Echter Pelz ohne Mord – ist das möglich mit Accessoires aus Roadkill?

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Roadkill Pelz Mord

Die Gründerin von „Petite Mort“, Pamela Paquin sagt ja. „Petit Mort“? Kleiner Mord? Das klingt ganz schön makaber. Und es kommt noch unglaublicher: Pamela Paquin verwendet für Ihre Pelzkollektion nicht etwa das Fell von in Pelzfarmen gezüchteten, gequälten Gestalten, sondern das von auf der Straße überfahrenen Tieren.

Pelzaccessoires aus sogenanntem „Roadkill“

Pamela Paquin ist in ihrem Leben schon viel gereist und überall fiel Ihr auf: „Es werden so viele arme Tiere sinnlos durch Autounfälle getötet.“ Die Idee der Amerikanerin: Pelzaccessoires aus sogenanntem „Roadkill“.

Die Modeschöpferin bezeichnet sich selbst als Tierliebhaberin. Sie wuchs auf einer Farm auf und arbeitete als Teenager auf verschiedenen Bio-Höfen. Eine zeitlang wohnten u. a. auch zwei Frettchen bei ihr zu Hause.

Roadkill als ethisch unbedenkliches Fleisch

In Amerika gibt es eine Bewegung, die „Roadkill“ als ethisch unbedenkliches Fleisch bezeichnet. Paquin führte das Ganze noch ein Bisschen weiter und begann Mode aus ihrem Fell zu kreieren. Die Geschichte ihrer Modelinie klingt nicht nur ein Bisschen verrückt: Sie lernte einen Tierpräparator kennen, der ihr seine Arbeit zeigte, wie dem toten Tier das Fell abgezogen und es im Anschluss ausgestopft wird. Eines Tages fanden die beiden einen toten Waschbären und „Petit Mort“ war geboren.

Von den Körpern der Tiere verabschiedet sich die Tochter amerikanischer Ureinwohner ihrer Tradition folgend mit einem Dankesgebet. Jedes Tier, das sie zu einem Muff oder Hut verarbeitet hat, hat eine Geschichte, erzählt sie. Dazu zählen unter anderem Wildkatzen, Biber, Otter und Waschbären.

Ein Statement für die Pelzindustrie?

Paquin polarisiert mit Ihrer Arbeit. Von Tierschützern bekommt sie zu hören, dass sie mit ihrer Mode ein Statement für Pelz setzt. Sie selbst würde, laut eigener Aussage jedoch nie einem Tier ein Leid zufügen. Sie ignoriert die Schreie der Zweifler. „Die Leute müssen sich die Pelze ankucken, sehen mein Logo und sagen sich: OK, das ist ethisch korrekter Pelz, er stammt von Petit Mort!“.

„Ethisch korrekter Pelz“ ist und bleibt ein Widerspruch in sich. Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob er Teil der derzeit immer weiter um sich greifenden, blutigen Modeerscheinung sein möchte. Selbst „Fakepelz“ kann Echtpelz sein, sogar hierzulande wird unter Fantasienahmen unter anderem Hunde- und Katzenfell verkauft. Solange diese fragwürdige Industrie besteht und Tiere sinnlos für die Verzierung unserer Bekleidung sterben, kann nicht die Rede von ethisch korrekter Mode sein.

Selbst mit einem Pelzkragen, der zu 100% aus Synthetik besteht spreche ich mich meiner Meinung nach für diese mittelalterliche Art der Bekleidung aus, weshalb ich für meinen Teil meine Finger von allem lasse, was auch nur im entferntesten nach Pelz aussieht. Was haltet Ihr von Pamela Paquins Idee? Könnt Ihr Euch vorstellen, einen Waschbär-Schal aus „Roadkill“ zu tragen?

Quellen:

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