Pflanzlich ernähren und Neues entdecken – Fleisch-Alternativen aus der richtigen Perspektive sehen

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Du möchtest dich pflanzlich ernähren und suchst nach veganen Alternativen zu Wurst, Schnitzel Käse & Co.? Wichtig ist die richtige Perspektive und das Verständnis, dass ein direkter Vergleich zwischen rein pflanzlichen Produkten und bekannten, tierischen eigentlich gar keinen Sinn macht. In meinem Artikel möchte ich diese Perspektive vermitteln und Dir dadurch einen vielleicht besseren Start geben, wenn Du das Vorhaben hast dich rein pflanzlich ernähren zu wollen.

Keine Alternative zur Alternative?

Ein neues Jahr hat begonnen und wieder einmal startet man mit guten Vorsätzen, die mehr oder minder lang halten. Zu den Klassikern gehört, neben mehr Sport und Bewegung, mittlerweile auch der Wunsch sich rein pflanzlich zu ernähren. Doch wer von jetzt auf gleich komplett auf alte Gewohnheiten verzichtet und sich nicht darüber im Klaren ist, dass eine Umstellung viele Bereiche des täglichen Lebens betrifft, wird schnell die Motivation verlieren.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, das sich häufig auf der Routine des Alltags ausruht. Ein Ausbrechen daraus, gewollt oder ungewollt, erzwingt ein Handeln und stört die lieb gewonnene Bequemlichkeit. Doch was passiert, wenn man seinen gesamten Lebenswandel ändern und sich plötzlich nur noch pflanzlich ernähren möchte? Wenn man plötzlich im Supermarkt die Inhaltsangaben von Fertiggerichten studiert und einem erst dann bewusst wird, wo sich überall tierische Produkte befinden? Allein dieser gewohnte Griff ins Supermarktregal wird zur Herausforderung. Routine, die sich über Jahre hinweg eingespielt hat, wird hinfällig. Man beginnt zu überlegen, wie man sein Abendessen gestalten kann, ohne rückfällig zu werden und tierische Produkte zu verwenden. Das Zauberwort: Fleischalternative! In den letzten Jahren haben immer mehr solcher Produkte ihren Weg in den herkömmlichen Supermarkt oder Lebensmitteldiscounter gefunden. Der Bedarf scheint da zu sein – der bequeme Weg, ohne viel Umstand das Fleisch durch ein nahezu identisches Stück Pflanzenkost zu ersetzen. Doch hier beginnt die Krux: Wer mit der Erwartungshaltung an ein Produkt aus Soja oder Seitan herangeht, dass es komplett identisch schmeckt wie sein tierisches Pendant, wird vermutlich enttäuscht.

Ist die Fleischalternative keine Alternative?

Der Konsument sollte aufhören, ständig Vergleiche ziehen zu wollen. Ein veganes „Steak“ wird niemals identisch mit Fleisch sein. Es kann maximal eine Ähnlichkeit in Geschmack/Aussehen/Textur darstellen, die für jeden individuell „besser“ oder „schlechter“ schmeckt. Der Vergleich mit tierischen Produkten sollte somit eher als Richtlinie für Leute verstanden werden, die sich nicht direkt vorstellen können, in welche geschmackliche Richtung man sich bewegt. Fleischalternativen haben durchaus eine Daseinsberechtigung auch wenn man einen Direktvergleich vermeiden sollte. Denn es geht nicht um die Imitation, sondern um ein eigenständiges Lebensmittel. Dass es so viele verschiedene Alternativen für Wurst, Fleisch oder Käse gibt liegt daran, dass der Mensch häufig Vergleichsmöglichkeiten erwartet und die Industrie ihre Produkte somit besser bewerben kann. Zudem ist es für Umsteiger leichter, wenn sie ihre Gewohnheiten nicht komplett ablegen müssen und so beispielsweise die Frühstückswurst gegen eine schmackhafte, pflanzliche Alternative ersetzen können. Sicher hat jeder Vegetarier/Veganer bereits einmal die Frage gestellt bekommen, weshalb man kein Fleisch isst und trotzdem eine Tofuwurst auf den Grill legt oder Seitan-Geschnetzeltes in der Pfanne brät. Es geht nicht darum irgendetwas kopieren zu wollen. Vielmehr ist eine Wurstform ist auf dem Grill nun mal praktisch und kein eingetragenes Geschmacksmuster einer Industrie.

Sich pflanzlich ernähren heißt auch: Probieren und Experimentieren

Fleischalternativen bieten umfangreiche Möglichkeiten für einen leichten Umstieg zur veganen Ernährungsweise. In den letzten Jahren hat die Lebensmittelbranche zahlreiche Produkte erschaffen, die wirklich schnell zubereitet werden können und vor allem bequemen Menschen eine Alternative bieten, ohne komplett auf Gewohnheiten verzichten zu müssen. Wer sich jedoch weiterentwickeln und die kulinarische Vielfalt pflanzlicher Ernährung kennenlernen möchte, sollte sich auf Dauer vom Convenience Food verabschieden und mehr selbst experimentieren. Zunächst scheint es etwas leichter zu sein, sich an bekannten Gerichten zu orientieren und diese zu „veganisieren“. Doch wer mehr Mut und Erfahrung mitbringt, wird schon bald seine Kochkunst so erweitern, dass man den Vergleich mit „Mahlzeiten wie bei Muttern“ gar nicht mehr ziehen möchte.

Die vegane Küche ist ein spannendes Feld, das viel Entfaltungsmöglichkeiten bietet und ein neues Bewusstsein für das Thema Ernährung schafft. Es mag anfangs ein wenig kompliziert sein, da man alle alten Gewohnheiten weitestgehend über Bord wirft. Auf Dauer wird man sich jedoch eine neue Routine aneignen und Sachen von Früher gar nicht mehr missen.

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