LYY-LUCKYNELLY – Vegane Designer-Handtaschen aus außergewöhnlichen Materialien

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LYY-Luckynelly
Durch die Liebe zu ihren 4-Beinigen Gefährten Hund Nelly und Kaninchen Lucky – welche dem Label den Namen „LYY-LUCKYNELLY” geben – hat sich die diplomierte Modedesignerin und gebürtige Münsteranerin Christine Rochlitz dazu entschlossen für ihre Taschen- und Accessoires-Kollektionen auf tierische Bestandteile zu verzichten. Sie gründete ihr ökologisch und nachhaltiges Label LYY-LUCKYNELLY 2012 in Berlin. Ihre Produkte tragen das „PETA Vegan Approved Logo“.

Die Internet-Material-Stalkerin, wie sie sich selber nennt, hat die verschiedensten Materialien getestet und verwendet nur die, die ihrem hohen Qualitätsanspruch gerecht werden. Zum Einsatz kommen u.a. echtes nähbares Holz,  nähbarer Schieferstein und flexible Keramik für Schmuck. Christine möchte die Menschen durch ihre Mode auf das Tierleid aufmerksam machen, welches durch „Bestandteile tierischen Ursprungs“ (an unseren Mitlebewesen) verursacht wird.

Für uns hat sich Christine heute ein wenig Zeit genommen, um mit mir über LYY-LUCKYNELLY zu quasseln.

Christine von LYY-LUCKYNELLY im Interview

Sabine: Hallo Christine! Vielen Dank, dass du dir Zeit für uns nimmst. Ende des letzten Jahres hat bei dir die  VOGUE UK „geklingelt“ und wollte über dich und deine Kollektion berichten. Das muss doch wahnsinnig aufregend für dich gewesen sein. Wie ist der Artikel geworden? Wie ging es danach weiter und was kam dann mit der ELLE UK???

Christine: Hallo Sabine! Ich danke Euch auch dafür, dass Ihr von mir und meinem veganen Label berichten wollt. Ja, dass sich die britische Vogue bei mir gemeldet hat, war schon echt umwerfend!!! Einen großen Bericht gibt es leider (noch) nicht. Mein Designer Profil wird vorgestellt, und zwar in der Februar, März und Juni 2016 Ausgabe der VOGUE UK. Und nachdem die Februar Vogue raus war, hat mir die ELLE UK geschrieben und stellt mich nun auch in der April Ausgabe als neue Designerin vor. Darüber freue ich mich natürlich wahnsinnig, denn bessere Werbung, als in der Vogue und Elle präsentiert zu werden, geht nicht. Zudem finde ich es wirklich klasse, dass sich diese großartigen Magazine jetzt auch für vegane Designer interessieren.

LYY-LUCKYNELLY setzt auf Kork

Sabine: Erzähl uns von deinen Produkten! Woher kommen deine Rohstoffe? Wo werden diese angebaut und wie „geerntet“? Achtest du auf faire (Arbeits-)Bedingungen in allen Teilen deiner Produktionskette?

Christine: Mein Hauptmaterial ist Kork, das ich mit verschiedenen Materialien, wie z. B. PU Fake Leder, kombiniere. Wer Kork als „Stoff“ noch nicht kennt, sollte sich das unbedingt mal ansehen und es anfassen. Es sieht aus wie Leder, es kann variabel bedruckt, gefärbt und gestanzt werden und fühlt sich ganz weich und warm an, irgendwie auch wie Leder. Und, es ist eben vegan, also aus der Rinde der Korkeiche gemacht. Zudem hat Kork ganz viele tolle Eigenschaften, wie, es ist recyclebar, also ökologisch und nachhaltig, es ist anti-asthmatisch und anti-allergisch, (weshalb ich auch dem nächst Zubehör wie Leinen und Halsbänder für Hunde und Katzen anbieten werde), schmutz- und wasserabweisend, da das im Kork enthaltenen Suberin wie eine Selbstimprägnierung ist. Ein sehr großer Vorteil ist auch, dass Kork wahnsinnig leicht ist, und dadurch meine Taschen eben auch. Korkeichen wachsen in Europa und bieten fast ausgestorbenen Tierarten Schutz und ein zu Hause . Die Bäume werden auch nicht gefällt, sonder nur „geschält“, dann müssen sie einige Jahre neue Rinde aufbauen, die dann wieder abgeschält werden kann. Für mich ist es einfach eines der besten Materialien der Welt.

Meine Produkte werden in einer 100% veganen Manufaktur in Mailand gefertigt, nach meinem Design. Ich wollte meine Sachen eigentlich unbedingt in Deutschland produzieren lassen. Das hat aber leider aufgrund der Preise und auch der Qualität nicht funktioniert. Die Produktionskosten in Italien sind zwar auch sehr hoch, aber dadurch schaffe ich absolut faire Arbeitsbedingungen. Beim Material achte ich auch darauf, dass es zum allergrößten Teil aus Europa stammt.

Sabine: Wichtig ist für mich z. B. auch die Langlebigkeit der Produkte, die ich kaufe. Wie sieht es da mit deinen Taschen aus? Wie robust sind diese?

Christine: Ich denke, dass meine Produkte so langlebig sind wie andere Taschen und Accessoires auch, da ich meine Sachen selbst seit einigen Jahren trage.

Sabine: Nutzt du auch recycelte Rohstoffe wie z. B. alte PET-Flaschen?

Christine: Das finde ich auch sehr spannend! Recycling ist immer toll, da es das Nachhaltigste ist, was es gibt. In meiner aktuellen Kollektion habe ich das zwar gerade nicht, sondern ein PU Fake Leder, da ich ein Material gesucht hatte, dass möglichst wie echtes Kroko Leder aussieht, um auch ein bisschen damit zu provozieren. Es ist sooo schlimm, dass zur Zeit echtes Schlangenleder und Leder von anderen exotischen Tieren, wieder so gefragt ist. Was aber kaum jemand weiß, der sich eine, dazu auch noch unglaublich teure, (mehrere Tausend Euro!!!) Tasche aus eben solchem Leder kauft, ist, dass die Tiere dafür lebendig gehäutet werden und diejenigen, die dieses Schreckliche tun, daran sogar nur einige Euro verdienen.

Sabine: Wer trägt deine Taschen und Accessoires (Altersgruppe)? Das Preissegment ist ein gehobenes. Würdest du mir erklären, wie sich das „rechtfertigt“?

Christine: Ich denke, meine Zielgruppe ist variabel, da es in meinen Kollektionen ein Modell in verschiedenen Ausführungen gibt. In der letzten Sommer Kollektion hatte ich ein irisierendes Material mit schwarzem oder weißem Kork zusammen gebracht, da ich etwas ganz Auffälliges haben wollte. Damit spreche ich mehr die etwas jüngeren Damen an. Dazu gibt es die gleichen Modelle aber auch in Naturkork Farben, wie Schlangenleder geprägt, zusammen mit goldenem Kork, was auch etwas reifere Damen anspricht, da es klassischer ist.

Es stimmt, meine Produkte sind schon teuer, dafür verwende ich aber auch die ausgefallensten Werkstoffe, wie Holz und Schiefer. Die Preise ergeben sich aus den bereits genannten Gründen. Die Material- und Arbeitskosten sind in Deutschland bzw. Italien einfach höher, als wenn ich meine Produkte in China herstellen lassen würde. Deshalb sind die Preise auch gerechtfertigt.

Sabine: Deine verwendeten Materialien sind ja ziemlich außergewöhnlich. Ich finde die Idee nähbares Holz und nähbaren Schieferstein als Taschenmaterial zu verwenden ziemlich abgefahren (toll). Werden die Taschen dadurch nicht besonders schwer? Hahaha, mir fällt jetzt spontan die stylische Betty Geröllheimer von der Familie Feuerstein ein!

Christine: Lach… :) Nein, da das nähbare Holz und der nähbare Schiefer nur ein ganz dünnes Furnier ist, aufgebracht auf Textil oder PU. Dadurch wird es auch so flexibel und ist leicht. Mein „neues“ nähbares Holz, das ich für meine nächste Kollektion verwenden werde, ist ganz fein gelasert, also eingeschnitten. Dadurch wird es so elastisch, dass man sogar Kleidung daraus nähen kann. Vielleicht mache ich das auch demnächst.

Die LYY-LUCKYNELLY-Kollektion wird wachsen

Sabine: Wirst du deine Kollektion in Zukunft noch erweitern? Wird es vielleicht auch Schuhe aus deinen Materialien geben?

Christine: Ja, das ist in Planung!!!!

Sabine: Die Berlin Alternative Fashion Week 2016 startet wieder vom 16.-19. März 2016. Wirst du dort auch vertreten sein? Musst du dich darauf vorbereiten?

Christine: Ja, darauf freue ich mich schon sehr, da ich dieses mal mit meinem Stand auf dem Designer Markt am 19.03. von einem ganz tollen Team unterstützt werde. Beim letzten Mal war ich ja auch schon dabei und es hat viel Spaß gemacht, dabei gewesen zu sein.

Sabine: Liebe Christine, alles Gute und viel Erfolg mit LYY-LUCKYNELLY! Vielleicht sehen wir uns ja mal in Münster. :)

Christine: Ja, das wäre schön!!! …oder mal in Berlin 😉 Vielen Dank für Eure Zeit und das nette Gespräch!

Kommentare

  1. meint

    Schön zu lesen, dass in der Zwischenzeit auch Designer und Modelabels hierzulande anfangen auf das nachhaltige Material Kork für Mode & Fashion Produkte zu setzen!

    In Portugal ist Korkstoff oder Korkleser als Material für Modeprodukte schon länger ein gängiges Thema, auch wenn dort zugegebenermaßen der ökologische und nachhaltige sowie vegane Aspekt weniger der Treiber ist, als mehr die Tradition und natürlich die Gewohnheit. Kork und Korkprodukte sind dort etwas völlig normales.

    Mehr über Kork, seine Herkunft, Produktion, Eigenschaften und Nachhaltigkeit des Materials findet man auch hier: https://www.korkallee.de/korkleder-korkstoff

    Liebe Grüße,

    Thomas

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