Ein Lesungs-Abend mit Marsili Cronberg

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Marsili Cronberg Lesung

In einer weiteren Veranstaltung aus der Vortragsreihe Umweltbildung präsentierte Jan-Malte Schui vom Jib der Stadt Münster den veganen Autor Marsili Cronberg, der u. a. bekannt wurde durch sein Buch „Wie ich verlernte Tiere zu essen“.

Marsili Cronberg Lesung wie in Omas Wohnzimmer

Für diesen Abend war die Bühne im Gleis22 wie Omas Wohnzimmer hergerichtet worden und so durfte Marsili Cronberg in einem urigen alten Lehnsessel Platz nehmen. Eine Stehlampe, ein Tischchen, eine Blume und ein Bild dazu – und fertig war das „Wohnzimmer“. Fast hatte man den Eindruck, man sei in einer Märchenstunde gelandet.

So gut habe er noch nie gesessen, sagte Marsili Cronberg, als er es sich in dem Sessel niederließ. Bevor er mit der Lesung begann, erzählte der Autor ein wenig über sich und seinen Werdegang. Vor ca. drei Jahren sei er vegan geworden, nachdem er sich zuvor 17 Jahre vegetarisch ernährt habe.

Als er die vegane Lebensweise für sich entdeckte, begann er auch darüber zu schreiben. Sein erster Text sei ebenfalls vor drei Jahren entstanden mit dem Titel „Veganer sind auch nur Menschen“ und sei im Kölner Stadtanzeiger abgedruckt worden.

Veröffentlicht habe er bisher vier Bücher und viele weitere Texte, vieles davon sei zu lesen in seinem Blog auf marsili-cronberg.de. Auch seine Kolumne in der Zeitschrift „Kochen ohne Knochen“ sowie die Interviewreihe „MiViZ“ seien in seinem Blog zu finden.

Während der rund zweistündigen Veranstaltung las der Autor verschiedene Kapitel aus seinen Büchern und andere Texte in einer bunten Mischung ohne bestimmte Reihenfolge vor. Auf besonderen Wunsch des Organisators Jan-Malte Schui begann er mit einem Text, den er „Und die Kuh macht MUH“ nannte. Der nur schummrig ausgeleuchtete Raum war gut gefüllt und die Besucher lauschten gebannt der wohlklingenden Stimme Cronbergs.

Zwischendurch berichtete Marsili Cronberg von einer Nachrichtenmeldung des Tages: der internationale Gerichtshof habe ein Walfangverbot für Japan verhängt. Er leitete zu Paul Watson über, der sich seit vielen Jahren mit Sea Shepherd auch für den Schutz von Walen einsetze und den er einmal bei einer Demo in Berlin im Mai 2012 getroffen habe.

Sein nächster Text handelte von Paul Watson und u. a. floss ein Zitat aus einer Rede, die Watson an diesem Tag hielt, ein. Diese Worte finde ich sehr treffend und beeindruckend, so dass ich sie hier wiedergeben möchte:

Wir leben auf einem Raumschiff. Es treibt durch den Kosmos mit allem was darauf lebt. Und wie jedes Raumschiff braucht auch unsere Erde eine Crew. Doch nicht wir sind die Crew, wir sind nur die Passagiere. Wir dürfen eine großartige Zeit haben und uns hier gut unterhalten. Die Crew dagegen ist die uns umgebende Natur. Es sind die Fische, die Bäume, die Pflanzen und alle Kreaturen, von denen wir Menschen abhängig sind. Und wir dürfen die Crew nicht töten, wenn wir überleben wollen. In den USA bin ich einmal kritisiert worden, weil ich sagte: „Würmer sind wichtiger als Menschen“. Mir wurde entgegnet: „Wie kannst du nur so einen Quatsch reden, Würmer wären wichtiger als Menschen.“ Und meine Antwort war: „Weil Würmer wichtiger als Menschen sind. Der Grund ist der: Würmer können auf der Erde leben ohne Menschen. Die Menschen können aber nicht ohne die Würmer leben. Wir brauchen Würmer, sie brauchen uns nicht. Wir brauchen Fische, sie brauchen uns nicht. Wir brauchen Bäume, sie brauchen uns nicht. Wir brauchen die Natur, um zu überleben. Die Natur braucht uns nicht für ihr Überleben. Wir müssen die Crew beschützen auf dem Raumschiff Erde.

Eine gelungene Lesung mit Marsili Cronberg

Nach der Lesung blieb noch Zeit für Fragen der Zuhörer und auch anschließend blieb Marsili Cronberg noch eine Weile im Gleis, so dass noch Bücher erworben und Gespräche geführt werden konnten.

Abschließend ist noch zu erwähnen, dass das Kochteam auch an diesem Abend wieder köstliches veganes Fingerfood gezaubert hat, das für kleines Geld zur Verfügung gestellt wurde.

Danke an Marsili Cronberg und danke an Jan-Malte Schui und sein Team für einen wieder sehr gelungenen Montagabend im Gleis22!

Anmerkung: Dieser Bericht stammt von Birgit Schulze vom Tierrechtstreff Münster

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