Ihlanis Rastaround – veganer Lieferdienst in Augsburg

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Seit kurzem gibt es in Augsburg einen ganz besonderen Lieferdienst, der sich besonders bei Veganern und Vegetariern großer Beliebtheit erfreut. „Ihlanis Rastaround“ lautet der klangvolle Name des Ladens, serviert wird Soulfood. Von der Lasagne, über den Döner und den Falafelspieß bis zum Tiramisu und den Cookies ist alles vegan. Alle Gerichte werden vollständig in der kleinen Küche des Rastaround zubereitet, selbst die „Moxarella“ auf der Pizza wird selbstgemacht.

Interview mit Ihlani, Gründerin von „Ihlanis Rastaround“ in Augsburg

Anne: Hallo Ihlani, schön, dass Du Dir die Zeit für dieses Interview nimmst, ich freue mich wirklich sehr! Ich lebe selbst vegan und als Augsburgerin bin ich auch schon einige Male in den Genuss Eurer Gerichte gekommen, ich muss sagen, dass ich wirklich begeistert bin.

Ihlani: Vielen Dank, es freut mich natürlich sehr, wenn es meinen Gästen schmeckt.

Anne: Seit wann gibt „Ihlanis Rastaround“ und wie hat es sich entwickelt?

Ihlani: „Ihlanis Rastaround“ gibt es seit ca. 3 Jahren. Angefangen hat alles mit einem mobilen Imbisswagen. Wir durften eine Zeit lang vor dem Bayernkolleg in Augsburg unser Essen anbieten. Später dann vor der Ballonfabrik (Veranstaltungsort in Augsburg, Anm. d. Red.) und danach am Hauptbahnhof. Zwischendurch haben wir einige Festivals mitgemacht. Kleinere Events zwischen München und Stuttgart, Kunstmärkte, Ausstellungen, etc. Besonders schön daran war immer, das Catering für Künstler aus aller Welt zu machen. Danach hatten wir das große Vergnügen 1 Jahr lang ein Bistro hinter dem Augsburger Dom führen zu dürfen. Heute koche ich für ca. 100 Kinder täglich ein veganes Mittagessen. Abends betreibe ich den ersten veganen Lieferdienst in Augsburg.

Anne: Wie seid Ihr auf die Idee gekommen, einen veganen Lieferservice aufzubauen?

Ihlani: Ich bin in der Gastronomie aufgewachsen und habe auch nach der Schule/Ausbildung immer in verschiedenen Küchen und im Servicebereich gejobbt. Als ich vor einigen Jahren eine Zeit lang bei einem großen Cateringdienst gearbeitet habe, dachte ich mir: „Das kannst du auch“. So kam es, dass ich zusammen mit meinem Mann den Schritt in die Selbständigkeit gewagt habe.

Anne: Wie seid Ihr auf den Namen „Rastaround“ gekommen?

Ihlani: Das ist ein Wortspiel, in dem sich meine Lebenseinstellung (Rastafari) mit dem Wort Restaurant, das für kulinarische Genüsse steht, verbindet.

Anne: Wer steckt alles hinter „Ihlanis Rastaround“?

Ihlani: Das sind mittlerweile viele liebe, talentierte Menschen. Unterstützt werde ich von meinem Mann, meinem wunderbaren Team und meinen drei Geschäftspartnern, die als Gesellschafter ihr Wissen und Können in den Betrieb mit einbringen.

Anne: Stammst Du aus Augsburg?

Ihlani: Ich bin vor neun Jahren aus Ulm (meiner Geburtsstadt) nach Augsburg gezogen. Wir haben uns für Augsburg entschieden, da die Ausbildung meines Mannes auf einer Privatschule hier erschwinglicher war, als in der alten Heimat.

Anne: Lebt Ihr selbst auch vegan?

Ihlani: Ja, die ganze Familie, das sind mein Mann, ich und unsere 4 Kinder im Alter von 1,5 – 10 Jahren, ernährt sich rein pflanzlich.

Anne: Seit wann seid Ihr Veganer?

Ihlani: Seit ca. 5 Jahren.

Anne: Was war für Dich persönlich der Hauptgrund, vegan zu leben?

Ihlani: Für mich steht an erster Stelle die Ethik, ich möchte einfach nicht, dass mein Überleben durch den Tod anderer Lebewesen gesichert wird. Wir haben doch so viele Möglichkeiten, uns gesund und abwechslungsreich zu ernähren, ohne auf tierische Produkte zurückgreifen zu müssen. Man kann durch vegane Ernährung Unmengen an Wasser und Energie sparen. Es ist unser Planet und das ist meine Art ihm etwas Liebe zurückzugeben.

Anne: Wie ist das, vegan in Augsburg? Was für ein Gefühl hast Du dabei? Was sagt Dir „Augsburg is(s)t vegan?

Ihlani: Augsburg is(s)t vegan ist eine tolle Kampagne, ins Leben gerufen von unglaublich mitfühlenden Menschen. Ich bin sehr glücklich darüber, dass sich immer mehr Leute mit diesem Thema auseinandersetzen .Vegan in Augsburg funktioniert erstaunlich gut, wenn man sich mal umsieht, bekommt man zum Teil schon in den Discountern ein relativ gut sortiertes veganes Sortiment angeboten. Veganes Eis im Supermarkt z. B. wäre noch vor ein paar Jahren undenkbar gewesen.

Anne: Ich habe festgestellt, dass Ihr die Werbung für das Rastaround komplett über Facebook betrieben habt und es wird wunderbar angenommen, wie man hört, erfreut es sich großer Beliebtheit. Ist das Internet das Medium der veganen Zukunft?

Ihlani: Also da bin ich mir absolut sicher! Wir werden aber auch noch weitere Medien nutzen, um unseren Bekanntheitsgrad zu steigern.

Anne: Eure Speisen lassen indische, bayerische und kreolische Einflüsse vermuten. Welche ist Deine Lieblingsküche?

Ihlani: Die Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Meine Leibspeise sind Spaghetti Bolognese, damit kriegt man mich immer rum. Gerne mag ich natürlich auch die gute deutsche Hausmannskost, Gulasch, Spätzle, Semmelknödel. Aber zu einem jamaikanischen Mango Curry sag ich natürlich auch nicht nein. Wie du siehst, ich kann mich da sehr schwer festlegen.

Anne: Wann hast Du das erste Mal gekocht?

Ihlani: Das erste Mal stand ich mit neun vor dem Herd und durfte Nudeln mit Soße für meinen Bruder und mich kochen. Da meine Eltern beide berufstätig waren, musste bei uns zu Hause jeder mit anpacken.

Anne: War für Dich schon immer klar, dass Du Köchin werden würdest?

Ihlani: Nicht direkt. Kochen war schon immer meine Leidenschaft, aber als junges Mädchen wollte ich lieber Schriftstellerin werden. Tja, mal sehen, vielleicht verwirkliche ich das noch mit einem Kochbuch.

Anne: Wer hat Dich inspiriert?

Ihlani: Meine Oma. Ich habe selten so gut gegessen wie bei ihr daheim.

Anne: Du gehörst dem Rastafari-Glauben an. Veganismus und Glauben, gehört das für Dich zusammen?

Ihlani: Für mich schon. Es erklärt sich einfach von selbst. „Was du nicht willst, das man dir tu, das füg‘ auch keinem andren zu.“

Anne: Ihr habt so tolle Gerichte auf der Karte wie Giggeling Veggies (Gemüse im Kichererbsenteig) und erst letzte Woche entdeckte ich an Eurer Facebook-Pinnwand die neueste Kreation: Den „Fürst Pückler Muffin“ mit roter Beete, Kürbis und Schokolade. Wie kommst Du auf diese wundervollen Ideen?

Ihlani: Ich schmecke die Gerichte manchmal schon, bevor ich sie gekocht habe. Wenn ich über den Stadtmarkt gehe, das Gemüse und die Früchte sehen und rieche, stelle ich gedanklich schon oft die Gerichte zusammen. Bei Gewürzen ist es das Gleiche, vielleicht könnte man das mit dem Komponieren von Musikstücken vergleichen. Und ganz selten träume ich von einem Gericht, so war es mit dem „Fürst Pückler Muffin“. (lacht)

Anne: Dein Lieblingsgericht hast Du mir schon verraten, Spaghetti Bolognese. Das ist ein ziemlicher Klassiker. Hast Du eine besondere Art, sie zuzubereiten?

Ihlani: Am liebsten tomatig, mit Rotwein oder mit Zimt als griechische Version. Da bin ich offen und variiere gerne.

Anne: Möchtest Du uns eines Deiner Rezept verraten?

Ihlani: Gerne! Ein Blitzrezept für den süßen Gaumen:

Zutaten:

  • Eine Avocado
  • Etwas Agavendicksaft (je nach Bedarf)
  • Geschmolzene Zartbitterschokolade
  • Eine Messerspitze frische Vanille
  • Ein paar Beeren

Zubereitung: Die Avocado, den Agavendicksaft, die geschmolzene Schokolade und die Vanille mit dem Zauberstab pürieren und mit den Beeren dekorieren. Fertig ist der Schokoholic-Pudding.

Anne: Schokolade oder Chili – Kochst Du lieber Süßes oder Herzhaftes?

Ihlani: Am liebsten koche ich herzhafte Gerichte.

Anne: Kann man über „Ihlanis Rastaround“ auch ein Catering z. B. für eine Hochzeit organisieren lassen?

Ihlani: Ja , wir hatten schon 7 vegane Hochzeiten im letzten Jahr. Mal im kleinen, mal im großen Rahmen für 300 Personen.

Anne: Was ist Euer Motto?

Ihlani: You name it, we VEGG it!

Anne: Mir sind Gerüchte zu Ohren gekommen, ihr würdet ein veganes Ferienresort auf Jamaica planen. Ist da was dran?

Ihlani: Oh, die Gerüchteküche brodelt. (grinst) Ja, es stimmt, wir eröffnen Ende Oktober ein Guesthouse in Port Antonio auf Jamaica.

Anne: Habt Ihr schon mal darüber nachgedacht, zu expandieren und Filialen in anderen Städten aufzumachen?

Ihlani: Es gab schon einige Angebote, aber das richtige war bisher noch nicht dabei. Wir von „Ihlanis Rastaround“ möchten unserem Image treu bleiben und uns nicht verbiegen müssen. Aber wir behalten das auf alle Fälle im Hinterkopf.

Anne: Bleibt dir bei der ganzen Arbeit für das Rastaround, das Catering und den Lieferservice eigentlich auch noch Zeit für dich? Wie verbringst du Deine Freizeit am liebsten?

Ihlani: Also ich habe nicht viel Freizeit, aber wenn, dann nutze ich sie intensiv, gehe zum Beispiel in die Therme, oder treffe mich mit Freunden.

Anne: Vielen Dank für das tolle Interview, liebe Ihlani! Ich wünsche euch ganz viel Erfolg und alles Gute für die Zukunft!

Impressionen rund um Ihlanis Rastaround in Augsburg

Besuche Ihlanis Rastaround auf Facebookhttps://www.facebook.com/Ihlanis.Rastaround

Ein Artikel von Anne Reis www.cardamonchai.com 

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