Live And Let Live – Punktlandung zur Weltpremiere des Films über Veganismus

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vegan Film

Veganismus ist in aller Munde und das ist gut so. Kann ein Film wie „Live And Let Live“ da noch etwas addieren? Der Macher des Films, Marc Pierschel aus Münster, hofft darauf. Und um das vorweg zu nehmen: „Live And Let Live“ kann es.

Ohne Deadline keine Fertigstellung – Punktlandung im zweiten Anlauf

Gestern, am 03.11.2013, war es dann endlich soweit. Nachdem Produzent und Regisseur Marc Pierschel die Uraufführung seines den veganen Lifestyle propagierenden Werkes noch einmal um einen Monat verschieben musste, wurde sein Film pünktlich zum zweiten Anlauf fertig. In den letzten Tagen vor der Weltpremiere konnten wir via Facebook miterleben, wie Pierschel fieberhaft auf die Fertigstellung von „Live And Let Live“ hinarbeitete. Das der Film möglicherweise ein wenig mit der heißen Nadel gestrickt war, merkte man weder Macher noch Werk an.

Kurz vor der Aufführung gab Marc Pierschel unserer Redakteurin Sabine noch die Chance ein kurzes Video-Interview mit ihm aufzuzeichnen:

Mein erster veganer Blockbuster

Im komplett ausverkauften Kinosaal des Cinema in Münster – es waren rund 150 Zuschauer anwesend – verkroch ich mich mit Sabine und Steffi vom VEGAN-NEWS-Redaktionsteam vorne in der Mitte der zweiten Reihe und wir freuten uns auf die kommenden 80 Minuten.

Ein Film zum Thema „vegan“ der funktioniert

Natürlich ist es für mich schwer eine um Objektivität bemühte Kritik zu einem Film zu verfassen, der ein Thema präsentiert, welches mir am Herzen liegt und mittlerweile zu gewissen Teilen mein Leben und das meiner Familie beeinflusst. Insofern würde ich fast jede öffentliche Darstellung von Veganismus begrüßen, so lange sie nicht völlig verzerrend und kontraproduktiv ist.

Aber Marc Pierschels Film geht weit über das Level hinaus, das meine persönliche „der Streifen ist ganz okay“-Marke darstellt. Der Flyer zum Film bringt das Konzept gut auf den Punkt:

Live And Let Live“ ist ein Dokumentarfilm über unser Verhältnis zu Tieren, die Geschichte des Veganismus und die ethischen, ökologischen und gesundheitlichen Hintergründe, die Menschen dazu bewegen, vegan zu leben.

Pierschel verzichtet in „Live And Let Live“ auf Themen wie Tierversuche, Tiere im Sport oder die Jagd und fokussiert sich völlig auf Ethik, Ökologie und Gesundheit im Hinblick auf die Aspekte Ernährung und Nahrungsmittel-Produktion. Und das funktioniert ausgesprochen gut, denn er illustriert diese Aspekte anhand des persönlichen Bezugs und der individuellen Historie vieler interviewter VeganerInnen in „Live And Let Live“. Hierdurch gelingt es dem „Vegan-Film“ das Thema greifbar und fühlbar zu machen. Selbst als „alter Hase“ im Bereich Veganismus konnte mich der Film fesseln. Die präsentierten Hard-Facts waren zwar größtenteils bekannt, aber Marc Pierschel schafft es stringent und ohne Langeweile zu präsentieren und vor allem durch die Verknüpfung mit den interviewten Personen Leben in den Film zu bringen.

„Live And Let Live“ schafft Nähe zum Thema und setzt auf Empathie

Vegan Film Live and let live kurz vor der Premiere

Noch schnell einen Tee trinken und dann startete die Welt-Premiere von „Live And Let Live“, dem vegan Film von Marc Pierschel

Diesem Film zum Thema Veganismus gelingt, was ein Film wie Earthlings nicht so gut schafft. Durch den Verzicht auf Schockmomente und das Setzen auf die verschiedenen, glaubhaft dargestellten und nachvollziehbaren Wege, die Menschen zum Veganismus brachten, schafft der Film eine unglaubliche Nähe und Eindringlichkeit. Veganismus wird greifbar, weil auf authentische Art Personen gezeigt werden, die Einblicke in Ihren Weg und Ihr Leben geben. Unterfüttert wird mit Beiträgen von Personen wie Peter Singer, Tom Regan, Melanie Joy und einigen anderen, die sich durch Ihre Grundlagen-Arbeit im Bereich der Ethik um Tierrechte verdient gemacht haben. Auch ein Rückblick auf die noch jungen Anfänge des Veganismus in England um 1944 ist enthalten. Bemerkenswert hierbei ist, dass der 1944 von Donald Watson verfasste Artikel in der Vegan News (hmm, wo haben wir da wohl abgekupfert… ;-)) heute im Grunde noch genauso aktuell ist wie vor beinahe 70 Jahren. „The Times They Are a-Changin’“ – wenn es um Veganismus geht, auf jeden Fall noch nicht schnell genug.

All das macht „Live And Let Live“ zu gelungenen 80 Minuten, die sowohl für Interessierte als auch „Lang-Zeit-Veganer“ fesseln, bestärken und vielleicht sogar verwandeln. Teils ist der Film im englischen Original-Ton mit Untertiteln gehalten. Audio- und Videoqualität sind durchgehend auf hohem Niveau, so dass der Film an diesen Stellen auch für Personen mit weniger umfangreichen Englischkenntnissen flüssig nachvollziehbar ist. Auch die von Marc Pierschel im vergangenen Interview mit VEGAN-NEWS angekündigte Schul-Version des Filmes wird sicher gut funktionieren und der angenehm passende Soundtrack weiß ebenfalls zu begeistern.

 Abgerundet wurde der Film über Veganismus mit einer Q&A-Session

Am Ende der Vorführung betrat ein sichtlich erleichterter und zufriedener Marc Pierschel zusammen mit 4 „Akteuren“ aus „Live And Let Live“ die Bühne, um sich noch einer kurzen Frage-Antwort-Session zu stellen, die eher eine engagierte Diskussionsrunde wurde. Hier taten sich aus meiner Sicht übrigens besonders Karin Mück und Jan Gerdes vom Hof Butenland hervor, die mich mit ihrer offenen, authentischen und auf viel Lebenserfahrung gründenden Art Veganismus darzustellen und zu leben sehr ansprachen. Durch und durch sympathische Menschen, die mit Ihrer Nachhaltigkeit und Ehrlichkeit für viel Nachhaltigkeit sorgen und sorgen werden.

Mein Fazit zu „Live And Let Live“

Mich hat „Live And Let Live“ vollkommen überzeugt. Man merkt mit wie viel Engagement und Herzblut alle Beteiligten zu Werke gegangen sind. Herausgekommen ist dabei ein professioneller Kinofilm, der den erhobenen Zeigefinger stecken lässt und eindringlich und emotional subtil eines der wichtigsten Themen unserer Zeit aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet und für jeden Menschen greifbar macht. Ich halte den Film auf DVD auch für ein ideales Geschenk, um geliebten Menschen, die leider (noch) nicht vegan sind, Veganismus näher zu bringen.

Wenn Du den Film sehen möchtest, dann hast Du im Cinema in Münster dazu die Chance. Aufführungen in anderen deutschen Städten wird es ebenfalls geben und wenn Du dazu Infos möchtest oder willst, dass „Live And Let Live“ auch in Deiner Stadt gezeigt wird, dann schreibe an: office@letlivefilm.com

Nach Erscheinen der DVD-Version werden wir hier auf VEGAN-NEWS auch einige Exemplare zur Verlosung erhalten.

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