Tierrechtsorganisationen – Wie weit würdest du gehen?

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Anfang des Jahres 2013 hat Dustin Hoffman eine der bekanntesten Tierrechtsorganisationen – PETA – als „radikale, faschistische Organisation“ bezeichnet. Sonja Zietlow, die wohl einige als Moderatorin des Dschungelcamps („Ich bin ein Star – holt mich hier raus“) kennen und die sich selbst als engagierte Tierschützerin sieht, sagt über PETA: „Die sind mir zu fanatisch, zu aggressiv, zu intolerant“. Mich wundert das bei Frau Zietlow etwas weniger, moderiert diese „Tierschützerin“ doch eine Sendung in der eine Hauptattraktion das Verzehren von Tiergenitalien oder ganzer, teils noch lebender, Tiere ist.

Solche prominenten Äußerungen gegen populäre Tierrechtsorganisationen entstehen vielleicht durch das ein oder andere Zitat der PETA Gründerin Ingrid Newkirk, die zum Beispiel einmal sagte: „ Die Menschheit ist wie ein Krebsgeschwür gewachsen. Wir sind der größte Pesthauch auf diesem Planeten.“

Aber Moment! Ich nehme das ganz anders war. Aus meiner Perspektive ist PETA doch eher der sehr engagierte und gerne mit prominenter Unterstützung agierende „zarte Riese“ unter den Tierrechtsorganisationen. Wie sehen denn dann Außenstehende wie Hoffman und Zietlow Organisationen wie Sea Shepherd oder gar die Animal Liberation Front, bei denen nicht besonders lange Diskussionen geführt werden oder mit abschreckenden Bildchen rumgewedelt wird.

Diese Tierrechtsorganisationen sind für ihre Aktionen bekannt. Versuchstiere aus Laboren befreien oder japanische Walfangschiffe rammen, um sie aufzuhalten sind ihre Mittel im Kampf für die Rechte der Tiere. Der Veganismus wird von vielen Menschen als Lebensform gewählt, weil sie die Rechte der Menschen nicht über die der Tiere stellen. Mir drängt sich da sofort ein Gedanke auf: Wenn für Menschenrechte gekämpft wird, ist es in der Wahrnehmung der Gesellschaft oft ein heroischer, selbstloser Akt der Menschlichkeit. Kämpft man mit gleichen Mittel und der gleichen Überzeugung für die Rechte und die Freiheit der Tiere, sieht man sich mit den oben stehenden Meinungen konfrontiert.

Am Ende bleibt die Entscheidung wie und wie sehr man sich für etwas einsetzt jedem selbst überlassen. Es gibt genug zu tun und genug Aufklärung zu leisten. Wir bei Vegan-News tragen unseren Teil dazu bei, indem wir genau diese Aufklärung vorantreiben. Ich persönlich ziehe meinen Hut vor Aktivisten wie den Sea Shepherd, deren unermüdlicher Einsatz schon so vielen Tieren das Leben rettete. Diese Aktivisten sind die Speerspitze einer Bewegung, die nicht, wie so oft in der Presse dargestellt wird, anderen Menschen etwas wegnehmen möchte. NEIN! Ihr Ziel ist es denen die nicht für sich selbst sprechen können eine Stimme zu geben – und manchmal vielleicht auch mehr…

Werbevideo einer der bekanntesten Tierrechtsorganisationen: PETA Deutschland e.V.

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Kommentare

  1. meint

    Ich bin Bloggerin und verzichte weitestgehend auf Beauty-, Haushalts- und Haarprodukte, die von Firmen kommen, die noch immer Tierversuche durchführen. Für mich ist dieser Gedanke an die Tiere mehr als schrecklich, allein auch weil ich zwei kleine süße Häschen habe. Dennoch – sobald ich etwas in diese Richtung poste (sei es auf meinem Blog oder bei Facebook) gibt es so gut wie keine Reaktion. Die Menschen verschließen penetrant die Augen. Und das liegt an solchen Aussagen wie die von Zietlow oder Hoffman. Es ist furchtbar mit was für einer Arroganz die Menschen diese wichtigen Themen einfach abwinken und es auf die „Radikalität irgendwelcher Organisationen“ abwälzen.
    Niemand ist auf die Welt gekommen, um für Haarprodukte oder Lidschatten gequält zu werden. Aber wenn ich mir die Berichterstattung in aller Welt ansehe, wie die Menschen bereits miteinander umgehen, wieso sollte das bei Tieren anders sein?
    Ich weiß nicht, was man ändern kann. Ich kann nur für mich sprechen und ich spende regelmäßig der PETA, kümmere mich um meine und andere Tiere und hoffe, dass irgendwann mal die Leute nicht mehr wegschauen oder für Coca Cola Tiere schädigen müssen.

  2. Silke Röpke meint

    Jeder muss seinen Weg finden und kann großes Stück dazu beitragen, die Welt etwas besser zu machen…

    Tiere retten und befreien: Cool! Aber viel härter ist die Arbeit danach. Wer kümmert sich? Wer pflegt sie? Wer bezahlt für sie? Die Menschen, die jahrelang im Stillen dafür ihre Zeit und ihr Geld opfern, zolle ich Respekt und Ihnen gebührt Dank und Anerkennung.

  3. Tiffany meint

    Den Kommentar von Stella geschrieben,finde ich 100% zutreffend.Leider leben wir in einer grausamen Welt mit soviel Leid, womit wir täglich konfrontiert werden. Es ist oft schwer auszuhalten und nicht Psychisch daran zu erkranken.Zu kämpfen, um ein wenig Tierleid zu lindern.Schade auch das Tierschützer und Tierrechtler oft verfeindet, keine Basis schaffen und eigene Interessen immerwieder in den Vordergrund schieben.Leider wird auch in vielen Vereinen nur Spenden gesammelt und braucht man diese Vereine mal, sind sie nicht für zuständig oder haben kein Interesse. Unterstürzung wird sowieso oft abgelehnt nur als zahlendes Mitglied.Und ja…ich spreche hier aus 20 jähriger Erfahrung
    Darum ändert sich auch in Puncto Tierrecht so wenig

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