Mit Brokkoli bewaffnet in den Kampf – vegane Ernährung und Krebsprävention

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Krebs vegane Ernährung

Krebs ist die am meisten gefürchtete Krankheit unserer Zeit.  Als Betroffene stellte ich mir die Frage: Warum werden manche Menschen wieder gesund und manche nicht, obwohl ihnen die gleiche Diagnose gestellt wird?

Der erste Schritt zum Gesundwerden ist, den Gesundungsprozeß selbst in die Hand zu nehmen! Und damit dieser Schritt in die richtige Richtung geht, muss man sich aktiv informieren.

Was zurzeit in den Leitlinien aller behandelnden Onkologen steht ist mehr als unbefriedigend: Die Meinungen über die richtige Antikrebsdiät gehen oft weit auseinander. Es wird vor „extremen Formen“, wie der veganen Ernährung gewarnt, wegen der drohenden Mangelerscheinungen. Es wird allerdings eine ausgewogene Kost empfohlen, mit einer Reduzierung tierischer Fette, jedoch vielen Milchprodukten und 5 Mal am Tag Obst und Gemüse. (Quelle: Deutscher Krebsinformationsdienst)

So weit so gut, aber warum soll man denn überhaupt so viel Gemüse essen und wie steht das ganze in Relation zu den vielen Meldungen bezüglich der karzinogenen Eigenschaften vom tierischen Eiweiß, insbesondere von Milch?

Wenn man die Recherche selbst in die Hand nimmt, fällt es gar nicht leicht den Wust der Informationen zu ordnen. Man muss begreifen, dass Leitlinien und aktuelle Forschungsergebnisse zum Teil weit von einander abweichen. Bis neue Erkenntnisse in die Leitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft aufgenommen werden, müssen sie aufwendige Doppelblindstudien bestehen. Das heißt aber, dass es oft Jahre braucht, bis wichtige Erkenntnisse offiziell an Patienten und alle die, die gar nicht erst krank werden wollen, herangetragen werden.

Es liegt also nahe, sich selbst mit den aktuellen Studien zu befassen:

„Krebszellen mögen keine Himbeeren“

Das größte Forschungsprogramm über die biochemischen Wirkungen krebshemmender Lebensmittel wurde vom kanadischen Biochemiker Prof. Dr. med. Richard Beliveau durchgeführt. Prof. Beliveau hat die Ergebnisse seiner Forschungsarbeit zusammen mit Dr. D. Gingras in  einem sehr gut lesbaren Ratgeber unter dem Titel “Krebszellen mögen keine Himbeeren” zusammengefasst.

Viele Nahrungsmittel, enthalten Wirkstoffe, die jenen ähneln, die in Medikamenten enthalten sind. “Die Integration in den alltäglichen Speiseplan schafft Bedingungen, die die Weiterentwicklung von tumoralen Mikroherden verhindern, die spontan in Laufe unseres Lebens entstehen. Krebsprävention durch Ernährung ist also gleichbedeutend mit einer nichttoxischen Chemotherapie,” kann man im Ratgeber der kanadischen Autoren lesen.

In diesem Buch wird absolut überzeugend erklärt, mit welchen trickreichen Mechanismen Krebszellen durch die Aufnahme von sekundären Pflanzenstoffe am Wachstum gehindert werden. Auch in einem gesunden Körper bilden sich immer wieder Mikrotumore, die bei guter Gesundheit erfolgreich bekämpft werden. Erst wenn zu viele krebserregende Wirkstoffe im Körper sind, und der Körper nicht genügend Abwehrkraft hat, kommt es zu einem Wachstum der Krebszellen. Das verdeutlicht wie sinnvoll es ist sich jeden Tag gesund zu ernähren.

Schauen wir uns als erstes die Waffen an, die man dem Körper zur Krebsbekämpfung bereitstellen kann

Früher hat man besonders die positiven Aspekte der Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe in pflanzlicher Nahrung hervorgehoben. Jetzt weiß man aber auch welche wichtige Rolle sekundäre Pflanzenstoffe spielen. Das sind  Moleküle, die es den Pflanzen ermöglichen, sich vor Feinden, d. h. Infektionen, Bakterien, Pilzen und Insekten zu schützen. Und das ist das interessante daran: Die Schutzwirkung der sekundären Pflanzenstoffe nutzt auch dem Menschen bei der Abwehr gegen Krebs. Ein äußert starker Mechanismus der sekundären Pflanzenstoffe ist die Anti-Angiogenese. Anti-Angiogenese bedeutet Hemmung der Bildung von Blutgefäßen. Wenn ein Tumor entsteht, hat er zunächst noch keine eigenen Blutgefäße. Sein Wachstum ist deshalb stark eingeschränkt. Ohne eigene Blutgefäße wird er nicht größer als 1 bis 2 mm und kann keine Metastasen bilden. Seit langem ist bekannt, dass es bei Krebserkrankungen zu einer Gefäßneubildung kommt, die man dann „Tumor-Angiogenese“ nennt. Denn Tumore bestehen aus Zellen, die genau wie gesunde Körperzellen Sauerstoff und Nährstoffe brauchen. Weil sich Krebszellen häufig teilen, ist ihr Bedarf sogar besonders hoch – und deshalb benötigen Tumore eine eigene Blutversorgung.

Der Verzehr von vielen sekundären Pflanzenstoffen hemmt die Bildung dieser feinsten Blutgefäße was unweigerlich zum Absterben der Krebszellen führt!! Aber es gibt noch weitere tolle Waffen: Das Essen von Gemüse aus der Kreuzblütler Familie sowie aus der Knoblauchfamilie helfen dem Körper dabei krebsauslösende Substanzen, die täglich in unseren Körper gelangen, auszuschleusen und somit krebsauslösende Mutationen der DNS zu verhindern. Des weiteren deuten verschiedene Studien auf eine Abnahme des allgemeinen Krebsrisikos durch den Verzehr von Lycopin-haltigen Nahrungsmitteln hin. Dieser sekundäre Pflanzenstoff findet sich in allen roten Gemüsen, allen voran in der Tomate.

Resveratrol, welches in Trauben enthalten ist, hilft  bei der Zerstörung von Krebszellen  indem es die veränderten Mitochondrien der Krebszellen hemmt. Mitochondrien sind Organellen in der Zelle, die sie mit Energie versorgen. Durch die Störung der Mitochondrien in der Krebszelle steht dieser keine Energie mehr zur Verfügung und sie stirbt ab.

Hinweise auf positive Wirkung von Soja  in der Krebsprävention

Weiterhin gibt es zunehmend Hinweise, die eine Soja-reiche Ernährung mit einer guten Krebsprävention verknüpfen. Das darin enthaltene Genestein blockiert die Aktivität mehrerer Enzyme, die bei der Entwicklung von Tumorzellen aktiv sind, und stoppt somit das Wachstum der Krebszellen. Soja enthält Isovlavonoide, die spannenderweise eine große Ähnlichkeit mit dem körpereigenen Hormon Östrogen aufweisen. Deswegen werden sie Pythoöstrogene (Pflanzen-Östrogene) genannt. Ein Zuviel an körpereigenem Östrogen stimuliert die Entwicklung von den häufigsten Krebsarten wie Brust oder Prostatakrebs. Die Phytoöstrogene docken an bestimmte Rezeptoren an, an die normalerweise das körpereigen Hormon andocken würde, lösen dabei aber kein Krebszellenwachstum aus. Sie versperren dem Östrogen sozusagen den Weg! Soja verringert also die schädliche Wirkung von zu viel Östrogen, Fleisch hingegen erhöht sie.

Einwohner von Ländern, in denen regelmäßig Soja-Lebensmittel konsumiert werden, sind weniger anfällig für bestimmte Krebsarten. Zum Beispiel ist die Sterberate durch Brustkrebs in Asien deutlich niedriger. In den USA, wo Soja-Produkte weniger häufig konsumiert werden, erkranken und sterben Frauen viermal häufiger an Brustkrebs als z. B. in Japan.

Vegane Lebensmittel zur Prävention von Krebs

Wie Studien belegen, gibt es noch viele andere sekundäre Pflanzenstoffe, die verschiedene Mechanismen zur Bekämpfung von Krebszellen aufweisen. Prof. Dr.med. Richard Béliveau und Dr. med. Dennis Gingras fassen zusammen, welche Lebensmittel man am besten täglich essen soll:

  • Rosenkohl, 1/2 Tasse
  • Brokkoli, Blumenkohl, Kohl 1/2 Tasse
  • Knoblauch 2 Zehen
  • Zwiebeln, Schalotten 1/2 Tasse
  • Spinat, Kresse, 1/2 Tasse
  • Soja (Edamame) 1/2 Tasse
  • Leinsamen (frisch gemalen) 1 Teelöffel
  • Tomatenmark 1 Teelöffel
  • Kurkuma 1 Teelöffel
  • schwarzer Pfeffer, 1 Teelöffel
  • Blaubeeren, Himbeeren, Brombeeren, 1/2 Tasse
  • Cranberrys (getrocknet), 1/2 Tasse
  • Trauben, 1/2 Tasse
  • Schwarze Schokolade (ab 70% Kakao), 25 Gramm
  • Zitrusfrüchte, 1/2 Tasse
  • Grüner Tee, 3x250ml
  • Rotwein, 1 Glas (Juhu!.:)

Die aufgelisteten Lebensmittel werden als optimale Ernährung zur Vorbeugung gegen Krebs empfohlen. Was auffällt, ist, das diese Liste kein einziges tierisches Lebensmittel enthält!

Krebszellen mögen tierisches Eiweiß

Auf der anderen Seite gibt es diverse Studien, die die Entstehung von Krebs mit dem Konsum von tierischem Eiweiß in Verbindung bringen. An erster Stelle ist das vielzitierte Buch „The China Study“ zu nennen. Darin interpretiert Prof. Colin Campbell eine groß angelegte Studie aus den 80-er Jahren, die von der Cornell University, der University of Oxford und der chinesischen Regierung unterstützt wurde.

Wenn Fleisch (alle Sorten, einschl. Rind, Schwein, Geflügel, Fisch etc.) bei hohen Temperaturen zubereitet wird, dann bilden sich aus den tierischen Eiweißen sog. heterozyklische Amine. Heterozyklische Amine sind krebserregende Substanzen, die zur Entstehung bösartiger Tumore beitragen können. – Prof. Colin Campbell

Zum anderen werden beim Essen von tierischem Eiweiß die Enzyme der Bauchspeicheldrüse (Trypsin, Chymotrypsin) „verbraucht“ . Es stehen weniger dieser Enzyme dann noch zur Verfügung, um die Eiweiß-Hüllen (Proteinhüllen) von vagabundierenden Krebszellen aufzulösen. Diese Enzyme können Krebs zwar nicht heilen, aber das Tumorwachstum und die Metastasenbildung hemmen, wie eine Studie aus den 90-er Jahren ergab.

Krebszellen entstehen in jedem Körper

Jeden Tag entstehen in unserem Körper Tausende entartete Zellen. Normalerweise vernichten enzymgesteuerte Antikörper und aktive Immunzellen diese Zellenbildung. „Ist das Abwehrsystem aber geschwächt, werden die entarteten Zellen nicht so schnell erkannt und zerstört. Das Risiko wird größer, dass sich aus einem ungefährlichen Zellhaufen ein Tumor entwickelt. Das heißt, die Immunabwehr könnte durch Verdauen von tierischen Eiweißen unter Umständen nicht genügend dieser Enzyme  für den Angriff auf die Krebszellen durch die Immunabwehr haben.

Des weiteren wurde laut Campbell in Labortests bewiesen, dass Kasein, (87% des Proteins, das in Milch und Milchprodukten enthalten ist) das Wachstum von Krebszellen stimuliert und fördert.

In Tierversuchen hat Campbell festgestellt, dass bei zwei Gruppen von Ratten, die mit Krebserregern in Kontakt kamen, in der Gruppe, die eine Ernährung, bei der 20 % der Kalorien aus tierischem Protein (Kasein – Milcheiweiß) kamen, 100% der Tiere an Krebs erkrankten, in der Kontrollgruppe, die lediglich 5 % ihrer Energie aus Protein bezogen waren es 0%.

Tierische Proteine erhöhen das IGF-1-Level

Viele Studien, unter anderem auch die Studie von Norat et al., die im European Journal of Clinical Nutrition veröffentlicht wurde, zeigen auf, dass der insulinähnliche Wachstumsfaktor (IGF-1) ansteigt, wenn auch mehr Proteine (hauptsächlich tierische Proteine), Milch, Käse oder Kalzium aufgenommen werden. Ein hoher IGF-1-Level wird mit einer Vielzahl von Krebsarten in Verbindung gebracht, z. B. mit Darm- und Prostatakrebs sowie Brustkrebs nach den Wechseljahren. Dagegen wurde beim Konsum von Gemüse und Beta-Carotin, das sich beispielsweise in orangefarbenem Obst und Gemüse sowie in dunkelgrünem Blattgemüse findet, der IGF-1-Level gesenkt. Dadurch verringert sich das Krebsrisiko.

Um vorhandene Tumore zum Wachstum zu bringen, muss IGF-1 vorhanden sein. Ohne IGF-1, dem Wachstumshormon, gibt es keinen Krebs. Unser Körper produziert selbst IGF-1. Und wir konsumieren IGF-1 mit Milchprodukten.

Eine neuere Studie der Harvard-Universität hat ergeben, dass eine Verbindung zwischen pasteurisierten Milchprodukten von fabrikmäßig betriebenen Farmen und hormonabhängigen Krebserkrankungen, wie Hoden-, Prostata- und Brustkrebs besteht, da diese Milchprodukte gefährlich hohen Werte einer Östrogen-Verbindung aufweisen. Dr. Davaasambuus und ihre Kollegen fanden heraus, dass bei  Betrieben mit Massentierhaltung, bei denen die Kühe an 300 Tagen im Jahr gemolken werden, auch während der Trächtigkeit, im Vergleich zu der Rohmilch, die nur in den ersten sechs Monaten nach der Geburt der Kälber gewonnen wird, die pasteurisierte Milch bis zu 33 Mal mehr Östronsulfat enthält.

Prof. Campbell fasst es mit folgenden Worten zusammen:

Die jetzigen wissenschaftlichen Belege, von Forschern auf der ganzen Welt zusammengetragen, zeigen, dass die gleiche Ernährung, die für die Krebsprävention gut ist, genauso gut für die Prävention von Herzerkrankungen ist, genauso gut wie für Adipositas, Diabetes, Katarakt (Linsentrübung), Makuladegeneration, Alzheimer, kognitive Störungen, Multiple Sklerose, Osteoporose und andere Erkrankungen. Darüber hinaus kann diese Ernährung jedem nützen, unabhängig von der jeweiligen genetischen Veranlagung oder der persönlichen Disposition. Allen diesen Erkrankungen, und vielen anderen, liegt dieselbe Ursache zugrunde: Eine ungesunde, größtenteils toxische Ernährungs- und Lebensweise, die einen Überschuss von krankheitsfördernden Faktoren und einen Mangel an gesundheitsfördernden Faktoren aufweist; in anderen Worten ausgedrückt: Die westliche Ernährung. In umgekehrter Richtung gibt es eine Ernährungsform, die allen diesen Krankheiten entgegenwirkt: Eine Ernährung, die auf vollwertigen Nahrungsmitteln pflanzlichen Ursprungs basiert.

Mein Fazit

Man muss natürlich alle diese Studien kritisch betrachten. So sagt auch Campbell selbst, dass er die vielen Daten sammelte, nicht um mit ihrer Hilfe Schlussfolgerungen zu ziehen, sondern um seine Theorien, die für ihn bereits feststanden, zu beweisen, was keine wissenschaftliche Vorgehensweise ist.

Zweifelsohne gibt es auch viele andere Ursachen für Krebs. Verantwortlich können auch gemacht werden: der Blutzuckerspiegel, stark verarbeitete Weizenprodukte, Bierkonsum oder Faktoren außerhalb der Ernährung, wie Bewegungsmangel und Umweltgifte. Auch sagen sowohl Campbell als auch Prof. Dr. med. Richard Beliveau, dass man mal eine Hühnerbrühe..oder gerne auch einen fetten Seefisch wegen der Omega-3 Fettsäuren konsumieren sollte.

Aber welches Fazit zieht man nun aus all den Daten: Je mehr verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe verzehrt werden, desto mehr Unterstützung beim Kampf gegen die sich täglich bildenden Mikrotumore. Das steht schon mal fest! Je weniger tierische Eiweiße, desto weniger krebsauslösende Stoffe im Körper, das scheint auch bewiesen.

Und auch wenn die Deutsche Gesellschaft für Ernährung und die Deutsche Krebsgesellschaft eine vegane Ernährung nicht empfehlen, und gerne mal ein „Kalbsfilet im Kräutermantel“ oder „Quarkschaum mit marinierten Beeren“ empfehlen, sind sie sich in zwei Punkten einig:

  1. Die klassische westliche Ernährung führt häufig zu einer chronischen Erhöhung der Blutfettwerte. Dies führt auf zellulärer Ebene zu einer Art Entzündungsprozess, was die Tumorbildung begünstigt.
  2. Eine positive Wirkung lässt sich auch durch den vegetabilen Charakter der veganen Kost und den hohen Anteil von Sojaprodukten erklären sowie durch kalorische Restriktion.

Vollwertig und vegan ist mein Weg

Ich ziehe die Konsequenz daraus, mich vollwertig und vegan zu ernähren!  Denn die positive Wirkung der sekundären Pflanzenstoffe ist absolut überzeugend, die erwähnten Studien zu tierischen Fetten zu beunruhigend und die Empfehlungen zu Rohmilch oder fettem Fisch sehr gut mit veganer Ernährung aus ethischen Gründen kompensierbar.

Für mich steht  der Entschluss fest: vegane Ernährung ist mein Tool, meine Art Verantwortung zu übernehmen und…. meine Hoffnung nicht mehr krank zu werden.

Kommentare

  1. Andrea meint

    Medizinische Themen sind oft schwierig, weil Kausalketten ab einem bestimmten Punkt immer interpretierbar sind. Tuberkulose hat man, weil man sich mit Tuberkulosenbakterien infiziert hat. Bis hierhin monokausal und wohl auch kein Punkt, der zu Diskussionen einlädt. Warum hat sich eine Person infiziert und eine andere nicht? Andere Lebensumstände? Was ist mit Personen aus demselben Haushalt, müßten die dann alle erkranken – die Lebensumstände wären ja weitgehend dieselben (Hygiene, meist auch Ernährung etc)?
    Frauen in westlichen Ländern bekommen häufiger Brustkrebs. Alter Spruch aus voremanzipatorischer Zeit: Nonnen kriegen Brustkrebs, die äh „Anderen“ Gebärmutterkrebs. Frühe Geburten und Stillen des Kindes waren (und sind) Schutzfaktoren gegen eine Brustkrebserkrankung. Stillen war in industriellen Ländern längere Zeit nahezu verpönt.
    Wie entscheide ich jetzt, aus welchem Grund asiatische Frauen weniger Brustkrebs bekommen? Weil sie früh Kinder bekommen, die sie auch stillen oder weil sie viel Sojaprodukte essen?
    Ich will nicht den Wert veganer Ernährung in Frage stellen! Das Lesen und Interpretieren medizinischer Studien ist ein Geschäft für sich (bin Ärztin) und sollte IMMER (es tut mir wirklich leid das sagen zu müssen) mit höchstem Misstrauen erfolgen. Besonders dann, wenn einem das Ergebnis gefällt :)
    Leider wird nicht nur bei Doktorarbeiten getrickst, sondern auch gerade bei medizinischen Studien.
    Je doppelblinder, um so besser. Je mehr unabhängige Gruppen die Ergebnisse reproduzieren konnten, um so besser. Je größer die beobachtete Gruppe, um so besser. Je kürzer die Kette zwischen Ursache und Wirkung (kein Vitamin C = Skorbut) um so besser. Manchmal lohnt sich also ein wenig Geduld.
    Jetzt kehre ich aber zu meinem grünen Tee und meinder dunklen Schokolade zurück :)

    • Julia meint

      Danke für Deine offene Meinung als Ärztin.
      Theorie vs. Lebenserfahrung – ein weites Feld!
      Vergiss nicht den Schluck Rotwein zur dunklen Schoki 😉

  2. Johannes meint

    Der Artikel ist Super!!! Einiges in der Richtung habe ich auch schon rausgefunden. Es ist halt so „Gesundes Essen hilft“!!! Und Gemüse,Obst und Nüsse sind Gesund. Das kann wohl niemand bestreiten. Also gerne mehr in die Richtung bringen.

  3. Sandra meint

    Toller Artikel, sehr gut recherchiert und absolut überzeugend geschrieben. Vielen Dank…
    ( eine die auf dem Weg ist Veganerin zu werden )

  4. Brigitte meint

    Ein toller Artikel! Gesunde Ernährung hat auch bei mir einen sehr hohen Stellenwert,
    wenn auch nicht „total vegan“ :-))
    Liebe Grüße und Danke an Johannes für den Link
    Brigitte

  5. meint

    Hallo Julia,

    ein sehr schön recherchierter und geschriebener Artikel. Dr. Joel Fuhrman bezeichnet Krebs ja auch als „Gemüsemangelkrankheit“, auch wenn das natürlich ebenfalls etwas zu verkürzt ist und man vor Krebs wohl auch als gesundheits- und ernährungsbewusster Veganer nie vollkommen sicher ist. (Siehe Steve Jobs. Bei dem geht Dr. John McDougall allerdings davon aus, dass der Tumorherd bereits in seinen 20ern gelegt war und er durch seine vegane Ernährung immer noch sehr viel älter wurde als er es ohne geworden wäre.)

    Das Dr. T Colin Campbell den gelegentlichen Konsum von Hühnerbrühe oder fettem Seefisch empfiehlt halte ich allerdings für ein Gerücht. Soweit ich seine Bücher und Publikationen kenne, rät er strikt von jeglichen Tierprodukten ab. Rohmilch würde er auch als das reine Gift betrachten, da sie das von ihm als Krebsauslöser besonders untersuchte Casein enthält.

    Viele Grüße
    Hauke

    • Julia meint

      Danke Hauke, für Deine kollegiale Anerkennung :-)
      Zu Dr. T Colin Campell: Er empfiehlt zwar keine Hühnerbrühe, schreibt aber: „Wenn eine schmackhafte Gemüsesuppe mit Hühnerbrühe gemacht ist oder wenn ein herzhafter Laib Brot eine kleine Menge Ei enthält, machen Sie sich keine Gedanken. […] Diese Mengen sind höchstwahrscheinlich ernährungstechnisch vernachlässigbar.“(S. 242, 244)
      Viele Grüße zurück
      Julia

  6. Agnes meint

    Wie kann man die empfohlenen Lebensmittel, die man täglich zu sich nehmen soll, am besten in den Alltag integrieren?

    LG

  7. Petra meint

    Hallo, danke für Deinen Klasse Artikel. Ich bin ebenfalls betroffen von Brustkrebs und da mein Studienabschluss noch nicht so lange her ist hab ich erst mal wie wild recherchiert. Dann genau wie Du die Ernährung komplett “ veganisiert“. Aber zusätzlich alles Bio, denn ich überzeugt auch durch die genehmigen Gifte in den gespritzten Gemüsen wird Krebs nicht geheilt.. Als nächstes auf Zucker + Alkohol+ Weizen komplett verzichtet! Dann weitere Methoden wie jeden Tag eine Std spazieren ( shirin-yoku wie die Japaner sagen „in Waldluft baden“) meditierten, minimalisiere meine Arbeitszeit u Ausgaben. Alles während der Chemotherapie überrings..
    Aktuell.( 5 Mon nach d Diagnose) : Mein Tumor, am Anfang fast 5 cm ist nicht mehr erkennbar beim Ultraschall u MRT. Yeah!!!!

  8. Ines meint

    Hallo und danke für den motivierenden Artikel! Meine Mama ist an Magenkrebs erkrankt und ich recherchiere was man (neben der Schulmedizin) alles für sich tun kann. Ich bin Vegetarierin, aber auf dem Weg zur veganen Ernährung. Meine Mama hat sofort umgestellt und wir hoffen damit zuträglich zu „handeln“.
    Jetzt gilt es hoffen und Daumen drücken.

    Viele Grüße
    Ines

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