Indisches Dal Rezept – Hülsenfrüchte mal anders

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Ein Leben voller Einschränkungen?

Veganer, das sind diese blassen, übellaunigen Menschen, die anderen den Spaß verderben und die allesamt unter Eiweißmangel leiden. Veganer müssen, um überhaupt überleben zu können, 24 Stunden am Tag in der Küche stehen und Gemüse schnippeln. Wahrscheinlich sind sie deshalb so schlecht gelaunt!

Vegane Ernährung passt einfach nicht in ein aktives Leben mit Beruf, Familie, Sport, Freunden, Hobbys, Reisen und – oh je – Essen gehen. Es ist ohnehin kaum vorstellbar, wie die Menschen ‚früher’ über die Runden gekommen sind, ohne Kühlschrank, Waschmaschine, Auto, Computer und Elektroherd. Und jetzt sollen wir uns plötzlich wieder den ganzen Tag in die Küche stellen? Also bitte…
Außerdem darf man ja eh fast nichts mehr essen, und das, was man essen darf, dauert ewig und schmeckt nicht.

Schauen Sie genauer hin!

Schaut man mal näher hin, stellt man schnell fest, dass Veganer in der Sonne genauso braun und im Winter genauso blass sind, wie andere Zeitgenossen auch. Die Laune hängt weniger vom Essen als von der allgemeinen Lebensqualität ab – wie bei allen anderen auch. Streit und Stress machen niemanden so richtig fröhlich. Und wenn das Essen nicht schmeckt, dann könnte das möglicher Weise an der Zubereitung liegen. Kauen Sie mal auf einem ungewürzten Stück Fleisch herum, viel Spaß.

Bleiben der Eiweiß- und der Zeitmangel…

Klassiker im Rampenlicht: Die Hülsenfrucht

OK, ein bisschen schüchtern stehen sie schon da oben auf der Bühne, die Linsen, die Erbsen, Bohnen und Kichererbsen. Als ewiger Nebendarsteller in muffeligen Eintöpfen sind sie den Starrummel nicht gewöhnt, aber es lohnt sich ein näherer Blick.

‚Spinnt die?’ denken Sie jetzt vielleicht. Na gut, dass Hülsenfrüchte weltweit aufgrund ihres hohen Eiweißgehaltes einen großen Bestandteil der Ernährung vieler Menschen ausmachen, haben Sie schon mal gehört. Aber Hülsenfrüchte gegen Zeitmangel? Das kann ja wohl nur ein Witz sein.

Lassen Sie sich vom Gegenteil überzeugen! (Falls Sie es nicht bemerkt haben, den Eiweißmangel haben wir mit dem letzten Absatz auch mal eben elegant vom Tisch gewischt…)

Vielleicht gehören Sie, wie ich, zu den Menschen, die aus ihrer Kindheit ein Linsen-, Erbsen- oder Bohnensuppentrauma auf ihren Lebensweg mitgenommen haben. Linsensuppe mochte ich, aber bei Erbsensuppe wurde ich schon von dem Geruch so grün wie die Suppe und das Theater am Esstisch war vorprogrammiert. Um weitere Traumata zu vermeiden, nehme ich Sie daher mit, über ein paar Landesgrenzen hinweg, nach Indien.

Dort isst man Hülsenfrüchte als Dal, und die Zubereitung ist so simpel und schnell, dass es wirklich schwer fällt, nicht davon begeistert zu sein.

Zutaten:

  • Rote Linsen (Masoor Dal) oder andere Hülsenfrüchte je nach Vorliebe
  • Wasser
  • Gewürze, die Sie mögen

Und so geht die Zubereitung:

Sie waschen die Hülsenfrüchte in einem Sieb (ich koche immer auf Vorrat, da sich das Dal mehrere Tag im Kühlschrank aufbewahren lässt und mich rettet, wenn ich ausgehungert bin – deshalb verzichte ich auf Mengenangaben).

  1. Sie verfrachten die Hülsenfrüchte in einen Topf und gießen die doppelte Menge Wasser dazu.
  2. Sie würzen mit allem, wozu Sie Lust haben AUSSER mit Salz – das kommt erst nach dem Garen dazu, weil sonst der Garprozess verzögert wird.
  3. Sie kochen das Ganze nach Packungsanweisung. Ich nehme deshalb gerne die roten Linsen, sie brauchen nur 10 bis 15 Minuten bis sie gar sind!
  4. Mit dem Schneebesen aufschlagen bis ein Brei entsteht, jetzt salzen, fertig. Das ist die deutsche Expressvariante, in Indien werden die Gewürze in einer Pfanne in Öl angeröstet und dem Dal hinzugefügt.
  5. Dieses Dal können Sie, gewürzt mit Curcuma, Koriander, Kardamom, Zimt und Garam Masala mit gedünstetem Gemüse und Reis indisch genießen.
  6. Mit etwas mehr Wasser und mitgekochtem Spitzkohl entsteht eine winterliche Kohlsuppe, die Sie mit Kümmel oder Fenchelsamen abschmecken können.
  7. Dosentomaten, feingewürfelte Möhren und etwas feingewürfelter Knollensellerie verwandeln zusammen mit Thymian, Oregano und Knoblauch das Dal in eine vegane Bolognese, die lecker zu Pasta schmeckt.
  8. Wenn es ganz schnell gehen soll, schnippeln Sie etwas rohes Gemüse in Ihr Dal und lassen Sie es sich mit gerösteten Brotwürfeln schmecken.

Oder Sie nehmen etwas weniger Wasser, sodass ein dickerer Brei entsteht, den Sie als Brotaufstrich verwenden können. Plündern Sie Ihr Gewürzregal und seien Sie erfinderisch. Und kochen Sie auf Vorrat, wenn Sie nicht jeden Tag in der Küche stehen möchten…

Viel Freude beim Ausprobieren und Genießen!!!

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