Mahnwache in Graz – 170 tote Tiere klagen die Gesellschaft an

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Mahnwache in Graz

Tiere gelten in unsere Gesellschaft nicht als einzelne Individuen, sondern werden als „Sache“ deklariert. Dabei wird deren Wert nur daran gemessen, welcher wirtschaftliche Ertrag sich mit ihnen erzielen lässt. Die Bedürfnisse, ja sogar die Schmerzen der Tiere bleiben hier vollständig unbeachtet. Um auf diese Zustände aufmerksam zu machen, versammelten sich am Samstag um 12.00 Uhr in der Grazer Herrengasse 170 Menschen zu einer 60-minütigen Mahnwache, um auf jene furchtbaren Zustände aufmerksam zu machen, die Tag täglich hinter verschlossenen Türen „Normalität“ sind.

Mahnwache in Graz – Berührende Stille in der Altstadt

170 Menschen hatten sich Samstagmittag zur der Tierrechts-Veranstaltung in der Herrengassen in Graz versammelt, um gemeinsam den unzähligen getöteten Tieren zu gedenken. 170 Menschen, die eine ganze Stunde lange schweigend ein totes Lebewesen in den Armen hielten und auf einem Fleck verharrten. 26 Ferkel, 20 Legehühner, 20 Masthühner, 6 Truthühner, 24 Eintagsküken sowie Kaninchen, Rehe und Hasen (Zahlen aus: www.vgt.at). Sie standen symbolisch für all jene, die jeden Tag für unseren Hunger, Schönheit und Gier ihr Leben lassen müssen.

Zwischen Betroffenheit und Ablehnung

Die 60 Minuten der Mahnwache waren von den unterschiedlichsten Reaktionen der vorbeigehenden Menschen geprägt. Viele blieben stehen, waren zu Tränen gerührt oder zeigten Betroffenheit. Manche beschrieben die 170 Menschen einfach als Spinner und eilten hastig weiter.

Für mich selbst war es eine äußerst ergreifende Stunde, wobei ich nur sehr schwer mit Worten das Erlebte beschreiben kann. Da es für mich die erste Mahnwache in dieser Form war, wusste ich nicht so ganz, was mich erwarten würde. Bis es um Punkt 12.00 Uhr wirklich los ging, wurde zwischen den Teilnehmern angeregt diskutiert, Erfahrungen ausgetauscht und neue Bekanntschaften geschlossen. Als wir schließlich alle entlang der Herrengasse in Graz Aufstellung nahmen, machte sich sehr rasch tiefe Stille breit. In weiße Overalls und schwarze T-Shirts vom VGT gekleidet hielt jeder Teilnehmer „sein“ Tier in den Armen. Langsam schien sich die Umgebung um mich herum langsam aufzulösen. Vor allem aus ethischer Überzeugung lebe ich nun schon seit etwa 3 Jahren vegan. Den Grund nun real in den eigenen Händen zu halten bestärke meine eigene Überzeugung, war aber auch schockierend zugleich. Plötzlich sah ich mich damit unmittelbar konfrontiert, was ich selbst für lange Zeit unterstützt habe und was noch immer gewöhnlicher Alltag in unserer Gesellschaft ist. So konnte ich in diesen 60 Minuten dieser anklagenden Tierschutz-Aktion nicht nur für meine eigene Überzeugung eintreten, sondern durfte auch tiefer in mich selbst blicken.

Verein gegen Tierfabriken (VGT)

Organisiert wurde der Event vom Verein gegen Tierfabriken. Dieser unabhängige Verein setzt sich seit vielen Jahren tatkräftig für die Tierrechte in unserer Gesellschaft ein um eine nachhaltige Verbesserung der tierquälenden Massentierhaltung, Tierschutz sowie Mitgefühl zu erwirken.

Weitere Infos: www.vgt.at

Bildarchiv zur Veranstaltung: http://www.vgt.at/tierrechte-jetzt/graz2014.php
Copyright Bildmaterial VGT

Kommentare

  1. Susanne Franke meint

    Die Opfer aus der Unsichtbarkeit der Anonymität holen. Letzte Ehre, Gedenken, Trauer für die Vergessenen, die Versteckten, die Verheimlichten.

    Diese Aktionen treffen mitten ins Herz. Danke Euch allen dafür!

  2. Sol meint

    Eine große Geste, unseren tierischen Freunden in Respekt und Würde zu gedenken!
    Vielen Dank an Dich und an alle, die den Mut hatten, diese emotional sensible Anspannung 1 Std. lang zu tragen.
    Eine Aktion in unserer Stadt würde auch ich unterstützen.
    LG Sol

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