Pelztierhaltung schon bald Geschichte? Minister setzt sich für Abschaffung der Pelzproduktion ein

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Der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft Christian Schmidt (CSU) setzt sich jetzt für ein Verbot der Pelztierhaltung und somit der Produktion von Pelzbekleidung ein.

Zucht und Haltung von Pelztieren schon bald verboten

Schmidt setzte eine Gesetzänderung durch. Sie bezieht sich auf das sogenannte Tiererzeugnisse-Handels-Verbotsgesetz. Die Haltung von Iltissen, Nerzen, Rotfüchsen, Chinchillas und Bibern zur Herstellung von Pelzen und auch Ölen soll damit verboten werden. Verstöße sollen zukünftig mit bis zu 30.000 Euro Bußgeld geahndet werden.

Das klingt zunächst mal nach einem echten Erfolg für Tierrechtler. Allerdings ist die Sache mit Vorsicht zu genießen. So dürften Betriebe, die bereits bestehen, beispielsweise noch für weitere zehn Jahre produzieren.

Pelztierhaltung ist qualvoll

Pelztierhaltung ist äußerst qualvoll, die Tiere werden wider ihrer Natur in kleinen Käfigen gehalten und unter unvorstellbaren Schmerzen getötet. Die Betäubung vor dem Abziehen der Pelze erfolgt durch Stromschläge, die häufig keine Wirkung zeigen, die Tiere werden bei lebendigem Leib gehäutet.

Die meisten hierzulande verkauften, in unserer Mode verarbeiteten Pelze stammen aus dem Ausland. Bleibt abzuwarten, ob es dort in Zukunft auch ein Verbot geben wird. Was besonders problematisch ist: Die Pelze stammen oft von Straßenhunden und –Katzen sowie anderen Kleintieren und sind in der Herstellung billiger, als aufwendig angefertigter, „falscher“ Pelz.

Auch in synthetischen Pelzen werden oft Teile oder Fasern aus diesen billigen, echten Pelzen eingearbeitet, rein um Geld zu sparen. Um die Mode, die bei uns in den Discountern hängt, so billig wie möglich zu halten, sind den Herstellern und Händlern alle Tricks recht.

Pelze sind keine Luxusgüter mehr

Pelz ist somit schon lange kein Luxusartikel mehr, wie das noch vor einigen Jahrzehnten der Fall war. Das trifft höchstens noch auf die teurer verkauften, hierzulande produzierten Pelze, zu.

Schon seit einiger Zeit scheinen Pelze wieder in Mode zu sein. Das geht soweit, dass in diesem Winter sogar kaum noch Jacken ohne Pelzkragen in den Geschäften hingen und auch Stolen, Mützen und Bommel aus Echtpelz plötzlich ganz selbstverständlich von allen Altergruppen und Schichten getragen werden. Aufklärung ist hier sehr wichtig, besonders auch, weil Fakepelz kaum noch mit bloßem Auge vom echten Pelz zu unterscheiden ist. Nur ein kompletter Verzicht auf Kleidung in Pelzoptik garantiert auch, dass für ein Outfit keine Tiere leiden mussten.

Pelze – Eine sehr zweifelhafte Modeerscheinung

Immer mehr Menschen setzen sich für ein schnelles Ende der Pelztierhaltung und dieser fragwürdigen Modeerscheinung ein. Deutschlandweit finden regelmäßig Demonstrationen gegen Pelzhandel statt.

Erst vor Kurzem machte die Nachricht die Runde, dass bereits die ersten Nachtclubbetreiber keine Pelzträger mehr in ihre Lokale lassen. Die Türsteher schicken Personen, die mit Pelzmänteln, Pelzkragen oder Mützen mit Pelzbommeln kommen gleich wieder nach Hause. Ein weiterer guter Schritt auf einem langen, steinigen Weg in eine Pelz- und somit hoffentlich auch bald Tierleid-freie Zukunft.

Artikel: Anne Reis, cardamonchai.com

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