Ostern tierleidfrei – Tierrechtstreff Münster bot Alternativen an

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Ostern tierleidfrei verbringen

Der Tierrechtstreff Münster hat am vergangenen Samstag, den 28.03.2015, einen Infostand zum Thema Ostern in Münsters Innenstadt (Ludgeristraße) veranstaltet. Ostern, ein religiöses Fest, führt einige tierquälerische Traditionen mit sich, darunter das Schlachten von Babyschafen als Osterlämmer, Kaninchen, sowie natürlich Ostereier, auf denen meist nicht mehr die Herkunft erkennbar ist, da angemalt. Über diese drei Tierarten bzw. Hintergründe über das Leiden dieser Tiere haben Aktive des Tierrechtstreffs im Vorfeld recherchiert und Flyer erstellt, und beim Infostand an die Menschen in der Stadt verteilt.

Flyer des Tierrechtstreff Münster

Dass es auch anders geht, konnten die Passanten anhand von leckeren pflanzlichen Alternativen zu typischen Oster- und Eierspeisen am Infostand gegen eine kleine Spende probieren. Es gab veganen Eiersalat auf der Basis von Nudeln und Kichererbsen mit veganer Mayonnaise aus Sojamilch und Sonnenblumenöl, veganes Osterlamm (süßes Gebäck) und Haferflockenhäschen (Kekse). Die Rezepte dazu hat der Tierrechtstreff ebenfalls als Flyer gestaltet und kostenlos an die Passanten verteilt. Die probierenden Menschen haben durchweg positiv auf die tierleidfreien Alternativen reagiert, besonders herausgestochen hat das Kompliment eines jungen Mädchens: „Ihr könnt sehr gut kochen und backen“.

Rezepte des Tierrechtstreff Münster

Wie immer gab es am Infostand auch Flyer zu anderen Themen, um die Menschen über die vielen verschiedenen Ursachen von Leid und Folgen des Tierproduktkonsums aufzuklären und ihnen Informationen über eine rein pflanzliche Ernährung mitzugeben. Fragen der interessierten Menschen wurden auch direkt von den Aktivisten beantwortet.

Bauern-Azubis gaukeln Tieridylle vor

Eine Straße weiter, vor dem Stadthaus, hatten Bauern-Azubis in einem Schweinemobil lebende Ferkel angekarrt, um den Menschen vorzugaukeln, wie gut es Tiere in der Mast haben. Dieses beschönigte Bild mit den Werbetafeln über Aufzucht, medizinische Versorgung und Lebensumstände, mit der üblichen Ausrede, dass Außenstehende die Mastbetriebe nicht betreten dürfen, da sonst Keime mit hineingetragen würden, wurde den Menschen als moderne Schweinemast verkauft. Das negative Image der Fleischproduktion sei nur die Ausnahme einiger „Schwarzer Schafe”, die viel mehr als die erlaubte Anzahl an Tieren gefangen- und sich auch sonst nicht an die Vorschriften halten. Die Ferkel standen seit früh morgens von ihren Müttern getrennt ohne Rückzugsmöglichkeit als Schauobjekte in der Stadt zur Verfügung.

tierrechtstreff-muenster-15-abc.jpgEinige der Aktivisten des Tierrechtstreffs haben sich ein eigenes Bild vom Schweinemobil gemacht. Die Mastbefürworter gaben zu, den Ferkeln ohne Betäubung die Schwänze zu kupieren und, dass diese nun aus Seuchenschutzgründen nicht mehr zurück in die Mast dürfen, also am Ende des Tages getötet und weggeworfen werden. Hinterher, als der Tierrechtstreff auf seiner facebook-Seite einen entsprechenden Text über den Infostand und das Schweinemobil veröffentlichte, haben die Bauern-Azubis diese Aussagen bestritten.

Nicht als solche erkennbar haben immer wieder Bauern-Azubis den Tierrechtstreff-Infostand besucht und Interesse vorgegaukelt, dann aber doch nur gepöbelt. Tierleidfreie Leckereien probieren wollten sie nicht, wohl nur schauen, ob vom Veganismus eine erste Bedrohung für ihren leidverursachenden Beruf ausgeht. Mehrere Passanten, die erst fälschlicherweise davon ausgegangen sind, dass unser Infostand zum Schweinemobil gehört, waren dann froh darüber, dass der Tierrechtstreff die Gegenseite vertritt, und haben ihren Unmut über die Beschönigung der Tierquälerei kundgetan.

Gerade diesen Bauern-Azubis aber hat der Tierrechtstreff eine Erwähnung in den Westfälischen Nachrichten zu verdanken, da diese den Reporter darauf hingewiesen haben, dass um die Ecke die Tierrechtler ihren Stand aufgebaut haben. Der Reporter hat die Aktivisten freundlich und interessiert interviewt, tierleidfreie Leckereien probiert und die o.g. Flyer mitgenommen. Der Artikel ist nachzulesen unter: http://www.wn.de/Muenster/1930037-Bauern-Azubis-treffen-auf-Tierrechtler-Polarisierende-Ferkelei-vor-dem-Stadthaus. Bleibt nur die Frage zu klären, woraus unveganes Osterlamm gebacken wird, wenn nicht auch aus Mehl.

Oster-Infostand ein Erfolg

Alles in allem hat der Tierrechtstreff den Oster-Infostand als sehr erfolgreich verbucht, obgleich dieser wegen des Regens früher als geplant abgebaut werden musste.

Wer vegan lebt (oder an der veganen Lebensweise interessiert ist) und sich im Raum Münster mit Gleichgesinnten aktiv für Tierrechte einsetzen möchte, ist herzlich eingeladen, unverbindlich zu den Aktiventreffen des Tierrechtstreffs zu kommen. Diese finden immer am dritten Mittwoch im Monat um 19 Uhr im Umwelthaus, Zumsandestraße 15, statt, sie sind auch auf der Homepage vermerkt: http://www.tierrechtstreff-muenster.de/. Über anstehende Demos, Mahnwachen, Infostände oder Fahrgemeinschaften zu Aktionen in Münster und Umgebung werden Interessierte auf der facebook-Seite Tierrechtstreff Münster  informiert.

Impressionen vom Infostand

Gastautorin: Lisa vom Tierrechtstreff Münster

Kommentare

  1. Erwin Köster meint

    Einige der gemachten Aussagen bedürfen der fachlichen Richtigstellung. Das Schweinebetriebe nicht betreten werden dürfen ist keine willkürliche Aussage des Landwirts sondern durch die Schweinehaltungshygieneverordnung gesetzlich vorgeschrieben und dient dem Schutz der Tiere. Bei den abgebildeten Tieren handelt es sich nicht mehr um Ferkel, sondern mit mehr als 40 Kg schon um Läuferschweine (vergleichbar mit jungen Erwachsenen), die schon längere Zeit von der Mutter getrennt sind. Ließe man diese Tiere noch an der Mutter saugen, würden sie dieser Schmerzen und Verletzungen zufügen. Ich habe die Tiere beobachtet und gesehen, dass sie miteinander oder mit den installierten Beschäftigungsmaterialien spielten oder Futter aufnahmen oder einfach nebeneinander lagen und schliefen. Sie ließen sich von den Besuchern eigentlich nicht stören und wirkten nicht verängstigt, so dass sie Rückzugsmöglichkeiten gebraucht hätten. Das letzte Drittel des Schwanzes darf nach §5 Absatz 3 Punkt 3 des Tierschutzgesetzes innnerhalb von 3 Tagen nach der Geburt ohne Betäubung gekürzt werden. Dies dient dem Schutz des Ferkels. Im letzten Drittel des Schwanzes befinden sich nämlich keine Nerven, so dass das Ferkel nicht spüren würde, wenn ein anderes drauf beißt und es verletzt. Fließt erst einmal Blut, dann kommen alle Ferkel an und beißen zu, denn als Allesfresser hat das Schwein eine positive Affinität zum Blut und wird von dieser Flüssigkeit regelrecht angelockt und zum Zubeißen verführt. An diesem Tierschutz-Gesetz haben u.a auch Tierschutzvertreter mitgewirkt. Die Tiere auf dem Schweine Mobil wurden am Abend nicht getötet und weggeworfen. Ein solches Vorgehen wird von keinem Landwirt unterstützt bzw. geduldet. Nach der bereits oben genannten Schweinehaltungverordnung dürfen Tiere, die den Stall einmal verlassen haben, in diesen nicht mehr zurück. Diese Verordnung gilt für alle gewerblichen Nutztierhalter, nicht aber für „Hobby“-Bauern mit wenig Tieren. Diese übernehmen gerne die Schweine aus dem Schweine Mobil und mästen sie für den eigenen Verbrauch weiter.

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