Du hast es in der Hand – warum Politik und Industrie unsere Probleme nicht lösen werden

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The Independent berichtete gestern, dass britische Ingenieure ein Gerät zur Unterscheidung von Pferde- und Rindfleisch entwickelt haben, um einen zukünftigen Pferdefleisch Skandal vermeiden zu können. Dieses Gerät identifiziert die Fettsäuren von Pferden, Rindern, Schweinen, Schafen und Ratten und macht so das aufwendige Einsenden von DNA-Proben an entsprechende Labore überflüssig. Paul Bunting, Direktor von Oxford Instruments, welche dieses Gerät in Kooperation entwickelt haben, hat bereits Gespräche mit den großen, britischen Supermarkt-Ketten initiiert, um das Gerät flächendeckend einzusetzen.

An Symptomen rumdoktern, statt Probleme zu lösen

Mit dieser Entwicklung wird wieder einmal die menschliche Tendenz bedient, eher die Symptome problematischer Zustände einzudämmen, als diese grundlegend zu korrigieren und somit zu beseitigen. Aber kann man der Industrie einen Vorwurf machen, dass sie diesen Bedarf bedient? Zugegeben, Industrieverbände und Konzerne wenden nahezu unbegrenzte Budgets auf, um Konsumenten darin zu bestärken, den bekannten Weg nicht verlassen zu müssen. Aber damit zahlen sie nur ein auf ein Konglomerat sich gegenseitig negativ begünstigender Eigenschaften, die allen Menschen bereits inne wohnen: Maßlosigkeit, Trägheit, Ignoranz und schließlich Verantwortungslosigkeit.

Die Verantwortung wird an Politik und Industrie abgetreten

Sicher kann man die Entwicklung eines solchen Gerätes verurteilen. Aber die Lösung der drängenden Probleme unserer Zeit werden nicht Industrie und Politik hervorbringen. Konsumenten entscheiden jeden Tag mit Ihrem Geld wie es weitergehen soll auf unserem Planeten. Klar, es ist sehr einfach dem gegenüber ignorant zu sein, weil direkte Veränderung nicht spürbar ist und der Mensch gerne die Verantwortung an Politik und Industrie abgeben möchte (um im Bedarfsfall auch mit dem Finger nicht auf sich zeigen zu müssen, wenn mal was „in die Hose geht“). Dennoch nutzt es vor allem auch dem Individuum sich die Eigenschaft der nachhaltigen und dauerhaften Investition zu eigen zu machen und sich abzuschotten gegen die kindliche Angewohnheit, dass die Belohnung auf dem Fuße folgen muss. Diese Eigenschaft ist der Schlüssel zu mehr Erfolg und Zufriedenheit und auch die Grundlage für den eigenen materiellen Wohlstand auf einer ethischen Basis. Das hat alles auch sehr viel mit Selbstwert zu tun: Bin ich eine Identität, die schöpferische Kraft ausübt, Dinge verändert und daran wächst oder bin ich nur ein Konsument, ein Körper, der Lust empfängt und kauft, aber eigentlich teilnahmslos ist und keine Rolle spielt.

Root of all evil – ab hier beginnt der Appell

Die Wurzel allen Übels liegt im Menschen selbst. Nicht in der Industrie oder Politik. Diese existieren überhaupt nur, weil sie auf den Bedarf menschlichen Seins reagieren (und davon profitieren). Natürlich müssen extreme Auswüchse der Gesellschaft verurteilt und reguliert werden. Aber eine nachhaltige Veränderung zum Positiven – und der Veganismus ist ein wichtiger Teil dessen – beginnt in der Mitte der Gesellschaft, bei Dir selbst.

Sei Dein eigener Aktivist und nicht primär ein Konsument. Lass Dich für den Anfang motivieren, aber dann motiviere Dich selbst. Was ein Mensch kann, kann im Grunde jeder andere Mensch auch. Sieh das ganzheitlich und geh die Veränderung auf breiter Front an: Bildung, körperliche Fitness, Mitgefühl/Emotionen und die Ausübung des freien Willens sind die Schlüssel zu einem zufriedenen Leben (und darauf haben nicht-menschliche Tiere übrigens auch ein Recht). Sieh nicht die Fehler in anderen, sondern schau in Dich hinein: Was kannst Du verbessern?. Das Leben ist zu kurz, um NICHT der gute Mensch zu sein, der Du als Kind immer sein wolltest.

Genau aus diesem Grund fahren Menschen auch auf Helden ab. Ob Rocky oder Attila Hildmann, der Unterschied liegt doch nur in der Textur, im Szenario. Attila hätte wohl nicht gegen Rinderhälften geboxt (weil nicht vegan :)), aber im Grunde sind all diese Stories identisch und verkörpern das wahre menschliche Bedürfnis: Empor steigen, sich verändern, „es allen zeigen“ (oder besser: „es sich selbst zeigen“) und auf der Seite der Guten stehen. Mir persönlich reicht es nicht (mehr) so etwas in Kochbüchern oder Kino-Filmen zu konsumieren – ich will die Story für mich selbst weiterspinnen. Und das will, so glaube ich, eigentlich jede(r). Ein Vorbild ist der Einstieg, aber den langen Atem brauchst du selbst. Die Belohnung wartet auf dem Weg.

Back to business und ein motivierendes Video zum Schluss

So, und jetzt habe ich mich lange genug vor meiner Arbeit gedrückt und diesen Beitrag hier im Affenzahn runtergeschrieben. Ich geh jetzt an meine Aufgaben und schaffe heute richtig was, auch wenn ich grad lieber der Trägheit nachgeben würde. 😉

Und wenn Du das auch so siehst und empfindest wie ich oder meinst, dass ist so alles nicht korrekt, dann melde Dich in den Kommentaren zu Wort – mit Deiner eigenen Stimme!

Zum Abschluss noch ein Video, welches mit Veganismus und Veränderung zu tun hat und welches mir auch wieder einen neuen Impuls, einen neuen Motivationskick gegeben hat.

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