Sauerkraut vegan? Klar, und eine Vitaminbombe noch dazu

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Menschen, die sich pflanzlich ernähren, begegnen oft den Bedenken besorgter Mitmenschen, die Angst haben, man könne aus den Latschen kippen, weil man einfach ‚irgendwie unterversorgt’ ist. Wenn man dann noch versucht, sich regional zu ernähren, also auf Lebensmittel mit ewig langen Transportwegen zu verzichten, dann wird gerade im späten Herbst und im Winter die Auswahl naturbedingt etwas kleiner – vegan hin oder her.

Deshalb möchte ich mich hier für ein Lebensmittel stark machen, das Dich fit durch den Winter bringt: das Sauerkraut. Sauerkraut ist ein an Vitamin A, B, C und K reicher, durch Milchsäuregärung konservierter, Weißkohl. Moment, Milchsäuregärung? Wird der Kohl nur durch Zugabe von Milch bzw. deren Bakterien (na lecker) zum Kraut und ist damit für Veganer sozusagen gestorben?

Ist Sauerkraut vegan?

Entwarnung: Milchsäurebakterien, so habe ich mich schlau gemacht, sind in der Luft vorhanden und setzen sich auf dem Weißkohl ab. Sie machen sich dann an die Arbeit, wenn der Weißkohl fein geschnitten, gesalzen und ordentlich gestampft wird. Uff, Glück gehabt!

Die Geschichte des Sauerkrauts

Wilhelm Buschs Witwe Bolte holte sich aus dem Keller eine Portion Sauerkraut, während Max und Moritz oben die Hähnchen aus der Pfanne klauten. Was ihnen ja letztendlich auch nicht so gut bekommen ist…

Die alten Griechen kannten Sauerkraut, die Römer und Chinesen, und auch die Seefahrer setzten dem Skorbut statt Zitronen das vitamin-c-starke Kraut entgegen – mit Zähnen kaut es sich einfach leichter, als ohne. Und Zitronen wachsen halt nicht überall…

…und meine persönliche Erfahrung damit

Ich stamme gebürtig aus Hessen. Das Sauerkraut meiner Kindheit ging einher mit Frankfurter Würstchen, Kartoffelbrei und ‚Krüstchen’, das sind in Butter geröstete Brotwürfel. An den Würstchen war ich nicht übermäßig interessiert – nicht, weil ich mir damals schon Gedanken über Vegetarismus oder gar Veganismus gemacht hätte, sondern weil ich schlicht und einfach noch nie ein großer Wurstfan war. Mein Vater und meine Schwester dafür umso mehr, deshalb kam meine Mutter (wie ich eher gemüsig unterwegs) gar nicht auf die Idee, ‚Würstchen mit Kraut’ ohne Würstchen zu machen.

Den Kartoffelbrei mit Sauerkraut und Krüstchen habe ich aber geliebt und tue das auch heute noch. Die Krüstchen werden statt in Butter in Öl geröstet und der Kartoffelbrei schmeckt mit Soja- oder Reismilch genauso gut. Wem die Angelegenheit zu kalorienreich ist, der nimmt für das Pü halb Kartoffeln, halb Möhren (oder auch mal Kürbis oder rote Beete!). Und man braucht das Ganze auch nicht zwingend flächendeckend mit Krüstchen zu bestreuen. Obwohl das, ehrlich, schon sehr lecker schmeckt…

Rezept

Das Pü:

  1. Kartoffeln (und evtl. Möhren, Kohlrabi, Knollensellerie, rote Beete, Kürbis etc.) in Salzwasser garen.
  2. Wasser abgießen, warme Soja- oder Reismilch dazu (erst mal nicht so viel, damit es keine Suppe wird), Salz und frisch geriebene Muskatnuss, etwas Pflanzenöl oder Margarine.
  3. Mit dem Kartoffelstampfer oder dem Pürierstab in einen Brei verwandeln – jetzt evtl. noch etwas Flüssigkeit dazu geben, je nach gewünschter Konsistenz.
  4. Sehr lecker: nach Belieben geriebene Mandeln oder Haselnüsse unterheben.

Das Sauerkraut:

Sauerkraut in einen Topf, etwas Wasser dazu, warm machen. Fertig.
Ich mag Sauerkraut mit Obst, also ein paar Trauben dazu, geschnippelter Apfel oder getrocknete Pflaumen, Aprikosen – probier’s mal aus!

Die Krüstchen:

Brot würfeln, in der Pfanne in Pflanzenöl knusprig rösten, salzen.

Ab auf den Teller das Ganze und guten Appetit!

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