Süchtig nach Käse? – Ein 3-Stufen-Plan zur Entwöhnung

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„Du verzichtest auch auf Käse? Das könnte ich ja nie.“ Die Vorstellung, ohne Käse leben zu müssen, schreckt viele Menschen davon ab, die vegane Lebensweise auszuprobieren. Das Physicians Committee for Responsible Medicine (PCRM) hat einen 3-Stufen-Plan entwickelt, mit dem sich jeder von der Sucht nach Käse befreien kann.


Süchtig nach Käse – eine wissenschaftliche Erklärung

Der Gedanke, Käse vom eigenen Speiseplan zu eliminieren, kann Unbehagen mit sich bringen. Oftmals ist es die letzte „Hürde“ zu einer veganen Lebensweise. Dabei ist es nicht der Käse selbst, sondern die bei der Verdauung entstehenden Casomorphine. Dabei handelt es sich um opiatähnliche Stoffe, welche ungehindert die Blut-Hirn-Schranke passieren können. Diese reizen Rezeptoren im Gehirn und verursachen einen rauschähnlichen Zustand. Casomorphine dämpfen das Bewusstsein, lindern Schmerzen, verändern den Blutdruck und beeinflussen die Peristaltik des Darms. Ähnlich wie Morphine birgt Käse somit ein gewisses Suchtpotential. Unsere Redakteurin Anne hat in ihrem Beitrag bereits Einblick in die genauen Hintergründe genommen.

Alles Käse oder was? Der 3-Stufen Plan zum Käse-Entzug

Das Physicians Committee for Responsible Medicine (PCRM) hat einen 3-stufigen Plan verfasst, um sich von der eigenen Käsesucht zu befreien. Gegründet wurde das Komitee von Dr. Neal Barnard in Washington D.C. Dort befasst man sich intensiv mit gesunder Ernährung und findet kausale Zusammenhänge zwischen Adipositas und Käse. Dieses Lebensmittel beinhaltet eine extrem hohe Energiedichte und ist gefüllt mit gesättigten Fettsäuren, Natrium sowie Cholesterin. Dadurch wird die Verbindung zum metabolischen Syndrom schnell klar. Der Konsum von Käse schadet also nicht nur den Lebewesen, die dafür ausgebeutet werden, sondern ebenso uns selbst. Für eine gesunde und vegane Zukunft empfiehlt es sich also, das 3-Stufen-Programm von der PCRM auszuprobieren.

Stufe 1: Der Realitätscheck*

Käse beinhaltet von allen Lebensmitteln die höchste Dichte gesättigter Fettsäuren. Er besteht bis zu 87% aus Fett und hat mehr Cholesterin als ein Steak und mehr Salz als Tortilla-Chips.

Nach dem Verzehr fettreicher Lebensmittel…
  • steigt die Triglyceridkonzentration
  • steigt der Cholesterinspiegel, resultierend in der Bildung von Ablagerungen
  • werden Blutgerinnungsfaktoren im Blut aktiviert
Zwei Stunden danach…
  • sind die Triglyceridwerte um 60% gestiegen
  • ist die Fließfähigkeit des Blutes um 50% gesunken
Drei Stunden danach…
  • haben die Arterien an Elastizität verloren, resultierend in erschwertem Blutfluss
  • ist die Funktion der Blutgefäße gestört
Vier und fünf Stunden danach…
  • ist das Blut dicker geworden und fließt noch langsamer als zwei Stunden zuvor
  • sind die Triglyceridwerte um 150% gestiegen

Stufe 2: Neue Alternativen finden*

Manchmal müssen wir uns die Umstellung zu einer gesunden Ernährung mittels „Übergangsprodukten“ erleichtern. Warum Übergangsprodukte? Zwar sind diese Produkte nicht weniger fettarm, jedoch können sie die Brücke zwischen einer guten und schlechten Ernährungsgewohnheit schlagen. Und wenn dies der einzige Weg ist, welcher uns über das Wasser führt, dann ist es besser, Käseimitatprodukte zu verzehren, als der Sucht nach Käse zu unterliegen.

Hier sind einige Hersteller, die eine Alternative bieten können:

  • Soyana
  • VegiBelle
  • Violife
  • Wilmersburger
  • Simply V
  • Pural
  • Vegusto
  • Tofutti
  • Frescolat
  • Bute Island

Positiv ist, dass diese veganen Käsealternativen kein Cholesterin sowie weniger gesättigte Fettsäuren enthalten. Nachteilig ist allerdings der hohe Gesamtfettanteil. Daher verlangsamen Käseersatzprodukte, ebenso wie Käse tierischen Ursprungs, eine mögliche Gewichtsabnahme.

Allerdings gibt es fantastische, fettarme Alternativen, wie zum Beispiel Hefeflocken. Sie besitzen eine cremig, käseähnliche Textur, wenn sie in Nudeln, Suppen oder Saucen geschmolzen werden. Fettarmer Tofu kann ebenso eine hervorragende Basis für Käseersatz sein. Tofu gemeinsam mit Gewürzen püriert kann ein überzeugender Ersatz für Ricotta in der Lasagne sein.

Stufe 3: Den Gaumen reinigen*

1981 haben Wissenschaftler aus North Carolina entdeckt, dass Kuhmilch Spuren von Morphin enthält. Dieses lässt sich ebenso in Muttermilch finden. Morphin ist ein Opiat. Casein, ein Protein, welches in Milch enthalten ist, schüttet die Casomorphine aus. Wenn man ein Stück Käse verzehrt, spaltet die Verdauung das Casein in Casomorphine in verschiedenen Längen. Eines davon, ein Kurzkettiges mit nur fünf Aminosäuren, besitzt ein 10%iges Potential des verschreibungspflichtigen Morphins. Dieser Opiateffekt mag der Grund sein, warum tierische Produkte, ähnlich wie opiat-basierende Schmerzmittel, den Darm verstopfen und träge machen.

Für ein Kalb bzw. ein menschliches Baby ergibt diese Sucht nach Muttermilch durchaus Sinn, von einem evolutionären Standpunkt betrachtet. Neugeborene sind davon abhängig, um zu überleben.

Kälber und Babys sind nicht die einzigen, denen diese Information bekannt ist. Erzeuger von Milchprodukten sind sich sehr wohl des Einflusses von Käse bewusst und lassen nichts unversucht, dieses Produkt an jeder Ecke zugänglich zu machen. Die Ausgaben für Marketing und Werbung sind dabei exorbitant. In Amerika wird zur Zeit drei Mal so viel Käse konsumiert wie noch im Jahr 1970. Kein Wunder, dass Käse zum Nr. 1 Lieferanten für gesättigte Fettsäuren in der Amerikanischen Ernährung gehört.

Aber keine Angst – das Verlangen nach Gesundheit kann stärker sein als die Sucht nach Käse. Im Schnitt dauert es 21 Tage um die Gewohnheit zu verändern. Das PCRM hat deshalb ein kostenloses 21-Tage-Vegan-Kickstart Programm ins Leben gerufen.

Und so beginnt man:

  • Suche dir ein 3-wöchiges Zeitfenster, welches dir für eine Ernährungsumstellung passend erscheint.
  • Nutze eine Woche vor dem Start um dich vorzubereiten. Dies bedeutet, Speisekammer sowie Kühlschrank von Milchprodukten zu befreien. Mache dich ebenso auf die Suche nach Ersatzprodukten sowie Rezepten, welche dir durch diese Zeit helfen.
  • Mache es zu 100% für diese 21 Tage. Vermeide gänzlich Käse und andere Milchprodukte.

Nach diesen drei Wochen wird man überrascht sein, wie toll man sich selbst im eigenen Körper fühlt und wie abstoßend Käse aussehen, riechen und schmecken kann.

*Quellenangabe: Physicians Committee for Responsible Medicine
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