Milchprodukte verlieren – Empfohlene Menge in englischer Ernährungsempfehlung fast halbiert

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In Deutschland wird der tägliche Bedarf an Lebensmitteln häufig mittels einer Ernährungspyramide dargestellt. Großer Wert wird dabei auf eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung gelegt. In England ist das System ähnlich, lediglich die Visualisierung ist eine andere. Durch die Verwendung eines Tortendiagramms lässt sich dort jedoch die prozentuale Verteilung recht gut ablesen – was in der aktuellen Version des Eatwell Guides, der von der Institution Public Health England veröffentlicht wird, zu einem überraschenden aber sehr begrüßenswerten Ergebnis führt: Die täglich empfohlene Menge an Milchprodukten wurde von 15% auf 8% gesenkt. Zusätzlich wurden Soja-Drinks als Alternative mit aufgenommen.

Milchindustrie reagiert mit Propaganda für Milchprodukte

Die Milchindustrie hat auf die Ernährungsempfehlung mit einer eigenen Propaganda-Kampagne reagiert und legt den Konsumenten ihr „3 pro Tag“-Programm nahe. Ihrer Ansicht nach seien täglich drei Portionen Milchprodukte besonders gesund. Während die offizielle Empfehlung des Landes hinsichtlich des Milchkonsums einen begrüßenswerten Schritt in die richtige Richtung gegangen ist, gibt es bei anderen Punkten noch Optimierungsbedarf. So wurden die Ernährungsempfehlungen für Eier und Fleisch nicht reduziert. Immerhin finden pflanzliche Eiweißquellen wie Linsen und Erbsen Berücksichtigung.

In den USA führten Ernährungsrichtlinien zu einem Rechtsstreit

Eine Interessensgemeinschaft veganer Ärzte hat in den USA gegen das Komitee geklagt, das hinter den US Dietary Guidelines steht. Nach Ansicht der Ärzte werden bei der Ernährungsempfehlung negative gesundheitliche Auswirkung eines starken Konsums tierlicher Produkte – wie Milchprodukte – nicht berücksichtigt. Selbst eine Zahlung der Eier-Industrie an das Komitee konnte offengelegt werden, wodurch die gesundheitliche Auswirkung von Cholesterin verharmlost werden sollte. In der Ende 2015 veröffentlichten Ernährungsempfehlung wurde der Anteil von Eiern, Fleisch und Milchprodukten nicht reduziert.

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