Mit Tieren sprechen – eine Fiktion auf dem Weg in die Wirklichkeit

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Was will das Kätzchen von uns, wenn es sich liebevoll schnurrend an unseren Beinen reibt? Was hat der Hund uns zu sagen, wenn er irgendwie grundlos in der Gegend rumbellt? Dr. Doolittle kennt die Antworten, ist aber leider nur Fiktion.

Es gibt aber Hoffnung. Professor Constantine „Con“ Slobodchikoff von der Universität von North Arizona forscht seit vielen Jahren auf dem Gebiet der Tiersprache. Er spezialisierte sich dabei auf die Arbeit mit Präriehunden, da diese eindeutig miteinander kommunizieren und im Gegensatz zu anderen Spezies, wie Delphinen oder Walen, die auch eindeutige Kommunikationsformen haben, auf festem Boden leben und ihren Standort nicht verändern.

Hunde besitzen über 30 Laute für die Kommunikation

Die phonetische Sprache von Tieren wurde viele Jahre unterschätzt und man ging davon aus, dass bestenfalls wenige Laute einer groben Verständigung dienen, um auf Gefahren hinzuweisen oder Balzrituale durchzuführen. Nach einigen Jahren Forschung fand man allerdings heraus, dass auch Hunde schon über 30 eindeutig zuzuordnende Laute für die Kommunikation benutzen. Bei den Präriehunden ist diese mindestens ebenso entwickelt.

„Ihre Sprache ist komplexer und ausgefeilter als wir annahmen“, so der Wissenschaftler. In ihrem Warnsystem unterscheiden die cleveren Präriehunde zum Beispiel Spezies, Größe, Farbe und Geschwindigkeit des Angreifers. Es ist nach Meinung der Forscher aber ebenso wahrscheinlich, dass sie soziale Informationen austauschen. Um diese genauer bestimmen zu können und den Code ihrer Sprache zu knacken, fehlt allerdings noch der notwendige Kontext.

Die Technologie, um Kommunikationsgeräte zu bauen, ist vorhanden

Nach Slobodchikoffs Einschätzung könnten wir in 5-10 Jahren in der Lage sein, Geräte der Größe eines Smartphones zu bauen, die uns das Kommunizieren mit Tieren ermöglichen. Mit Bilderkennung würde solch ein Gerät zusätzlich zur Lautsprache dann auch die ausgeprägte Körpersprache analysieren und uns mitteilen, was unser Liebling zu sagen hat.

Die Hoffnung des Professors gilt der partnerschaftlicheren Verbindung zwischen Mensch und Tier, denn in den USA werden pro Jahr ca. 4 Millionen Hunde aufgrund ihres Verhaltens eingeschläfert. Es wäre also nicht nur praktischen zu wissen was Tiere uns mitzuteilen hätten, sondern würde vielleicht auch Leben retten.

Für Jahrzehnte hat sich die Spezies Mensch für „besonders“ gehalten, weil sie in der Lage war Werkzeuge zu fertigen und zu benutzen, bis plötzlich Forscher feststellten, dass es ebenso Tiere gibt die diese Fähigkeit besitzen. Also war es unsere Fähigkeit zur Bildung einer Kultur, die uns über den Rest aller Lebenden stellte – so nahmen wir an. Leider Gottes kam wieder die Wissenschaft und fand heraus, dass Tiere dies genauso beherrschen. Also musste eine neue Abgrenzung her und schwupp: Sprache war gefunden.

Vielleicht sollten wir uns einfach auch von genau diesem Gedanken entfernen und versuchen gemeinsam einen Planeten zu bewohnen. Nicht die Unterdrücker anderer und Herrscher des Planeten sein zu müssen kann doch ein sehr befreiender Gedanke sein.

Zurück zum Alltag

Um aus der idealistischen Schiene wieder im Alltag anzukommen, kann ich nur sagen, dass ich sicher sofort so ein Gerät oder noch besser eine App für das Smartphone kaufen würde. Schon alleine, weil ich auf katzisch, hundisch, kuhisch und sonstwas fluchen, und eine Tonne neuer Schimpfwörter lernen wollen würde.

Wichtige Fragen

  • Was würdet Ihr euren Lieblingen sagen wollen oder was denkt ihr würden Tiere uns sagen, wenn wir sie verstehen könnten?
  • Wird der Speziesismus des Menschen soweit gehen solche – derzeit noch eher fiktionalen – Übersetzungsgeräte seinen Haustieren vorzubehalten?
  • Und können auch die ignorantesten Zeitgenossen unter uns dann noch an der Leidensfähigkeit und dem Wunsch nach Selbstbestimmung der von uns benutzten Kreaturen vorbeisehen?

Das sind nur einige Fragen, die mir in den Sinn kommen. Vielleicht magst Du mir Deine Antwort in den Kommentaren geben!

Quellen:

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Kommentare

  1. kaio mat meint

    ein absoluter traum, auf jeden fall..
    wobei ich denke das die meisten menschen heulend zusammen brechen würden, wenn sie endlich raus fänden das tiere uns ins sachen gefühlen um nichts nach stehen… time to wake up, oda watt ^^

  2. Sol meint

    ???
    Oh nee, diese Technikverliebtheit nebst Glauben an die Allmacht der Technik…
    Vielleicht mal aufs eigene Herz / Intuition hören?

    Schon seit Jahrhunderten quatschen Menschen mit (den eigenen ) Tieren und sie mit uns.
    Und wenn man gelernt hat, sich auf Tiere einzulassen, kapiert man auch ohne Zusatztechnik deren Bedürfnisse,
    Warnrufe, Lockrufe etc.etc.etc.
    (Fehlt nur noch eine App, die Männern die Kommunikation mit Frauen übersetzt und vice versa.)
    😉

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