Vegane Soldaten in Israel – Eine Entwicklung mit ethisch fragwürdigem Beigeschmack?

Print Friendly

Israel bietet Soldaten vegane Optionen
Israel ist seit längerem als Nation mit hohem Vegananteil in der Bevölkerung bekannt. Bereits 5% der 8 Millionen Einwohner ernähren sich rein pflanzlich, eine ganze Million vegetarisch. Nun hat der Trend auch das israelische Militär erreicht. Eine rein pflanzliche Verpflegung sowie lederfreie Ausrüstung stehen den Soldaten zur Verfügung.

Israel und der Veganismus

Kein anderes Land beherbergt, gemessen an der Einwohnerzahl, so viele Veganer/Vegetarier wie Israel. Rund 400.000 Menschen bezeichnen sich als vegan. Besonders die pflanzliche Gastronomie hat in den letzten Jahren Zuwächse von bis zu 40% verzeichnen können. Ebenso Tnuva, Israels größter Lieferant für Milchprodukte hat auf den Trend reagiert und eine eigene Linie an Sojaprodukten in das eigene Sortiment integriert. Undercover-Recherchen von Tierrechtsorganisationen haben maßgeblich für diese Entwicklung beigetragen. 2014 wurde in Israel, ähnlich wie im November 2015 in Österreich, ein Schlachthofskandal bekannt. Positiv beeinflusst wurde die israelische Entwicklung durch das Youtube-Video von Gary Yourofsky, in dem er die Missstände der Tierindustrie erläutert.

 

Vegane Soldaten auf dem Vormarsch

In Israel ist es Pflicht, militärischen Dienst zu leisten. Dadurch stieg der Bedarf an veganen Alternativen für Soldaten. Major Omer Yuval ließ dazu verlauten: „Wir streben nach Optionen, veganen Soldaten ein ehrenvolles Leben zu ermöglichen und gleichzeitig dem Land den benötigten Dienst erweisen zu können.“ Das Ergebnis wurde bereits im Februar der Bevölkerung präsentiert. Die Verpflegung beinhaltet fortan Frühstückspakete mit Tahini, Nüssen und getrockneten Früchten, sowie sojabasierte Gerichte. Die IDF (Israel Defence Force) stellt den Soldaten zudem lederfreie Stiefel und wollfreie Barette.

Vegan und Krieg – ethisch überhaupt vereinbar?

Diese Entwicklung zum Schutz der Tiere in allen Ehren. Fragwürdig offen bleibt jedoch die Frage, in wie weit und ob Vegan und Krieg überhaupt vereinbar sind. Die IDF ließ dazu verlauten: „Durch diese Entwicklung ermöglichen wir es unseren Soldaten in den Krieg zu ziehen, mit dem Gewissen, dass keine Kreatur für deren Versorgung gequält wurde.“ Auch wenn die Motivatoren aus bestem Gewissen stammen, so ist das Ziel des Militärs doch wieder die Tötung anderer Lebewesen. Und wie die Praxis im Kriegsfall aussieht, kann zum jetzigen Zeitpunkt natürlich nicht beantwortet werden.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *