In-Vitro Fleisch vegan? Dilemma oder Lösung?

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Die Zahlen sprechen eine eindeutige und erschütternde Sprache.

300 Millionen Tonnen Fleisch werden im Moment jährlich verbraucht.

Bis zum Jahr 2050 werden es 500 Millionen sein. Da braucht es keinen Vergleich mit Fussballplätzen, oder wie oft man damit eine Würstchenkette um den Globus spannen könnte, um zu erkennen, das es einfach verdammt viel ist.

Der Pro-Kopf-Verbrauch des durchschnittlichen Amerikaners liegt über 120 kg pro Jahr. Um den weltweiten Bedarf an Fleisch zu decken, ist, berücksichtigt man auch die enorme Menge an Futter, ein Drittel der eisfreien Landfläche unseres Planeten nötig. 80 % des Sojaanbaus weltweit, gehen in die Fleischproduktion. Jeder kennt die massiven Auswirkungen der Massentierhaltung auf Klima und Umwelt.
Die Lösung ist also simpel und einfach: GO VEGAN!! – Danke für die Aufmerksamkeit, bis zum nächsten mal……. STOP!

Was wenn…

… wir nicht genug überzeugende Argumente für den Vegetarismus oder Veganismus haben und es nicht schaffen die pflanzliche Ernährung flächendeckend zu etablieren? Was dann?

Andras Forgacs geht mit seinem Unternehmen Modern Meadow einen anderen Weg. Sie züchten Leder und Fleisch künstlich im Labor. Eine Zellprobe des Muskelgewebes reicht um Fleisch künstlich, mit Hilfe einer Nährlösung zu generieren. Leder wird mit einem „Drucker“ in gewünschter Dicke und Form hergestellt. Noch ist es vollkommen unbezahlbar ( der erste Burger aus in-Vitro Fleisch kostete ca. 300.000€), auf diese Weise im großen Stile Fleisch oder Leder zu produzieren, aber das war 1 Terrabyte Speicherplatz vor 20 Jahren auch.

Der gesundheitliche Aspekt der rein pflanzlichen Ernährung ist hier natürlich nicht erfüllt, aber das Leid der Tiere hätte ein Ende. Die offensichtlichen Vorteile liegen also auf der Hand. Wasser, Land und Energie würden ebenfalls massiv eingespart und wiedermal könnte – vereinfacht gesagt – der Welthunger leicht beendet werden.

Können wir uns vor so einer Entwicklung verschliessen? Ist es ethisch und moralisch für einen Veganer ok, diesen Trend zu fördern? Ist es aus Tierschutzsicht ok, solches Fleisch zu essen, oder geht es anderen wie mir, die zwar fasziniert von der Sache sind und ein hohes Potential zum Schutz der Tiere sehen, aber sicherlich niemals so etwas essen würden?

Der Blick über den Tellerrand ist wichtig. Ich habe mich bei meinen ersten Gedanken zu diesem Thema sehr an Replikatoren von Star Trek erinnert gefühlt und kann mir eine Welt, in der so etwas tatsächlich aus einem sterilen Labor geliefert wird, nur sehr sehr schwer vorstellen. Aber wenn es das Leid beendet und die Käfige leert, kann es eine Zukunft haben.

Teilt mir eure Meinung zu dieser Form des technischen Fortschritts unten in den Kommentaren mit! Ist In-Vitro-Fleisch vegan?

Quellen: www.modernmeadow.com / www.zeit.de
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Kommentare

  1. kaio mat meint

    Abgesehen davon das es irgendwie gestört ist, finde ich es perfekt als Lösung für diejenigen die nicht verzichten wollen. Würde mich Fleisch zu essen nicht so anekeln, würde ich es kaufen…
    Jedenfalls viel lieber als von einem getöteten Lebewesen.

  2. Renate Piotrowski meint

    Ich bin gerade dabei meine Ernährung umzustellen, also mich nach und nach vegan zu ernähren! Meines Erachtens passt diese neue Fleischproduktion nicht zu der veganen Idee. Fleisch ist Fleisch, egal wie es hergestellt wird! Man sollte mehr Kraft, Energie und letztendlich auch Geld dafür verwenden, über die gesundheitlichen Vorteile einer veganen Lebensform großflächig zu informieren.

    • meint

      Danke für deine Meinung Renate!
      In dem Unterschied zwischen In-Vitro und dem Fleisch von lebenden Tieren liegt für viele genau der Knackpunkt. Das lebende Tier leidet, das Reagenzglas nicht. Schwierig schwierig 😉

    • meint

      @Renate: „Fleisch ist Fleisch, egal wie es hergestellt wird!“ – was meinst du damit? Was ist denn noch gegen Fleisch zu sagen, wenn es komplett tierleidfrei hergestellt wird? Klar, supergesund wird massiver Fleischkonsum nie sein – aber Gesundheitsgründe stehen bei vielen vegan und vegetarisch lebenden Menschen gar nicht im Vordergrund. Sondern eben das Übel der Massentierhaltung oder ganz grundsätzlich das Töten zwecks Ernährung, sowie die Folgen für die Umwelt.

      Fallen diese Gründe flach, gibt es keinen Grund mehr, sich AUSSCHLIESSLICH pflanzlich zu ernähren – es sei denn weil man sich dran gewöhnt hat und Fleisch nicht mehr reizt.

      • Manuja meint

        Claudia hat vollkommen recht, was sie zu Renate sagt! Im Ursprung ist es wohl tatsächlich als „vegan“ zu bezeichnen. Man braucht aber noch die Stammzellen von Tieren, die dazu gehalten werden müssen. Daher sehe ich das noch etwas kritisch, aber begrüße das im Grunde genommen.
        Es geht aber auch um etwas anderes: Wer stellt dieses Fleisch dann her? Es werden Monopolisten sein, die sich die Herstellung patentieren lassen. Das macht es schwierig für alle anderen, dort mit einzusteigen und mitzumachen. Kleine Firmen und Entwicklungsländer, die diese hochentwickelte Technologie nicht besitzen, bleiben vollkommen auf der Strecke und bekommen nichts von dem großen Kuchen ab. Im Endeffekt wird dann sicher ein noch größeres Gefälle von arm und reich entstehen und damit eine Ungerechtigkeit, Abhängigkeit und Ausbeutung von Menschen. Das sehe ich nicht als „vegan“ an.

        PS: Eine neue gut ausgearbeitete und kritisch erforschende Webseite zu diesem Thema entsteht gerade: http://www.invitrofleisch.info

  3. chrissychris meint

    Ich finde es ist ne gute lösung, dennoch ist meine Meinung ich würde weder Fleisch von Tieren noch das andere Essen ….wenn schon dennschon garnix von beiden;)….obwohl die Idee net schlecht ist!!!!!

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