Thomas Laschyk – Interview mit dem Aktivisten der Tierrechtsinitiative Augsburg

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Thomas Laschyk von der Tierrechtsinitiative Augsburg

Im Rahmen der von der Tierrechtsinitiative Augsburg (TiA) organisierten Demonstration „Augsburg Pelzfrei 2014” habe ich mich mit Thomas Laschyk von der TiA zum Interview getroffen. Thomas lebt selbst vegan, arbeitet schon seit einiger Zeit bei der TiA und das Thema „Pelze“ ist eines, das ihm persönlich besonders am Herzen liegt.

„Wer Tiere schützen will, sollte sie nicht essen. Alles andere ist absurd!” – Thomas Laschyk

Anne: Hallo Thomas, vielen Dank, dass du dir die Zeit für Dieses Interview nimmst!

Thomas: Sehr gerne!

Anne: Wie lange gibt es die TiA schon und wie lange bis du selbst dabei?

Thomas: Die TiA gibt es jetzt seit insgesamt 4 Jahren, ich selbst bin seit 2 Jahren aktiv mit dabei.

Anne: Was genau ist deine Aufgabe bei der TiA?

Thomas: Ich kümmere mich vor allem um Social Media, PR, Werbung und Vernetzung.

Anne: Warum ist dir das Thema „Pelzfrei“ besonderes wichtig?

Anne im Interview mit Thomas Laschyk

Anne im Interview mit Thomas Laschyk

Thomas: Wir von der TiA sind gegen jegliche Ausbeutung von Tieren. Von diesem Standpunkt aus betrachtet, machen die Toten der Pelzindustrie nur einen sehr kleinen Bruchteil aus. Wir beschäftigen uns noch mit vielen weiteren Industriezweigen, in denen weitaus mehr Individuen leiden. Beim Pelz ist jedoch die Ablehnung in der Bevölkerung am größten, wir sehen das als Einstieg, um mehr Zustimmung von den Menschen zu bekommen. Auch deshalb machen wir die „Augsburg Pelzfrei“ Demonstration. In den Gesprächen mit den Leuten können wir dann auch auf andere Bereiche aufmerksam machen, in denen Tiere ausgebeutet werden. Ich sehe das als gutes Sprungbrett ins Thema Tierschutz. Also „Warum bist du gegen Pelze, alles andere ist für dich aber OK?“.

Anne: Deine Hauptargumente gegen Pelz?

Thomas: Das wichtigste Argument ist: Niemand braucht Pelz! Pelz ist absolut unnötig. Selbst wenn man wegen der Optik unbedingt ein derartiges Kleidungsstück tragen möchte, gibt es absolut gleichwertigen, wenn nicht sogar besseren Kunstpelz, der genau so warm hält. Neben der unglaublichen Tierquälerei, bei der es sich so ziemlich um das Schlimmste handelt, was man einem Lebewesen antun kann, ist es auch noch extrem umweltbelastend, die Tiere müssen gefüttert werden, hier werden Nahrungsmittel verschwendet, der Kot verschmutzt die Umwelt, es kommt zu unnötigen CO2-Ausstößen und der Chemiecocktail, mit dem die Pelze behandelt werden, ist extrem gesundheitsschädlich. Außer der Industrie selbst, braucht niemand Pelz, es handelt sich dabei um ein Verbrechen gegenüber den Tieren und unserem Planeten.

Anne: Du erwähntest ja gerade, dass es eigentlich gar keinen Grund gibt, Pelz zu tragen. Nun ist es ja so, dass die Nachfrage den Markt bestimmt. Wie kann es sein, dass es in der heutigen Zeit noch ein Nachfrage für Pelz gibt?

Thomas: Die Nachfrage wird vor allem von der Industrie künstlich aufrecht erhalten, durch Werbung und Marketing wird suggeriert, es sei natürlich, notwenig und nützlich. Oft passiert es auch, dass, wie zum Beispiel durch die Pelzkragen, die derzeit in Mode sind, der Pelz aus dem Vordergrund rückt, sprich, die Menschen wollen heute nicht mehr wie zu Großmutters Zeiten einen Pelzmantel tragen, sondern einfach nur eine schicke Jacke haben, der Pelz wird dabei einfach mit gekauft. Sehr oft ist Pelz fälschlicherweise als Kunstpelz deklariert, nur so können die Händler ihre Industrie, die sie reich macht, weiter am laufen halten.

Anne: Das bringt mich auch schon zu meiner nächsten Frage. Mich persönlich regt es ja besonders auf, dass viele Menschen gar nicht wissen, dass sie Pelz tragen, da viele Pelze z. B. an Kapuzen, Kragen und Mützen als „Kunstpelz“ ausgezeichnet sind. Was ist deine Meinung dazu, wie kann sich das in Zukunft ändern?

Thomas: Einerseits wollen wir aufklären, was wir u. a. mit unserer Demo heute und mit dem regelmäßigen Betreiben von Ständen in der Innenstadt machen, wir müssen die Menschen aufklären, ihnen bewusst machen, dass das Thema Pelz und Leid ein sehr gegenwärtiges ist und auch sie persönlich betrifft. Sie müssen daran denken, wenn sie Pelz sehen und am besten nicht mal Kunstpelz kaufen. Gleichzeitig setzen wir uns dafür ein, dass Pelz bzw. Kunstpelz in Zukunft klar deklariert wird. Es sollte auf jeden Fall immer ein Thema sein und in den Köpfen bleiben.

Anne: Das Hauptproblem ist ja, dass es heutzutage noch keine klare Auszeichnungspflicht gibt, der Pelz ist als Kunstpelz ausgezeichnet und es kann aber sein, dass es sich dabei um das Fell eines Hundes oder einer Katze handelt.

Thomas: Viele Menschen denken einfach gar nicht daran. Sie sehen den Besatz und ihnen kommt dabei einfach nicht in den Sinn, dass es sich dabei vielleicht um Echtpelz handeln könnte. Solange das der Fall ist, können sie auch nicht aktiv darauf achten. Daher sehe ich uns und auch alle anderen Tierschützer in der Pflicht, das Bewusstsein dafür zu steigern.

Anne: Tierisches versteckt sich ja nicht nur in Kleidung, sondern auch in Lebensmitteln, Essig, Säfte und Weine werden mit Gelatine oder Fischblase geklärt, in Chips ist Wild enthalten, obwohl auf der Packung kein Hinweis in die Richtung zu finden ist und in Schokolade befindet sich Schellack. Die Menschen essen das einfach mit und wissen zum Großteil gar nicht, dass sie beim Verzehren dieser Lebensmittel Tierisches zu sich nehmen. Was kann man tun, um hier in Zukunft für mehr Aufklärung zu sorgen und die Menschen besser zu sensibilisieren?

Thomas: Auch hier muss ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass Tiere auch versteckt auf unseren Tellern und in unseren Lebensmitteln landen, weil die Industrie jeden Abfall aus der Tierproduktion noch zu Geld machen möchte. Frei nach dem Motto „Das merkt doch sowieso keiner.“. Es handelt sich dabei nicht um essentielle Bestandteile, was ja auch viele vegane Produkte beweisen, die mindestens gleichwertig sind.

Anne: Was hältst Du davon, dass viele Menschen gegen Pelz sind, aber Leder ganz selbstverständlich tragen, hier handelt es sich doch auch um die Haut von Tieren? Liegt das daran, dass viele Kühe immer noch als „Nutztiere“ sehen, zu denen sie keinen Bezug haben, oder denken die Leute da schlichtweg nicht drüber nach?

Thomas: Ich denke, dass die Menschen, wie so oft, wenn es um tierische Produkte geht, einfach nicht darüber nachdenken. Zum einen liegt es hier daran, dass Pelz inzwischen ziemlich in Verruf geraten ist, da bereits seit zig Jahren in Kampagnen dagegen vorgegangen wird. Pelz ist ja das Vorzeigethema, wenn man von Tierschutz spricht. Zum andern ist Leder in unserer Gesellschaft noch viel verwurzelter. Viele wichtige Alltagsgegenstände sind aus Leder – Gürtel, Geldbeutel, Möbel. Den Menschen fällt es schwerer, diese wegzudenken. Es gilt als viel normaler, natürlicher als Pelz, der eher als Luxusgut wahrgenommen wird. Letztlich ist es so, dass Kühe für die Menschen „Nutztiere“ sind, die „dazu da sind“, dass man irgendwelche Produkte aus ihnen herstellt. Im Gegensatz zu Pelztieren, die ja Hunde, Katzen oder Wildtiere sind, die oft mit einem romantisch verklären Blick und als in Freiheit lebend betrachtet werden. In dieses Bild passt die Ausbeutung weniger hinein. Ein klassisches Beispiel von kognitiver Dissonanz eben.

Anne: Was gibt es außer „Pelzfrei“ noch für Hauptthemen bei der TiA?

Thomas: Im letzten Jahr haben wir unter anderem eine Kampagne gegen Käfig- und Bodenhaltung bei Hühnern gemacht und damit darauf aufmerksam gemacht, wie viel Leid im Frühstücksei steckt. Grundsätzlich sind wir gegen jede Form der Tierquälerei, auch gegen Tiere im Zirkus und gegen Tierversuche. Außerdem unterstützen wir auch andere Organisationen bei ihren Demonstrationen. Wenn irgendwo Bedarf herrscht, handeln wir. Hauptaugenmerk liegt unter anderem auf der Hühnerhaltung und auf der Fischerei, weil hier statistisch gesehen die meisten Individuen leiden. Wenn wir wirtschaftlich denken wollen und einen Menschen dazu bringen, zumindest eine Sache wegzulassen, seien es Produkte, die an Tieren getestet wurden, Produkte mit tierischen Inhaltsstoffen, Pelzprodukte oder Leder, ist damit schon einiges gewonnen. Am allerbesten wäre es natürlich, jegliche Tierausbeutung zu verhindern und zu beenden.

Anne: Wie lange bist Du selbst schon Veganer und hattest Du dabei ein besonderes Vorbild?

Thomas: Ich lebe jetzt seit fast zwei Jahren vegan, seitdem bin ich auch im Tierschutz aktiv. Die einzige vegan lebende Person, die ich zu dem Zeitpunkt kannte, hatte mich nach nur drei Monaten überzeugt, es ihr gleichzutun. Die vegane Szene lernte ich erst später richtig kennen. Auch mit den Argumenten habe ich mich nach und nach erst beschäftigt und eins nach dem anderen hat mich weiter in meiner Entscheidung bestärkt. Spezielle Vorbilder hatte ich am Anfang eigentlich nicht, die sind erst im Laufe der Zeit aufgetaucht. Das sind unter anderen Melanie Joy, die den Begriff des Karnismus geprägt hat, Nick Cooney und besonders auch die amerikanische Philosophin, Tierrechtsaktivistin und Feministin Lisa Kemmerer.

Anne: Ich persönlich frage mich ja heute oft, warum ich nicht schon früher die Entscheidung getroffen habe, vegan zu leben. Wie ist das bei dir, kennst du das auch? Falls ja, ärgerst du dich darüber?

Thomas: Ich denke mir auch, ich hätte es schon viel früher machen sollen, eigentlich hätte ich es schon immer sein sollen. Ich denke mir aber, ich wusste es lange Zeit einfach nicht anders. Außer ein paar Vegetariern in meinem Bekanntenkreis kannte ich einfach sehr lange niemanden, den es interessiert hat. Keiner hat darauf aufmerksam gemach, ich bin einfach, wie so viele, mit dieser Ideologie aufgewachsen, ich war mir dessen einfach nicht bewusst. Ich bin sehr froh, dass ich eines Tages darauf aufmerksam gemacht wurde und es erkannt habe. Für mich überwiegt der Stolz, dass ich es durchgezogen habe.

Anne: Wie viele AktivistInnen hat die TiA?

Thomas: Das fluktuiert ein Bisschen, bei uns gibt es keine Mitgliedsanträge, keine Buchführung über die AktivistInnen oder dergleichen. Wir sind über jeden froh, der sich anschließt und uns unterstützt. Viele Leute kommen regelmäßig zu unseren Demos und man könnte sie auf alle Fälle als AktivistInnen bezeichnen, der enge Kreis, der immer dabei ist, sich um die Organisation kümmert und Veranstaltungen plant beläuft sich auf dreißig bis fünfzig Personen. Wenn man alle zusammenzählt, müsste man damit auch ungefähr bei der heutigen Teilnehmerzahl landen. (lacht).

Anne: Gibt es, außer zu den Demos zu kommen, noch weitere Möglichkeiten, die TiA zu unterstützen?

Thomas: Es darf auch gespendet werden, denn die Materialien für Stände, Schilder, Plakate, Flyer etc. kosten ja auch einiges. Außerdem freuen wir uns natürlich sehr, wenn man die Tierrechte selbstständig vorantreibt und den Gedanken in die Welt trägt, das hilft den Tieren natürlich besonders.

Anne: Liest man sich durch die Facebook-Gruppen und veganen Foren, stößt man auf einige, die von Umbruchstimmung reden. Ich finde schon, dass sich in den letzten Jahren einiges getan hat, Discounter bieten Sojamilch an, überall stehen vegane Kochbücher in den Regalen der Buchläden. Auf der anderen Seite wird man als Veganer auch noch häufig belächelt. Wie siehst du das?

Thomas: Ich persönlich habe auch das Gefühl, dass sich die Grundstimmung in der letzten Zeit stark verändert hat. Vegan ist in der Welt und in den Medien zum Thema geworden, die Menschen reden darüber. Das spielt sich vielleicht noch etwas einseitig ab, da ja derzeit nur rund ein Prozent der Bevölkerung vegan lebt, aber solange es sich im Diskurs befindet, glaube ich, dass es auf jeden Fall sein Ziel erreichen wird. Solange nicht darüber gesprochen wird, kann es zu keiner Veränderung kommen und derzeit wird viel darüber gesprochen. Da alle Medien, ob positiv oder negativ darüber berichten, wird es den Menschen nach und nach ein Begriff, die Idee verbreitet sich. Je mehr Menschen davon hören und die Wahrheit darin erkennen, desto weiter wird es sich verbreiten. Ich denke, dass wir die kritische Masse, die sich für die Rechte der Tiere einsetzt und gegen das Leid der Tiere spricht, erreicht haben, somit besteht definitiv eine Chance, in den nächsten Jahren einen dauerhaften Umbruch zu erreichen.

Das vegane Angebot und Aktivismus in Augsburg wachsen

Anne: Deine Meinung zu Augsburg is(s)t vegan?

Thomas: Auch, wenn ich es natürlich hoffe, glaube ich nicht, dass Augsburg DER Vorreiter im Bekanntwerden des Veganismus ist, dafür befinden wir uns hier einfach zu tief in Bayern (lacht). Ich glaube, dass wir uns hier von Städten wie Berlin, die eine richtig aktive Szene haben und inzwischen über ein gigantisches Angebot verfügen, noch jede Menge abgucken können. So klein müssen wir uns allerdings auch nicht machen, ich denke dass wir für die spezielle Region hier und für die fünfundzwanzigstgrößte Stadt Deutschlands, die Augsburg ist, schon ein ziemlich gutes Vorbild sind.

Anne: Was hältst du vom derzeitigen veganen Angebot in Augsburg?

Thomas: Es wird immer, besser. Als ich mich vor zwei Jahren umgestellt habe, sah es noch etwas düsterer aus, aber auch damals konnte man dank der diversen Online-Shops ganz gut klar kommen. Inzwischen findet man in allen größeren Supermärkten was man braucht, es gibt mehrere große Biosupermärkte, immer mehr Lokale und sogar schon einen veganen Lieferdienst, welche Stadt kann das schon von sich sagen.

Anne: Wie werden Demos und Veranstaltungen in Augsburg deiner Meinung nach grundsätzlich angenommen/besucht?

Thomas: Ich bin sehr zufrieden mit den Frequenz der Aktivisten in Augsburg. Ich habe nicht den Eindruck, dass Augsburg sich für seine Aktionen nicht zu schämen braucht! Ganz im Gegenteil, die Szene in der Stadt ist immer bereit, auch spontan zu einer Demo zu kommen, auch wenn dies dann nur den „harten Kern“ betrifft. Die Presse und auch die Polizei berichten immer gut, wir hatten in der Hinsicht noch nie Probleme, das läuft alles immer sehr friedlich und freundlich ab.

Anne: Jeder Veganer kennt das: Man sitzt mit Bekannten oder der Familie am Tisch. Eigentlich will man sich nur über den letzten Urlaub oder über das Wetter austauschen. Es ist aber Omni-Bingo angesagt. Aus dem schlechten Gewissen oder der versteckten Neugierde der anwesenden Fleischesser resultieren Fragen wie „Was isst du denn dann überhaupt noch?“ und „Was sollen wir denn dann mit den ganzen Kühen machen?“. Was ist deine persönliche Lieblings-Omni-Bingo-Frage und wie antwortest du darauf?

Thomas: Ich glaube, die seltsamste Frage, die ich immer wieder zu hören bekomme, ist: „Warum müssen Veganer ihr Essen denn wie Fleisch formen, wenn sie es doch ablehnen?“, oft gefolgt von: „Ich forme mein Fleisch ja auch nicht wie ein Salatblatt.“ Meistens ist der Verfasser dieses geistigen Tiefhängers dann auch noch ganz stolz, soeben den zentralen Widerspruch des Veganismus entdeckt zu haben. Das amüsiert mich schon sehr. Ich weise dann gerne darauf hin, dass Fleisch auch nicht in Form einer Wurst oder eines Steaks in der Gegend herumläuft und auch erst in diese praktische Form gebracht wird. Außerdem lehnen Veganer ja häufig nicht den Geschmack oder die Textur ab, sondern das Leid, dem die Speisen entstammen. Wenn es also tierleidfreie Alternativen gibt, spricht doch nichts dagegen. Was erwarten die Menschen denn (zitiert den Graslutscher)? „Dass vegane Wurst in Zukunft nur noch in Oktaederform gepresst verkauft wird, damit sie nicht an Wurst aus Fleisch erinnert? Dann sollten aber Abstinenzler ihr alkoholfreies Bier auch nicht mehr aus Bierflaschen trinken, sondern aus Bratpfannen mit Strohhalmen drin.” (lacht).

Anne: Eine Sache, die jeder Mensch für den Tierschutz tun sollte?

Thomas: Wer Tiere schützen will, sollte sie nicht essen. Alles andere ist absurd!

Anne: Neben deinem Studium und Deiner Arbeit für die TiA betreibst du u. A. das Blog „Der Volksverpetzter“, in dem sich alles um Lokal-, Bundes- und Weltpolitik dreht, du hältst Vorträge und bist auch schon beim Poetry Slam aufgetreten. Bleibt dir bei so viel Action noch Freizeit? Wenn ja, wie verbringst du sie?

Thomas: Ich beschäftige mich sehr gerne mit diesen Dingen, ich betrachte sie als meine Leidenschaft. Wenn ich nicht gerade nicht jobbe oder zur Uni gehe, verbringe ich meine Zeit eben gerne mit Schreiben und Vorträgen. Wenn ich sonst mal einen Nachmittag für mich finde, lese ich auch gerne Bücher, denn immerhin studiere ich ja Literaturwissenschaft (grinst).

Wenn man sympathisch bleibt, kann man selbst ein gutes Vorbild sein

Anne: Welchen Tipp würdest du unseren Lesern geben, um den Tierschutzgedanken und den Veganismus noch weiter zu verbreiten?

Thomas: Eine wichtige Grundregel ist sicherlich: Cool bleiben. Auch wenn die vegane Idee auf dem Vormarsch ist, sind viele Menschen noch ignorant und möchten provozieren. Das Beste, was man für sich selbst und die Tiere tun kann, ist Ruhe zu bewahren, sachlich zu bleiben und keine Angriffsfläche zu bieten. Das mag den Provokateur nicht sofort bekehren, aber man geht zumindest mit gutem Beispiel voran. Wenn man sympathisch bleibt, kann man selbst ein gutes Vorbild sein und anderen dabei helfen, den richtigen Weg zu finden.

Anne: Die Demo heute soll an einen Trauermarsch erinnern, es wird unter anderem ein Sarg getragen. Wie kamt ihr auf das Thema?

Thomas: Die Pelzfrei Demo war auch bereits in den vergangenen Jahren eine Schweigedemo, der Tod und die melancholische Musik gehören schon immer dazu. In diesem Jahr schlug jemand den Sarg vor, den wir dann direkt mit eingebaut haben. Als wir feststellten, dass das alles zusammen eigentlich einen Trauermarsch ergab, baten wir wir die Teilnehmer noch spontan darum, in schwarzer Kleidung zu kommen. Es kam also eins zum anderen, kann man sagen.

Anne: In wenigen Minuten startet hier die Demo, hoffentlich mit möglichst vielen Teilnehmern und Presserummel. Welches Projekt steht für dich persönlich und für die TiA als nächstes an?

Thomas: Die TiA wird sich als nächstes mit dem Thema Milch befassen. Auch ist ab Ende Oktober wieder ein Zirkus mit Tieren in der Stadt, dort hat eine Aktivistin täglich eine Protestkundgebung angemeldet, natürlich sind wir da auch mit dabei.

Anne: Vielen Dank noch mal für das tolle Interview! Es war mir eine Freude, deine Bekanntschaft zu machen!

Thomas: Hat mich auch gefreut, war ein sehr schönes Gespräch, ich hoffe, man hört auch in Zukunft voneinander!

Impressionen der Demonstration „Augsburg Pelzfrei“ der Tierrechtsinitiative Augsburg

An der Demonstration „Augsburg Pelzfrei“ der Tierrechtsinitiative Augsburg haben 140 Menschen und ein halbes Dutzend Hunde teilgenommen. Unterwegs schlossen sich scheinbar spontan immer wieder Personen dem Zug an und marschierten mit, weshalb es am Ende noch einige mehr waren. Wer sich für die Arbeit der TiA interessiert und sich gerne darüber informieren möchte, kann dies unter diesem Link tun.

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