Multiple Sklerose & vegane Ernährung – Interview mit Dr. med. Uwe Meier

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Dr. med. Uwe Meier

Multiple Sklerose und die vegane Ernährung sind als Themen mit einem gewissen Zusammenhang derzeit bei vielen Menschen, die an Multipler Sklerose erkrankt sind, im Gespräch. Durch eine Multiple-Sklerose-Erkrankung in meiner Familie und meine diesbezüglichen Streifzüge durch das Internet, bin ich auf Dr. med. Uwe Meier gestoßen.

Er steht einer veganen oder primär pflanzlichen Ernährung als „komplementäre Maßnahme“ im Rahmen einer MS-Therapie aufgeschlossen gegenüber. Da die Betroffene in meiner Familie durch die vegane Ernährung in Bezug auf ihre Erkrankung sehr gute Erfahrungen gemacht hat, interessierte mich die Meinung eines Fachmannes.

Update: Meine Frau Sabine hat als an Multipler-Sklerose Erkrankte einen umfassenden Artikel zu Ihrer „veganen Gesundheitsrenovierung“ in Bezug auf Ihre MS-Erkrankung geschrieben. Dieser Artikel meiner Frau ist sicher für viele MS-Kranke besonders im Zusammenhang mit diesem Interview interessant und hilfreich.

Interview mit Dr. med. Uwe Meier

VEGAN-NEWS: Bitte stellen Sie sich kurz vor.

DR. MEIER: Dr. Uwe Meier, Studium der Humanmedizin und Facharztausbildung Neurologie in Hannover, seit 1997 Mitglied einer Gemeinschaftspraxis im Kreis Neuss.

VEGAN-NEWS: Ernähren Sie sich selbst vegan? Falls ja: Wann und wie sind Sie zur rein pflanzlichen/veganen Ernährung gekommen? Falls nein: Wie ernähren Sie sich und warum?

DR. MEIER: Ich versuche mich überwiegend vollwertig pflanzenbasiert zu ernähren, was am ehesten der veganen Ernährung entspricht. Ich halte allerdings nichts von Schubladen. Mir geht es um Konzepte für eine gesunde Ernährung. Ich selbst bin relativ spät dazu gekommen, nachdem ich mich vermehrt mit Prävention in der Medizin beschäftigt habe und damit auch mit dem Thema Ernährung. Es hat vielleicht auch mit Erfahrungszuwachs und dem Unbehagen an einer reinen „reparierenden“ Medizin und dem eigenen Älterwerden zu tun. Die Studien zu diesem Thema sprechen in der Summe eine deutliche Sprache. Ich konnte dieses für mich nicht mehr ignorieren oder verdrängen und habe Konsequenzen gezogen. Zunächst war es ein Experiment, dann habe ich gemerkt, wie viel Spaß es auch macht und dass ich viel achtsamer esse. Die ethischen und politischen Aspekte der Nachhaltigkeit habe ich dann auch ganz anders reflektiert, diese Aspekte sind zunehmend wichtiger für mich geworden.
Ich habe allerdings nicht nur was die Ernährung anbetrifft vor, ein vollständig widerspruchsfreies Leben zu führen. Das kann schnell zur Verkrampftheit führen und ist am Ende kontraproduktiv. Es handelt sich weder um eine Religion noch geht es um ein Parteibuch. Achtsamkeit und Lebensfreude sollten den Vorrang haben. Wenn es uns dann noch gelingt uns gesünder zu ernähren und uns mehr Im Einklang mit anderen Lebewesen zu befinden, ist dies außerordentlich befriedigend. Ich persönlich habe daher auch nicht den Anspruch, 100% vegan zu sein. So mache ich gelegentlich Ausnahmen bei Fisch und gerade auch unterwegs oder bei Einladungen verhalte ich mich gemäßigt und lasse Ausnahmen zu. Hinzu kommen gelegentlich bewusste Ausnahmen. So würde ich z.B. gerade auf Reisen und insb. dort, wo es regionale, traditionsreiche und kulturgebundene Angebote gibt nicht darauf verzichten, beispielsweise einen guten Käse zu essen. Insgesamt würde ich meine „Quote“ aber bei geschätzten 95% sehen.

VEGAN-NEWS: Haben Sie Erfahrungen mit Patienten im Bereich der Multiplen Sklerose gemacht, die sich vegan ernähren oder ihre Ernährung dahingehend umgestellt haben? Wenn ja, wie wirkt sich aus Ihrer Sicht die vegane Ernährung auf den Krankheitsverlauf und das allgemeine Befinden dieser Patienten aus?

DR. MEIER: Ja, ich kenne einige MSler, die ganz erstaunliche Erfahrungen mit der veganen Ernährung gemacht haben. Man kann immer aus wissenschaftlicher Seite kritisch gegenüber Einzelerfahrungen sein, die Effekte sind bei einigen MSler allerdings sehr bemerkenswert, sowohl bezogen auf motorische Fertigkeiten als auch auf Fatigue. Leider gibt es auch MSler, bei denen es nicht so gut funktioniert. So kennen wir die Multiple-Sklerose-Erkrankung ja aber auch in anderen Bereichen – mit 1000 Gesichtern. Die Erfahrungen machen aber Mut und jeder sollte für sich die Erfahrung machen können, welchen Einfluss die Ernährung individuell hat. Dabei ist sicherlich zu bedenken, dass es u.U. gar nicht nur die Ernährung allein ist, sondern auch psychische Faktoren eine wichtige zusätzliche (!) Rolle spielen. MSler, die sich so ernähren, nehmen ihr Leben viel selbstbestimmter und aktiver in die Hand und sehen sich weniger als Opfer, das hat einen enormen Einfluss auf die Krankheitsverarbeitung und auch auf den Krankheitsverlauf. Das ist übrigens ein Zusammenhang, den wir bei sehr vielen Erkrankungen beobachten.

VEGAN-NEWS: Beraten Sie Patienten in der Rolle des Arztes bewusst hinsichtlich der veganen Ernährung als vorrangiges „Therapie-Instrument“ oder ist die vegane Ernährung für Sie eher komplementär zu einer klassisch, medizinischen Therapieform?

DR. MEIER: Die Antwort lautet eindeutig komplementär. Ernährung ist unabhängig von individuellen Effekten keine Therapie im engeren Sinn. Sie sollte auch auf keinen Fall eine Alternative zu Immuntherapien sein. Ich weiß, dass es viele medikamentenkritische Stimmungen und Bewegungen gibt und dass man als Arzt immer unter Generalverdacht steht. Praktisch alle Neurologen, die Ihre Ausbildung noch zu einer Zeit gemacht haben, als es noch nicht die Vielzahl von MS-Therapien gab wissen, dass es MSler vor 20-30 Jahren sehr viel schlechter ging. Und ich wäre ein schlechter Neurologe, MSler hier ins offene Messer laufen zu lassen, wenn sie nicht den Zugang zu modernen Immuntherapie bekämen. Jeder MSler hat nur ein Leben und was an Krankheitsaktivität nicht verhindert wurde, können wir zeitlich nicht mehr zurückdrehen. Gleichwohl wissen wir natürlich auch, dass es nicht nur in Einzelfällen zu erheblichen Nebenwirkungen kommen kann und dass es auch Krankheitsverläufe gibt, bei denen die Medikamente nicht gut greifen. Deshalb sind es immer auch höchst individuelle Erfahrungen und Entscheidungen. Als Arzt ist es natürlich meine Pflicht auf das „gesicherte“ Wissen der Zeit und die Behandlungsmöglichkeiten hinzuweisen. Wie immer eine Entscheidung für oder gegen Therapie aussieht, sie sollte auf der Grundlage guter Informiertheit erfolgen. Gleichwohl schließt dies eben nicht aus, mehr zu tun. So wissen wir auch, dass z.B. Sport hilft oder auch Mediation und Yoga. Aktiv und selbstbestimmt sein ist ein ganz wichtiger Aspekt und hierzu kann auch die Ernährung helfen. Es sollte niemals darum gehen, das eine gegen das andere auszuspielen. Diese Frage alternativ/komplementär stellt sich mir daher gar nicht. Wir würden ja auch nicht fragen, ob man Sport alternativ oder komplementär zu einer gesunden Ernährung sieht. Wir machen natürlich alles, was gut für uns ist und hier können wir auf Erfahrungen anderer und auch auf Studien zurückgreifen, müssen es aber zusätzlich auch für uns individuell herausfinden. Ich selbst bin allerdings momentan noch sehr zurückhaltend, das Thema aktiv anzusprechen. Die Diskussionen hierzu sind oft unnötigerweise zu polarisiert und es sollte darum gehen, Türen zu öffnen, nicht zu schließen.

VEGAN-NEWS: Gibt es bestimmte Vitamine (z. B. B12, D), Mineralstoffe oder Nahrungsergänzungen, die von vegan lebenden Menschen supplementiert werden sollen? Falls ja, gibt es hierbei Unterschiede für Menschen, die an Multipler Sklerose erkrankt sind?

DR. MEIER: Wie schon gesagt, habe ich meine Probleme mit festen Schubladen. Vegane Ernährung ist natürlich nur dann gesund, wenn wir nicht nur tierische Produkte weglassen, sondern auch auf die Vielseitigkeit und Vollwertigkeit der pflanzlichen Nährstoffe zugreifen und es entsprechend zubereiten. Der vielzitierte Pizza und Puddingveganer ernährt sich natürlich nicht gesund. Für „waschechte“ Veganer gehört es sich selbstverständlich, dass man sehr gute Kenntnisse über Ernährung und über mögliche Fehlernährungen besitzt. Ohne Vitamin-Substitution geht es z.B. praktisch definitiv nicht. Dies betrifft MSler und nicht MSler. Da Vit-B12-Mangel zu schweren neurologischen Problemen führen kann, die ganz ähnlich wie Symptome bei einer MS aussehen können, ist es für MS-ler natürlich eine besondere Pflicht, hier zu ergänzen, sei es durch Tabletten, Spritzen oder Infusionen. Auch gelegentlich Blutkontrollen gehören dazu. Dasselbe gilt für Vitamin D.

VEGAN-NEWS: Gibt es sonstige Punkte an denen aus Ihrer Sicht eine vegane Ernährung für Menschen mit Multipler Sklerose anders gestaltet sein sollte, als für vegan lebende Menschen die nicht daran erkrankt sind?

DR. MEIER: Hierzu gibt es kein durch Studien abgesichertes Wissen. Allerdings gibt es durchaus Überlegungen, dass wir entzündungshemmende und –steigernde (anti- und proinflammatorische) Substanzen unterscheiden. Ich würde dies aber nicht zur einer Wissenschaft im Alltag erheben, zumal wir auf die Auswirkungen auf das Immunsystem zu wenig wissen und die Erkenntnis von heute ist der Irrtum von morgen. Deshalb würde ich Einzelbetrachtungen, die man in Internetforen und anderswo haufenweise findet, mit einer gewissen Gelassenheit begegnen und mich eher auf die pflanzliche Vielfalt besinnen. Hier kann man – von Vit. B12 abgesehen – kaum etwas falsch machen. Es ist die Vielzahl der so genannten sekundären Pflanzenstoffe, die hier ihre Wirkungen zu entfalten scheinen. Das gilt für MSler genauso wie für Nicht-MSler. Auf keinen Fall sollte man hier auf Vitaminprodukte als Nahrungsergänzung zurückgreifen, das ist nicht nur nicht dasselbe, sondern kann in Einzelfällen sogar schädlich sein. Vor allem braucht man es aber gar nicht, wenn man sich gesund und vielseitig ernährt. Für MSler ist möglicherweise ein spezifischer Einfluss von Milchprodukten auf die MS interessant. Hierzu gibt es epidemiologische Hinweise und theoretische Überlegungen. Für einen Veganer stellt sich die Frage aber ja sowieso nicht, von daher macht es hier keinen Unterschied.

VEGAN-NEWS: Was meinen Sie, warum die Mehrheit der Neurologen eine alternative Therapieform/-Ergänzung wie die vegane Ernährung nicht in Betracht zieht oder dieser skeptisch gegenüber steht?

DR. MEIER: Ich bin mir nicht sicher, wie die Meinungen hierzu tatsächlich sind, wenn man mal eine Umfrage machen würde. Ich gehe hier von einer großen Vielfalt der Meinungen aus. Sicherlich gibt es auch eine große Anzahl an skeptischen Stimmen. Dies kann mehrere Ursachen haben. Eine Ursache besteht in der Tatsache, dass es zu wenig Studien zu diesem Thema gibt. Es gibt die legendäre Swankstudie, die m.E. sehr deutliche Hinweise gibt, aber auch methodische Schwächen ausweist, gerade wenn man sie mit denselben Maßstäben misst, die man an Medikamentenstudien ansetzt. Von daher hat es keinen Eingang in die Leitlinien der wissenschaftlichen Fachgesellschaft geschafft. Als Ärzte sind wir aber verpflichtet, uns an Leitlinienempfehlungen zu orientieren, bzw. Patienten über den Stand des Wissens zu informieren. Das unterscheidet uns von Heilpraktikern. Das heißt andererseits nicht, dass wir nicht auch über alternative, oder besser komplementäre Therapie- und Lebensweisen informieren können und dürfen. Hier spielen natürlich individuelle Erfahrungen und Überzeugungen eine wichtige Rolle. Sicherlich reagieren viele Neurologen auch skeptisch, weil die Diskussion um Ernährung oft ideologisch geführt wird und eben oft als Alternative zu einer aus unserer Sicht notwendigen anderen Therapie gesehen wird. Das hat natürlich auch oft den Hintergrund, dass wir in der Medizin oft zu sehr auf Medikamente und Operationen fixiert sind, obwohl wir es besser wissen. Das hat etwas mit dem etablierten Medizinbetrieb zu tun, der die Zuwendungsmedizin nicht ausreichend unterstützt. Das ist aber nicht notwendiger Weise so. M.E. sind diese Diskussionen überflüssig. Das wichtige ist ein gutes Vertrauensverhältnis zwischen Patient und Arzt. Hier sollte alles offen angesprochen und besprochen werden können.

VEGAN-NEWS: Welche Möglichkeiten gibt es in Mediziner-Kreisen sich hierzu weiterzubilden?

DR. MEIER: Das ist ein schwieriges Kapitel, weil es eben zumindest im MS-Bereich zu wenig Studien gibt. Hier ist ein enormer Nachholbedarf. Bisher geht es daher nur über den Austausch von Einzelerfahrungen. Dazu kann das Internet sehr viel beitragen.

VEGAN-NEWS: Welche Quellen (Bücher, Blogs, Websites) würden Sie Menschen mit Multipler Sklerose empfehlen, die sich für die vegane Ernährung interessieren?

DR. MEIER: Es gibt inzwischen sehr viele gute allgemeine Blogs und websites. Es wäre vermessen hier welche rauszugreifen. Es gibt auch inzwischen eine Vielzahl wirklich schöner veganer Kochbücher. Das ist eine gute Quelle für Geburtstags- und Weihnachtswunschlisten.
Wenn es speziell um MS geht, muss man sich natürlich unbedingt die website von Dirk Riepe anschauen: http://dirk-riepe.blog.de – das ist eine wahre Freude.

VEGAN-NEWS: Welche wichtige Frage habe ich möglicherweise vergessen bzw. welche wichtige Information möchten Sie unseren Lesern gerne noch zukommen lassen?

DR. MEIER: Auf die Gefahr mich zu wiederholen: ich empfehle, sich dem Thema unbedingt offen, ideologiefrei und mit viel Spaß und vor allem ohne Moralin zu nähern. Es macht auch Freude zu sehen, wie sich das dann positiv auf das soziale Umfeld auswirkt. Wie sich Verbote auswirken, haben wir gerade im Wahlkampf mit dem Veggie-day gesehen. Das ist kontraproduktiv.
Auch ist meine Empfehlung, sich nicht durch jede internetpublizierte Einzelbetrachtung irritieren zu lassen. Wer sich gesund, vollwertig, pflanzenbasiert und dabei unbedingt vielseitig ernährt und sich parallel gut informiert, liegt richtig. Schon gar nicht sollte man sich Angst machen lassen. Viele Internetseiten machen Angst und dramatisieren oder informieren einseitig. Das ist selten hilfreich. Und last not least: essen ist auch ein sozialer Akt. Mit Freunden einkaufen und mit Freunden kochen ist definitiv eine gute Medizin 😉

Kommentare

  1. teddy188 meint

    Nun, da ist ja wieder was neues im Zusammenhang mit MS oder anderen Krankheiten. Mir ist jedenfalls noch niemand begegnet, der/die durch vegane Ernährung eine Besserung verspürte. Es gibt inzwischen zig Bücher und jeder meint, das wäre das Beste.
    Einer sagt bloß nur Zucker vermeiden, aber das geht gar nicht. In vielen E sowieso NR. steckt auch noch so viel Zucker drin. Ich werde bei meiner Ernährung bleiben, denn Obst und Gemüse, essen wir immer und oder mit Geflügelfleisch.

    • meint

      Hey Teddy! Danke für deinen Kommentar.

      Ich kann dich schon verstehen. Die Welt ist voll mit „guten“ Ratschlägen und als Betroffene(r) ist es schwer sich da durch zu finden. Meine Frau und ich leben auch aus anderen Gründen vegan, aber für meine Frau war der gesundheitliche Effekt in Bezug auf Ihre Multiple Sklerose mehr als deutlich.

      Deinen letzten Satz, warum du bei deiner Ernährung bleiben möchtest (in Bezug auf Gefügelfleisch) kann ich leider nicht nachvollziehen bzw. mir ist nicht klar, was du mitteilen möchtest.

      Über die vegane Ernährung lohnt es sich – neben den gesundheitlichen Vorteilen – auch aus anderen Gründen nachzudenken bzw. dies in Erwägung zu ziehen. Lies doch einmal diesen Artikel: 4 gute Gründe heute deinen veganen Weg zu beginnen.

      • MinaMerry meint

        Hallo Herr Kampmann
        Ich bin auf diesen älteren Artikel gestossen, weil ich gerade mit meinem Vater (er hat schleichende MS) einen Streit hatte. Ich bin seit ca. 4 Wochen vegan und möchte eigentlich nicht missionieren gehen. Eigentlich wollte ich meinem Vater nur sagen, dass vegane Ernährung sich positiv auf seine gesundheit bezüglich MS auswirken könnte. Daraus entstand ein Streit, beide Fronten verhärteten sich. Wir kommen sonst sehr gut miteinander aus. Manchmal macht es mich aber fast verrückt, das Wissen um z.B. Ressourcenverschwendung zur Fleischerzeugung für mich zu behalten und nicht andere Leute zu informieren.
        Ich kann mir nicht vorstellen, wie man dieses Wissen teilen und trotzdem die Augen verschliessen kann. Wie gehen Sie damit um?

        • meint

          Hallo,
          vielen Leuten macht vegan Angst. Sie haben Angst vor Mangel, Verzicht, Einschränkung, Erkrankung aus Unwissenheit. Sie sind nicht in der Lage sich vorzustellen, dass sie mehr bekommen, wenn sie etwas ändern bzw. etwas sein lassen. Sie befürchten weniger zu haben. Vegan will ihnen etwas wegnehmen. Bei Männern kommt oft noch dazu, dass ihre Potenz am Fleisch hängt. Ohne Fleisch kein Mann sozusagen.
          Diese massiven unbewussten Ängste verursachen einen massiven Widerstand. Das Vertraute muss verteidigt werden. Das Angstauslösende muss abgewehrt werden. Das geht so weit, dass die Menschen sich lieber totfressen als ihre Ernährung ernsthaft zum positiven zu verändern. Thema: Übergewicht, Herzkrank, Diabetes, Bluthochdruck, lieber Pillen und frühzeitig sterben, als die Ernährung und den Lebenswandel ändern.

  2. Arno1967 meint

    Ich habe jetzt seit etwa 25 Jahren diese Krankheit in schleichender Form. Sie ist bereits sehr weit fortgeschritten. Ich kenne nur eine Richtung und zwar dass es schlechter wird. Schulmedizinisch bin ich, was Basistherapien betrifft, seit etwa zehn Jahren austherapiert. Vor ein paar Jahren probierten wir begann aus mit dem Buch von Attila: Vegan for fit.
    In dieser Mischung aus veganem Essen, Gruppenmotivation im Internet und Motivation für sportliche Tätigkeiten (ich hatte damals mindestens einen EDSS von 7,5-8 und kämpfte somit mit Hanteln von 1,5 Kilo und noch ausdauernder mit meinem motorbetriebenen Trainingsrad) baute ich wieder ein paar Muskeln auf, nahm einige Kilo ab, fühlte mich wohler und wurden motorisch und körperlich definitiv wieder besser.
    Das Problem bei mir ist der innere Schweinehund.
    Ich habe es wieder eine Zeit lang extrem schleifen lassen und zuschauen können wie mein Körper wieder verfällt.
    Im Gegensatz zu meiner komplett vegan lebenden Frau „sündige“ ich ab und zu mit meinem Sohn.
    Aber ich erkenne eindeutig, dass ich wieder wesentlich verstärkter in Richtung Peskarier gehen sollte und dann vor allem langfristig durchhalten.
    Ich sehe Fisch als eine sehr gute Ergänzung und sinnvolle Bereicherung bei MS.

    Ich bin definitiv kein religiöser Veganer, habe aber diese Vorteile erkannt.

    • Arno1967 meint

      Was ich noch vergessen habe zu schreiben, meine Basistherapie und die anschließende Eskalationstherapie versagten natürlich jämmerlich.

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