Vegan dinieren auf höchstem Niveau

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Rotonda Köln vegan Fine Dining

Hochwertige vegane Küche zu finden ist selbst in deutschen Großstädten eine Herausforderung. Selbstverständlich gibt es eine Vielzahl an gastronomischen Einrichtungen, in denen regionale Vollwertkost und beste Bioqualität angeboten werden, doch ausgezeichnete Spitzenküche stellt im veganen Bereich noch eine Ausnahme dar. Oliver Gross hat sich zum Ziel gesetzt, diesen Umstand zu ändern. Der Geschäftsführer des Rotonda Restaurants in Köln hat bei der Neukonzeptionierung seines Lokals den Fokus auf bewussten Genuss gelegt und bietet seinen Gästen unter anderem ein rein pflanzliches Mehrgänge-Menü. Dafür hat er Saloum Raphael Doucouré als Küchenchef gewinnen können, der erst unlängst mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet wurde und seine kulinarische Kreativität exklusiv im Rotonda Restaurant auslebt.

Im Zuge der Neuausrichtung des Restaurants wurde auch das Interior überarbeitet und gemäß des Vastu, der indischen Variante des Feng Shui, ausgerichtet. So versprüht der Raum Ruhe und Wärme ohne überladen zu wirken. Rund 40 Gäste finden Platz und ebenso viele können sich auch auf der geräumigen Terrasse niederlassen.

Das Aushängeschild eines Restaurant ist natürlich das Essen. Hier sei angemerkt, dass das Rotonda Restaurant kein rein veganes Haus ist. Vielmehr ist es in seinem Selbstverständnis ein Platz für spannendes Essen und Esskultur. Dennoch wird das Gemüse „ein wenig weiter in den Mittelpunkt gerückt“, wie es Oliver Gross ausdrückt. Demnach ist das Menü in seiner Grundlage stets vegan angelegt. Wer nicht auf Fleisch verzichten möchte, kann das Menü mit „finest beef and fish“ ergänzen. Und Ergänzen ist tatsächlich der richtige Ausdruck: Dem Menü wird lediglich das Stück Fleisch bzw. Fisch hinzugefügt wobei die pflanzliche Grundkomposition identisch bleibt. Dadurch wirkt das Menü, völlig unberechtigter Weise, ein wenig unkomplett. Es suggeriert den Eindruck, als ließe man für das vegane Menü etwas weg, was vor allem Nicht-Veganer möglicherweise im Vorurteil bestärkt, dass etwas fehlt und man als Veganer lediglich Beilagen isst. Hier wäre für das vegane Menü ein exklusiver Bestandteil wünschenswert, der den Stellenwert des Fleisches einnimmt und ein Alleinstellungsmerkmal darstellt.

Kulinarische Genüsse auf hohem Niveau

Geschmacklich erlebt man in jedem Fall höchste Qualität und die individuelle Handschrift des Küchenchefs. Einer Sterne-Küche entsprechend werden alle Gänge optisch beeindruckend angerichtet und regen bereits durchs bloßes Betrachten den Appetit an. Intensive Essenzen und Schäume setzen vielseitige Geschmacksnuancen frei, die sich im Mund entfalten. Vor allem die Cremes haben bei vielen Nicht-Veganern für Skepsis gesorgt, da man sich nicht vorstellen konnte, eine solche Konsistenz ohne die Verwendung tierischer Produkte zu erreichen.

Wer das Rotonda Restaurant besuchen möchte, muss nicht zwangsläufig ein Menü bestellen. Dinieren á la Carte ist ebenso möglich wie ein preisgünstiges Barfood-Gericht. Es bleibt zu hoffen, dass sich zahlreiche Besucher auf das „Abenteuer vegan“ einlassen und das Menü nicht um die Fleischbeilage ergänzen. An meinem Tisch haben von neun Personen lediglich drei die vegane Variante gewählt. In Zukunft sollten mehr Gäste den Mut des Geschäftsführers Oliver Gross honorieren und sich auf die Geschmacksvielfalt der veganen Küche einlassen, ohne diese aus Gewohnheit um Fleisch oder Fisch zu ergänzen.

Rontonda Restaurant
Pantaleonswall 27
50676 Köln

www.rotonda.de

Eindrücke des Menüs

Impressionen aus dem Rotonda in Köln

Kommentare

  1. meint

    Zitat: „Demnach ist das Menü in seiner Grundlage stets vegan angelegt.“

    Foto der Speisekarte:
    Amuse Menü 01 beinhaltet: Schwarzfederhuhn
    Amuse Menü 02 beinhaltet: Chuck Short Rib U.S.
    Amuse Menü 03 beinhaltet: Tomahawk U.S. (Wtf?)

    Irgendwas stimmt hier nicht. Schlecht recherchiert? Pressetext ohne Nachdenken abgeschrieben?
    Oder habe ich irgendwelche exotischen Tofu Neuheiten bei Veganz & Co verpasst?

    • meint

      Hallo Thomas,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Wie im Artikel beschrieben und von dir richtig zitiert, ist das Menü in seiner Grundlage stets vegan angelegt. Doch schon im nächsten Satz steht: „Wer nicht auf Fleisch verzichten möchte, kann das Menü mit „finest beef and fish“ ergänzen.“ Auf dem Foto der Menükarte sieht man auch, dass Schwarzfederhuhn, Chuck Short Rib U.S. und Tomahawk U.S. mit einem entsprechenden Symbol gekennzeichnet sind. Auf den Bildern der Gerichte wirst du jedoch kein totes Tier entdecken – nicht mal in Einzelteilen. Ich hätte es als pietätlos empfunden, auch noch die Teller meiner Tischnachbarn zu fotografieren, um zu dokumentieren, dass man auch Fleisch bekommen kann, sich die Grundlage des Menüs – die rein pflanzlich ist – jedoch nicht ändert.

      Ich kann dir also versichern, dass annehmbar recherchiert, kein Pressetext gedankenlos abgeschrieben und leider auch keine Tofuneuheit diverser Hersteller kreiert wurde. Ob man als Veganer ein Restaurant besuchen möchte, dessen Küche auch Fleisch hergibt, sei jedem selbst überlassen.

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