Karnismus – Bericht über den Vortrag im JIB-Münster

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Was ist Karnismus? Birgit Schulze vom Tierrechtstreff Münster besuchte am vergangenen Montag die Veranstaltung „Warum wir Hunde lieben, Schweine essen und Kühe anziehen. Karnismus – Eine Einführung“ im JIB in Münster und war so nett, uns anschließend eine Zusammenfassung des gelungenen Abends zu geben.

Bericht zum Themen-Abend „Karnismus“ von Birgit Schulze

Am Montag, den 20. Januar 2014, fand im Gleis 22 in Münster der erste Vortrag im Rahmen einer kostenlosen Veranstaltungsreihe zum Thema Umweltbildung statt. Organisiert wird diese Vortragsreihe vom Jugendinformations- und -bildungszentrum (Jib) der Stadt Münster und viele der geplanten Vorträge beschäftigen sich mit den Themen Veganismus, Tierschutz/Tierrechte.

Der Titel des Vortrags am Montagabend lautete „Warum wir Hunde lieben, Schweine essen und Kühe anziehen. Karnismus – Eine Einführung“. Jeff Mannes, Koordinator für Europa des Carnism Awareness & Action Network (CAAN) wurde hierfür nach Münster eingeladen.

Nachdem zunächst 60 Teilnehmer geplant waren, musste kurzerhand umdisponiert werden, denn der Andrang war bereits im Vorfeld riesengroß. Bereits eine dreiviertel Stunde vorher war Einlass und schnell war der Raum gefüllt, bis zuletzt jeder Platz besetzt war und über 120 Leute gespannt auf den Beginn der Veranstaltung warteten.

Das Gleis 22 bot an diesem Abend (wie auch bei einigen der kommenden Vorträge) eine vegane Fingerfoodplatte inkl. zwei Getränken für zwei Personen an. Mit leckeren Sojamedaillons auf Baguette, köstlichen Mini-Quiches, Sojafrikadellen und Cakepops war für jeden Geschmack etwas dabei und mit einem Preis von unter 10 Euro zudem sehr günstig.

Der gut einstündige Vortrag basiert auf der Arbeit von Prof. Dr. Melanie Joy, einer US-amerikanischen Professorin für Psychologie und Soziologie und Autorin des Buches „Warum wir Hunde lieben Schweine essen und Kühe anziehen“. Karnismus, so erklärt uns Jeff Mannes, ist eine unsichtbare Ideologie, die uns daran gewöhnt bestimmte Tiere zu essen. Wir lernen dabei, unser Essen als essbar oder nicht essbar (ekelhaft) einzustufen. Es entsteht eine Lücke in unserem Bewusstsein, die verhindert dass wir die Verbindung zu dem herstellen, was wir da gerade essen. Warum essen wir Rinder- oder Schweinefleisch, aber nicht das Fleisch eines Labradors?

In dem Vortrag ging es dann weiter um folgende Fragestellungen:

  1. Was ist diese Lücke?
  2. Was verursacht diese Lücke und
  3. Welche Lösung gibt es für diese Lücke?

Mit Hilfe von Bildern, Zitaten und Filmbeiträgen wurden die Besucher abwechslungsreich informiert und immer wieder durch Fragen selbst mit einbezogen, so dass es nie langatmig wurde. Eine Fragestellung war z. B., wie wir es vor uns rechtfertigen Tiere zu essen. Die drei sogenannten N’s waren die Antwort: Es ist normal, natürlich und notwendig, Tiere zu essen. Gleiche Rechtfertigungsgründe wurden z. B. auch seinerzeit iVbm. Sklaverei vorgebracht.

Videobeitrag der ARD zu „Karnismus“

Die Mythen des Fleischkonsums bleiben bestehen, weil sie so stark in unserem System verwurzelt sind, auch wenn es noch so viele Gegenargumente gibt. Karnismus bringt uns bei, Tiere als Objekte zu sehen und in Kategorien einzuordnen (Hund nicht essbar, Schwein essbar). Unsere Wahrnehmung ist verzerrt, sie verändert sich erst, wenn die Verbindung hergestellt und die Lücke in unserem Bewusstsein geschlossen ist. Jeff Mannes sagt von sich selbst, er habe früher gerne und viel Fleisch gegessen. Heute ist Veganer und macht keinen Unterschied mehr zwischen einem Hund und einem Schwein. Über die Veränderung, die sich in ihm vollzogen hat, sagte er: „Ich sah nicht andere Dinge, ich sah die Dinge anders.“

Nach dem Vortrag stand Jeff Mannes noch für Fragen zur Verfügung und sowohl Fleischesser, wie auch Veggies nahmen dieses Angebot für diverse Fragestellungen zum Vortrag und darüber hinaus gehenden Themen an. Insgesamt war es eine gelungene Veranstaltung, die von Seiten des Organisators wiederholt werden soll, sobald die Finanzierung steht.

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