Lederindustrie in Bangladesch – Albtraum für Tier und Mensch

Print Friendly

Leder ist bei uns viel verwendetes Material für Schuhe, Kleidung, Taschen und Accessoires. Woher die Haut des einstigen Lebewesens allerdings kommt, kann kaum nachvollzogen werden. Bangladesch ist einer der größten Zulieferer der westlichen Industrie. Gequälte Tiere und leidende Menschen sind unmittelbar damit verbunden.

Die Lederindustrie als Wurzel großer Leiden

Laut der Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen wurden im Jahr 2013 rund 1 Milliarde Tiere für die globale Lederproduktion geschlachtet. Alleine in Bangladesch werden jährlich mehr als 2 Millionen ausgemergelte Rinder hierzu getötet. Während in Europa Konsumenten bereits häufiger nach der Herkunft der Fleischprodukte fragen, liegen die Produktionsmechanismen von Leder im Dunkeln. Malträtierte Lebewesen werden unter schrecklichen Bedingungen gehalten, transportiert und getötet. Neben den hilflosen Tieren leiden ebenso unzählige Menschen, die unter toxischen Arbeitsbedingungen das „Rohmaterial“ für unsere billigen Lederprodukte herstellen.

Der traurige Weg des Leders

Das meiste in Europa verarbeitete Leder stammt von Kuh- und Kalbshäuten. Aber auch die Häute von Pferden, Ziegen, Schweinen und vielen anderen Lebewesen, darunter Katzen sowie Hunde, finden den Weg in die Gerbereien. Staatliche Kontrollen hierzu gibt es kaum. Somit ist eine detaillierte Auszeichnung der Endprodukte gar nicht möglich. Bei welchem Label das Leder schließlich landet ist unmöglich nachvollziehbar. Bangladesch bzw. die asiatischen Länder haben im Unterschied zu Europa kaum Vorschriften betreffend Tier- sowie Arbeitsschutz. In den vollen Schlachthäusern werden die meisten Lebewesen ohne Betäubung aufgehängt und getötet. Manchmal sogar bei vollem Bewusstsein enthäutet. Nicht nur Tiere müssen für Lederprodukte leiden. Tausende Arbeiter/innen (darunter viele Kinder) sind durch wirtschaftliche Gier gezwungen, unter widerlichen Bedingungen ihre Arbeit zu verrichten.

Die giftige Arbeit in den Gerbereien

Anfang des 20. Jahrhunderts war die pflanzliche Gerbung mittels Tannine aus Blättern, Rinder und Hölzern die üblichste Form. Heute wird die Tierhaut fast ausschließlich mit hochgiftigen Chemikalien behandelt. Salze, Formaldehyd, Chrom, Teer und sogar Blausäure gehören zum „Standard“. Diese sind im direkten Kontakt extrem schädlich bis letal. Ebenso die sachgerechte Entsorgung der Stoffe ist alles Andere als einfach. In Europa selbst gibt es deshalb vergleichsweise nur mehr wenige Gerbereien. Arbeiter in Bangladesch müssen in den Fabriken ohne jegliche Schutzausrüstung mit den giftigen Stoffen hantieren. Ungeschützt stehen sie oftmals barfuß in den krebserregenden Flüssigkeiten um mit bloßen Händen die abgezogene Tierhaut mittels der Chemikalien zu behandeln. Kein Wunder also, dass die durchschnittliche Lebenserwartung unter 50 liegt.

Wohin mit dem chemischen Abfall?

Was passiert eigentlich nun mit den giftigen Abfallstoffen? Sachgerechte Entsorgung lässt sich wohl nicht auf Bengali übersetzten. Meistens landet alles gemeinsam im normalen Abwasserkanal bzw. nahegelegenen Fluss. Somit erkranken viele Menschen und Tiere rund um das Einzugsgebiet der Gerbereien an den Giftstoffen. Es ist sogar möglich, dass Rückstände in Produkten nachweisbar sind, die bei uns verkauft werden.

Es gibt unzählige vegane Alternativen

Grundsätzlich ist es egal, woher das Leder kommt. In Bangladesch, Asien, Amerika und Europa verursacht die Produktion großes Leid, Schmerzen und Krankheiten. Denkt man nur kurz über seine eigenen Handlungen nach, kann jeder von uns einen Beitrag zur Minderung von Tier- und Menschenleiden leisten. In den westlichen Ländern ist es kein Problem mehr, auf Lederprodukte zu verzichten. Für alles gibt es genügend Alternativen. Man muss nur die eigenen Augen öffnen um aus der eigenen Komfortzone auszubrechen.

Hier findet ihr eine kleine Auswahl an Ideen, wo ihr euch über vegane Produkte informieren könnt:

xc45jjk1

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *