzen und Praktiken wie Mulesing, Lebendrupf und Zwangsernährung, durch die die Tiere Höllenqualen erleiden müssen, verbieten zu lassen.

„H&M beweist mit dem Einsatz einen guten Führungsstil, indem der Konzern bereits existierende Tierrechtsstandards ausbaut und die Einführung von Zertifizierungen und Aufklärungsprogrammen unterstützt, die aktiv die Rechte von Tieren wie Schafen, Ziegen, Gänsen und Enten innerhalb der Modeindustrie stärken werden.“ So die Direktorin des HSI Farm Animal Departments Chetana Mirle. „Unser Blick in die Zukunft ist zuversichtlich, wir freuen uns darauf, dafür zu sorgen, dass Praktiken wie Mulesing, die eine immense Qual für die Tiere bedeuten, schon sehr bald endgültig der Vergangenheit angehören werden.“

Meinung

Über den Konzern mag man denken, was man möchte. Gerade ob der neusten Schlagzeilen bezüglich der „recycelten“ Jeans, bei der Kunden darum gebeten werden, ihre nicht mehr passenden oder aus der Mode gekommenen Jeans bei H&M abzugeben (Es gibt derzeit sicher Leute, die unsere nicht mehr sitzenden Hosen dringender brauchen, als ein millionenschwerer Textilkonzern, aber das nur am Rande).

H&M möchte mit der Aktion auf den Upcycling-Trend aufspringen und wirbt damit, die abgelieferten Jeans aufzuarbeiten und wieder in den Verkauf zu geben. Die Wirklichkeit sieht leider etwas anders aus. Näherinnen in Dritte Welt Ländern trennen unter fiesen Arbeitsbedingungen mit der Hand Jeans auf. Das Staubaufkommen dabei ist enorm, die Arbeit extrem belastend und anstrengend. Die bei H&M abgelieferten, abgetragenen Jeans werden laut Gerüchten in den Müll gegeben, die weiterverarbeiteten Hosen stammen aus vergangenen H&M-Kollektionen.

Ob es sich bei der neuerlichen Kampagne nun um Greenwashing oder um echten Einsatz handelt, bleibt zu beobachten. Kritiker denken sich ihren Teil und kaufen keine Kleidung vom Modegiganten. Grundsätzlich ist der Einsatz gegen Tierversuche ein kleiner Schritt in die richtige Richtung und über jeden noch so winzigen davon sollte man sich freuen.

Das Verbot von Tierversuchen für die Kosmetikindustrie in der EU, Norwegen, Israel, Neuseeland und der Türkei hat nicht dazu geführt, dass die großen Konzerne für ihre Produkte, die sie außerhalb dieser Länder verkaufen, keine Tests mehr an Tieren durchführen. Dort sind diese sogar häufig noch Vorschrift. Außerdem schlagen einige Kosmetikhersteller auch heute noch bewusst Umwege ein, um auf Tierversuche nicht verzichten zu müssen und so an ihren gewohnten Standards festzuhalten zu können. Glücklicherweise wird dieser Umstand immer mehr Menschen bewusst. Bleibt zu hoffen, dass sich auch immer mehr für die Rechte der Tiere einsetzen und für ein weltweites Verbot dieser sinnlosen Tests und gegen Tierleid kämpfen.

Der Einsatz von Wolle und Daunen in der Modeindustrie ist für mich mit einer der Gründe, warum ich mich für ein veganes Leben entschieden habe, da sie für mich grundsätzlich Tierleid bedeuten. Doch auch hier gilt es denke ich, sich über jeden Schritt in Richtung vegan zu freuen und zu hoffen, dass bald nicht mehr nur einzelne Praktiken der Vergangenheit angehören werden.

Artikel von Anne Reis cardamonchai.com

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