Ist Milch ein ethisch vertretbares Produkt? Kinderfilm antwortet mit klarem Nein.

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Milch ethisch vertretbar?

Ich kaufte mir (für den Preis von 5€ zzgl. Versandkosten 1,45€) vor knapp zwei Wochen bei der „Werkstatt Zukunft“ den Film Mattis & die Milch. Als mich dieser erreichte, war ich ziemlich gespannt, inwieweit das Thema „Milchproduktion“ für Kinder und Erwachsene aufbereitet sein würde.

Nun hat man als Mutter ja grundsätzlich wenig Zeit, vor allem für‘s DVD schauen. So schmiss ich mir den Film kurz in den DVD-Player um danach eine kurze Rezension zu schreiben.
Allerdings wurde mir schnell klar, dass bei dieser liebevoll gestalteten DVD „mal eben kurz“ nicht angebracht war. Somit legte ich diese erst einmal auf Eis, um sie heute mit voller Aufmerksamkeit sehen und besprechen zu können.

Es geht um Mattis, den Sohn einer ehemaligen „Milch-Kuh“, die ihr Kälbchen auf Hof Butenland zur Welt bringen darf. Mattis wird nicht, wie es für „Milch-Kühe“ normal ist, von seiner Mama getrennt, sondern darf in einer Kuh-Herde mit seiner Mama aufwachsen.

Dieser kleine Mattis stellt seiner Freundin Gisela, der ältesten Kuh der Herde, viele Fragen rund um das Leben einer Kuh. „Warum gibt eine Kuh Milch?“, „Weshalb halten Menschen Kühe?“ usw. Sein kindliches, sorgenfreies Gemüt führt den Zuschauer ohne „erhobenen Zeigefinger“ aber mit viel Gefühl und Anteilnahme an das traurige, vom Menschen herbeigeführte, Leben der sogenannten Nutztiere, durch den Hauptfilm.

Seine Verwunderung über die Diskrepanz der Kuh, als fühlendes Lebewesen und Degradierung zur lebenden Melkmaschine macht ihn umso liebenswerter und das Thema noch anschaulicher. Mehr ins Detail gehende Infos möchte ich allerdings nicht preisgeben. Der Film soll schließlich direkt auf www.werkstatt-zukunft.eu käuflich erworben werden.

Die Idee den Film als Arbeitsmaterial an Schulen zu zeigen, finde ich sehr unterstützenswert. Eine Aufklärung der Kinder über den Umgang mit fühlenden Lebewesen sollte meines Erachtens erst in der Familie und spätestens in der Schule stattfinden.

Umfangreiches und interessantes Gesamt-Paket

Milch ist ethisch nicht vertretbar - dieser Film klärt Kinder aufNeben dem Hauptfilm umfasst die DVD noch 5 Kurzfilme, die eindrucksvoll und für Kinder aufbereitet das Thema rund um die Milchproduktion wiedergeben. Des Weiteren liegt als Arbeitsmaterial ein Fragenkatalog, Ausmal-und Erarbeitungsbilder sowie Hintergrundinformationen auf der DVD bereit. Übrigens: 2 Euro von jedem verkauften Exemplar des Films gehen an die Tierschutzstiftung Hof Butenland.

Mit aller nötigen Eindringlichkeit geht der Film allerdings auch auf die Missstände und fehlenden Gesetzesvorgaben in Milchbetrieben ein. Der Kurzfilm: „Alle reden von der Milch. Wir reden von der Kuh.“ welcher ab 12 Jahren empfohlen wird, zeigt einmal mehr deutlich, dass „Nutztiere“ Lebewesen sind, die denken können, Freude und Zuneigung sowie Schmerz empfinden.

Sehenswerter Kinderfilm, der über die unhaltbaren Zustände in der Milchproduktion aufklärt

Die Herausgeber „Werkstatt Zukunft“, Sophie Greger und Regina Kowalzick liefern mit ihrem Film „Mattis & die Milch“ wichtige, kindgerechte Einblicke hinter die Kulissen der deutschen Milchindustrie. Ein Aufklärungsfilm, der vielleicht auch dem einen oder anderen Erwachsenen wenigstens ein Auge öffnen könnte.

Anmerkung: Aus meiner Sicht leistet der Film einen sehr guten Beitrag, um Verbesserungen der Lebens- und Haltunsbedingungen von „Milch-Kühen“ anzustoßen. Ich sehe dies aber ausschließlich als einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur gänzlichen Abschaffung der Ausbeutung von nichtmenschlichen Tieren. Für mich stellt eine ledigliche Verbesserung der Lebens- und Haltungsbedingungen von so bezeichneten „Nutztieren“ keine endgültige Option dar. Für den Weg dahin ist „Mattis & die Milch“ wichtig und hat einen hohen Aufklärungswert.

Kommentare

  1. Volker Freiesleben meint

    Der Begriff „Nutztiere“ ist perfide. Menschen sind aus der Sicht der Umweltverträglichkeit und Sozialverträglichkeit „Nichtsnutztiere“ !

    Wenn Kühe frei und naturgemäß leben (Biomilch ?), ist dann minimaler Milchkonsum nur für Kaffee verantwortbar ?
    Ich werde mir wohl besser Kaffee-Weißer besorgen.

    Volker Freiesleben

  2. meint

    Ich selbst bin „nur“ Vegetarier, aber ich sehe das Problem generell in der falschen, industriegetriebenen Kultur unserer gesellschaftlichen Systeme, die suggerieren, das Alle, Alles haben könnten und vor allem müssten. Und so wird ungesunde Ernährung gefördert durch Massenproduktion und niedrigste Preise, höhere Preise würden automatisch zu einer Verbesserung führen. Bessere Lebensbedingungen, bessere Ernährung und der Mensch irgendwann wieder in einem funktionierenden Ökosystem in einer Balance mit seiner Umwelt ohne Raubbau, sich seiner selbst bewußt als spirituelles Wesen.
    Aber es werden immer mehr, die erwachen und sich bewußt diesem System entziehen. Und genau deswegen wird das System in seiner jetzigen Form irgendwann kollabieren.

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