Tierversuchsstatistik – Zahlen für Österreich 2014

Print Friendly

Laut kürzlich erschienener Tierversuchsstatistik vom Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (bmwfw) mussten im Jahr 2014 in Österreich exakt 209.183 Tiere für Forschungszwecke leiden bzw. sterben. Somit ist die Anzahl in den letzten 10 Jahren um knapp 12% gestiegen, obwohl sich die verantwortlichen Stellen stets dafür aussprechen, nach dem 3R-Prinzip zu handeln.

Tierversuche in Österreich

Besonders die Befürworter der Tierindustrie stimmen stets positiv für die Durchführung von Tierversuchen. In der Argumentation wird meist die unabdingbare Notwendigkeit zum Wohle der Menschheit genannt. Stolz spricht man auch häufig von Alternativen, die heute bereits möglich sind. Die nun erschienene Tierversuchsstatistik vom bmwfw zeigt aber eine eindeutig andere Entwicklungstendenz. 209.183 Tiere mussten 2014 in österreichischen Versuchslabors leiden bzw. sterben. Davon entfallen unglaubliche 47% auf die Grundlagenforschung, um die reine Neugier des Menschen zu befriedigen. Zur angewandten Forschung zählen nur 22,9% und zur Verträglichkeitsprüfung von Chemikalien und anderer Stoffe 22%.

In konkreten Zahlen ausgedrückt kann für 2014 also eine traurige Bilanz gezogen werden:

  • 104.207 Mäuse
  • 8.168 Kaninchen
  • 3.589 Schweine
  • 5.214 Ratten
  • 2.127 Haushühner

und noch viele Lebewesen mehr…

Leiden für die Forschung

Traurigerweise gehen Tierversuche meist mit Schmerzen der wehrlosen Lebewesen einher. Das Tierversuchsgesetzt nennt eine Einteilung in 4 Schweregrade. „Keine Wiederherstellung der Lebensfunktion“, „gering“, „mittel“ bzw. „schwer“. Die entsprechende Zuordnung wird entsprechend der schwerwiegendsten Auswirkung des Versuches vorgenommen. Laut der Tierversuchsstatistik mussten 2014 somit 40,5%!!! Aller Versuchstiere mittlere bis schwere Schmerzen ertragen.

Tierversuchsgesetz zum „Schutz“ der Tiere

Wenn man sich durch das Tierschutzgesetz von 2012 ließt, kommt es einem aufgrund vieler Formulierungen schon fast wie ein schlechter Scherz vor. „Gegenstand dieses Bundesgesetzes ist der Schutz folgender Tiere, soweit diese zu wissenschaftlichen Zwecken oder Bildungszwecken verwendet werden oder verwendet werden sollen“ heißt es zunächst im ersten Abschnitt. Ethisch bedenklich wird es dann spätestens im 6. Paragraphen: „Tierversuche dürfen nur an Tieren durchgeführt werden, die die geringste Fähigkeit zum Empfinden von Schmerzen, Leiden oder Ängsten haben oder die geringsten dauerhaften Schäden erleiden.“ bzw. „Der Tod ist als Endpunkt eines Tierversuchs möglichst zu vermeiden und durch frühe und möglichst schmerzlose Endpunkte zu ersetzen.“. Hier wird schnell klar, dass in unserer Gesellschaft Tiere nicht als fühlende Lebewesen sondern als Sache eingestuft sind.

xc45jjk1

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *