Provokation? Nö! – Die Fotoserie „Animal“ von Nini Lapointure

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Nini Lapointure Animal

Nini Lapointure ist eine französische Künstlerin. Ihre Betätigungsfelder sind vielseitig und sehr weit gefächert. Ihrer Internetseite kann man entnehmen, dass sie sich als Model, Musikerin, Burlesquetänzerin und Schauspielerin betätigt.

„Animal“ thematisiert eindrucksvoll die Rolle der Tiere in unserer Gesellschaft

Hier soll es allerdings nur um einen kleinen Teil des Gesamtkunstwerks „NINI“ gehen. Die Fotostrecke „Animal“ ist sicherlich nichts für jedermanns Geschmack, aber eine viel kommentierte und diskutierte Serie. Sie zeigt Nini in der Rolle des leidenden und ausgebeuteten Tieres. All das, was eigentlich jeder weiß und kennt, bekommt dadurch einen rührenden und greifbaren Charakter – auch für Betrachter und Betrachterinnen, die sich bisher nicht mit dem Thema Tierrechte auseinandergesetzt haben.

Es geht nicht um Provokation, sondern um’s Aufrütteln

Obwohl ich schon 1000 mal Fotos und Bilder von Tieren in diesen Situationen gesehen habe und auch viele Male selbst vor Ort erschüttert war, treffen diese Bilder, trotz der Distanz eines Fotos, bei mir voll ins Schwarze. Selten wurde auf so direkte Art und Weise die Situation der Tiere in unsere Gesellschaft dargestellt. Auch wenn es nach Ninis Statement zu den Bildern nicht um Provokation sondern ums Aufrütteln geht, schüttelt man sich schon einmal kurz durch um einen klaren Kopf zu bekommen.

Hier das Statement das Nini zu der Serie gibt:

Die Serie „Animal“ zeigt Menschen in alltäglichen Positionen ausgebeuteter Tiere. Die Bilder sollen nicht provozieren sondern die Menschen zum Reflektieren der Situation der Tiere und ihrer Verdienste in unserer Gesellschaft anregen. Zumal in der heutigen Zeit Alternativen zu Leid und Grausamkeit existieren. Es ist eine fortlaufende Serie die immer weiter ausgebaut werden soll, um alle fotografierbaren Situationen darzustellen. Mein Körper ist in der Regel dabei nackt, wie die Tiere die ich darstelle und dient keinem ästhetischen Zweck innerhalb dieser Serie.

Ich bin von der Serie sehr angetan und hoffe, dass solche Kunst auch einem breiten Publikum gezeigt wird. Mir ist vollkommen klar, dass es bei dieser geradlinigen Art und der fast schreienden Direktheit der Fotos eine Menge Mut braucht, um eine solche Ausstellung ins Leben zu rufen. Genauso bin ich sehr gespannt was uns in den nächsten Bildern noch erwartet.

Kunst und Tierrechte sind also durchaus zu vereinen. Es schockt den Einen und verstört die Andere, aber es ist eines sicherlich nicht – irgendein Foto.

Nini Lapointure im Netz:

https://www.facebook.com/nini.lapointure
http://ninilapointure.wix.com/nini-lapointure

Bisherige Bilder der Serie „Animal“:

Bildnachweis: Nini Lapointure by Nicotoulouse, http://ninilapointure.wix.com/nini-lapointure
Ninis Statement wurde von mir frei übersetzt.

Kommentare

  1. Andrea meint

    Natürlich sind die Bilder provozierend, aber dagegen ist nichts einzuwenden.
    Darf ich aber auch provozierende Frage stellen?
    Wieso wird durch dieses Bild nur der Tierschutz angesprochen?
    Es finden sich nämlich ähnliche, nur deutlich mit weniger ästhetischem Anspruch aufgenommene, Bilder vergleichbarer Situationen zB hier:
    http://www.focus.de/panorama/welt/rassismus-problem-von-klinik-abgewiesen-mexikanerin-entbindet-auf-wiese_aid_1126452.html oder
    http://thgpolitik7c.wordpress.com/uber-kindersoldaten/

    Ist es ein moralisches Dilemma Tiere zu schützen, Menschen aber nicht, wenn man aus Überzeugung Veganer ist?
    Wäre es wünschenswert in einem hypothetischen idealen Shop tierfreie Produkte und solche ohne Kinderarbeit hergestellte kaufen zu können?
    Diesen Post habe ich spontan nach Betrachten der Bilder verfasst und er ist entsprechend emotional gefärbt. Sollte jemand anders empfinden, bitte ich aber darum, so behandelt zu werden, wie das Huhn behandelt werden sollte.

    • meint

      Hey Andrea! Vielen Dank für Deinen Kommentar und die eindrucksvollen Links. Ich denke, die Absicht der Künstlerin mit Ihrer Arbeit das Thema Tierschutz zu thematisieren liegt auf der Hand. Aber Du hast schon Recht, der Charakter der von dir gezeigten Bilder ist durchaus vergleichbar. Wobei hier auch wieder mal deutlich wird, dass die Realität mit der Kunst von Nini Lapointure in punkto „Grausamkeit“ erschütternderweise auf einem Level liegt. Die Welt ist für viele (menschliche) Tiere kein schöner Ort. Gerade deswegen empfinde ich es überhaupt nicht als moralisches Dilemma, ob jemand nun „Menschen oder Tiere schützen soll“. Das lässt sich gar nicht trennen, meiner Meinung nach, weil der Grund für den unerträglichen Zustand doch systemisch bedingt ist – es liegen die gleichen unterdrückenden Strukturen zu Grunde. Ob jemand seine Zeit nun eher im Bereich Tierrechte, Menschenrechte etc. verbringt, hat letztlich mit persönlichen Vorlieben zu tun. Ob bewusst oder nicht – letztlich ziehen doch wir alle an einem Strang, trotz ideologischer Grabenkriege oder dem Bedürfnis einzelner sich „im Widerstand selbst zu verwirklichen“. Also nochmal meine Meinung auf den Punkt: Ich sehe kein moralisches Dilemma – eher im Gegenteil. Bin gespannt, was Ollie, als Autor des Posts, dazu schreiben wird. Ich danke dir auf jeden Fall für Deinen Kommentar, der mich zu Nachdenken gebracht hat.

    • meint

      Danke für den Kommentar Andrea! Natürlich darfst du provokant Fragen!! ICH BITTE SOGAR DARUM 😉
      Niemand sagt das es „nur“ um Tierrechte auf diesen Bildern geht. Nini möchte diese thematisieren und es ist ihre Art die Aufmerksamkeit darauf zu lenken.
      Dem größten Teil der Veganer sind Menschenrechte und Tierrechte gleich wichtig. Es geht ja um „ANIMAL LIBERATION“ und nicht darum Menschen ab- und Tiere aufzuwerten. Die Bilder die Du verlinkt hast sind ebenfalls furchtbar und erschütternd und Du hast vollkommen Recht das es thematisiert werden muss. Da stehe ich voll und ganz hinter Dir!! Aber hier ging es eben um das Leid der Tiere. Der Unterschied ist eben, dass die Bilder von Nini Kunst sind. Also künstlich erschaffene Szenarien die etwas „verbildlichen“ wollen. Die Bilder die Du verlinkt hast sind trauriege Realität. Ich denke ich spreche da im Sinne aller Redakteure hier bei Vegan-News wenn ich sage:“ Unsere Freiheit endet dort, wo sie die Freiheit anderer beschränkt!“

  2. A. J. meint

    Ich muss sagen, dass ich das Bild auf den ersten Blick echt abartig und pervers fand! Auch der zweite Blick änderte absolut nichts an meinem Empfinden. Doch eins muss ich dieser abartigen Inszenierung lassen, sie trifft den Nagel auf den Kopf!

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