Martinstag vegan verbringen – Wie der Feiertag auch ohne Tierleid möglich ist

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Jedes Jahr am 11. November wird in Österreich und Deutschland der traditionelle Martinstag gefeiert. Traditionell steht dabei die Martinigans auf dem Speiseplan tausender Haushalte. Was für viele Familien großen Spaß bedeutet, bereitet vielen Tieren gleichzeitig großes Leid. Doch auch vegan lässt sich der Martinstag mit viel Genuss und Freude verbringen.

Der Brauchtum des Martinstag

Am 11. November ist Martinstag. Es ist das kirchliche Fest des heiligen Martin von Tours. In Mitteleuropa ist er stark mit den unterschiedlichsten Bräuchen verknüpft. Umzüge, Gesänge und gemeinsame Mahlzeiten stehen ganz oben auf der Agenda vieler Menschen. Warum sich gerade das Verspeisen einer Gans eingebürgert hat ist, ist geschichtlich nicht ganz eindeutig. Eine Theorie besagt, dass Gänse den Bischof bei seiner Predigt gestört hatten und als Strafe daraufhin geschlachtet wurden. Ebenso galt die Gans als „Währung“ der armen Leute, wodurch sich auch eine Verknüpfung zur heutigen Tradition herstellen lässt. Bleibt die Frage offen, ob dieses Brauchtum in unserer modernen Zeit ethisch noch vertretbar ist oder ob es vegane Alternativen gibt.

Über die fragwürdige Herkunft der Gänse

Eigentlich esse ich nur sehr wenig Fleisch. Und wenn, dann aus artgerechter Haltung und vom Bauern nebenan. Wie oft habe ich das schon hören müssen. Auch, als ich mich mit einigen Menschen darüber unterhalten habe, woher sie die Martinsgans beziehen. Leider wird der „Bauer von nebenan“ kaum in der Lage sein, die erforderlichen Mengen an Gänse für das gesamte Österreich und Deutschland zu züchten. Viele wissen dabei nicht, dass rund 80% des verzehrten Gänsefleisches aus dem Ausland stammt, zum Großteil aus Frankreich, Ungarn und Polen. In diesen Ländern gibt es nur unzureichende Vorschriften zu Haltungsmethoden, Mast sowie Lebendrupf. So werden die Tiere meist in großen Gruppen auf engstem Raum, manchmal sogar in Käfigen, gehalten. Um ein schnelles Wachstum zu fördern kommen Kunstlicht, Kraftfutter und Antibiotika zum Einsatz. Zwar setzen sich Organisationen wie Vier Pfoten oder der Tierschutzverein Tasso vehement für eine Verbesserung ein, jedoch besteht auf EU-Ebene noch dringender Handlungsbedarf.

Foie Gras – Luxuriöses Tierleid

Gourmets geben viel Geld für die Stopfleber aus. Auch dieses Luxusprodukt landet am 11. November am Teller vieler Menschen. Um die Leber der Tiere entsprechend wachsen zu lassen, wird den Gänsen bis zu 3 Mal täglich ein Metallrohr in den Hals gesteckt und in 2-3 Sekunden ein energiereicher Futterbrei aus Fett, Mais und Getreide verabreicht. Diese Qual dauert rund 21 Tage. In diese Zeit vergrößert sich die Leber auf über 50% der Normalgröße. Viele Menschen wissen dabei nicht, dass das am Martinstag verzehrte Gänsefleisch auch von Tieren aus Stopfleberproduktion stammt. In Österreich ist diese Zucht verboten, jedoch noch nicht in der gesamten EU.

Vegane Alternativen zur traditionellen Martinigans

Das es ethisch bessere Alternativen zu Fleisch oder Gans gibt, beweist die vegane Lebensweise. Ein leckeres Rezept für einen tierfreundlichen Gänsebraten gibt es zum Beispiel von PETA.

Zutaten:

  • 2,7 kg fester Tofu
  • Maisbrot-Füllung
  • 250g kleingeschnittene Zwiebel
  • 250g kleingeschnittener Sellerie
  • 1 EL Sesamöl
  • 1/2 TL Salbei
  • 1/2 TL Thymian
  • 1 TL Petersilie
  • Salz und Pfeffer
  • 750g in Würfel geschnittenes Weizen-Vollkornbrot
  • 500g in Würfel geschnittenes Maisbrot
  • 100 ml Gemüsebrühe
  • ggf. 250 g Walnüsse

Zum Bestreichen:

  • 100 ml Sesamöl
  • 4 Eßl. Sojasauce

Zubereitung:

  1. Den Tofu eine Stunde vor der Zubereitung zerquetschen und in einen Seiher in ein dünnes Tuch oder ein sauberes Geschirrtuch packen. Den Seiher auf eine große Schüssel stellen, um die Flüssigkeit aufzufangen. Nun einen schweren Gegenstand auf den Tofu geben, um ihn zu pressen.
  2. Für die Füllung die Zwiebel und den Sellerie im Sesamöl schmoren. Die Gewürze mit den Brotwürfeln mischen. Alles zusammengeben und mit genügend Gemüsebrühe zu einer Masse verbinden. Ggf. noch Nüsse hinzufügen.
  3. Den Backofen auf 200°C / Gas 6 vorheizen.
  4. Den abgetropften Tofu nun mit den Händen so formen, dass ein Hohlraum in der Mitte entsteht. Die Füllung dort hineingeben und festdrücken. Den Tofu nun auf ein gefettetes Backblech geben, dabei das Tuch entfernen. Den Tofu mit 3/4 der Sojasauce-Sesamöl-Mischung bestreichen, mit Folie abdecken und 1 Std. backen. Dann die Folie entfernen, mit der übrigen Flüssigkeit bestreichen und wieder in den Ofen geben. Ohne Abdeckung noch einmal 20 Minuten backen, bis der „Gänsebraten“ goldbraun ist. Auf einer Servierplatte anrichten und mit veganer Soße servieren.

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