Löwenzahn-Honig – So machst Du den veganen Honig selber

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Löwenzahn-Honig
Unsere Tochter ist 2 Jahre alt. Und wie das mit Kleinkindern so ist, besteht ein großer Teil des Tages aus Fragen. Manchmal brauchen diese Fragen eine kurze Antwort, ein anderes Mal auch eine längere Erklärung. Manchmal findet man die beste Antwort aber auch eher in einem kleinen „Experiment“.

Gestern war endlich mal wieder so schönes Wetter, dass wir das Frühstück im Sonnenschein auf der Terrasse genossen haben. Unsere Tochter hat dies etwas aktiver gestaltet und ihren Toast während einer kleinen Gartenerkundungstour geknabbert. Und dabei hat sie vor allem immer ein Auge für die kleinen Bewohner unseres Gartens. Da werden die Ameisen bestaunt, die Vögelchen beobachtet und an den vielen großen und kleinen Blumen geschnuppert. Und manchmal passiert es dann, dass ein kleines Tierchen auf einer dieser Blumen landet.

Löwenzahn Honig selber machen

„Guck mal Mama!”

„Guck mal, Mama!“ heißt es dann. „Das ist eine Biene!“ gebe ich zurück. „Biene macht?“ lautet die unausweichliche Frage und ich sage meiner Tochter, dass die Biene wahrscheinlich Blütenstaub sammelt, damit sie später Honig daraus machen kann. „Honig?“ fragt meine Kleine nach. „Honig ist ganz süß und die kleinen Bienen machen den Honig aus den Blumen, weil sie ihn so gern essen.“ Das war die Antwort, von der ich dachte, dass sie meiner Tochter für’s Erste ausreicht. Doch sie schaut erst die Biene und dann mich an und fragt: „Hannah auch Honig essen?“. Ich erkläre ihr also, dass wir der Biene den Honig nicht wegnehmen wollen, sie macht sich doch so viel Arbeit und wäre dann ganz sicher sehr traurig. Das versteht Hannah sofort und so fragt sie stattdessen: „Hannah auch Honig machen?“ Mhm…Also…Tja…Warum eigentlich nicht!?

Unser Rezept für einen veganen Löwenzahn-Honig

Und so schnappen wir uns ihr kleines Körbchen und machen uns auf den Weg durch den Garten. Wir laufen eilig von Löwenzahn zu Löwenzahn und sammeln einige der Blüten ein. Natürlich nur die, auf der „Keine Biene da!“ ist.

Mit 3 Handvoll Löwenzahn-Blüten machen wir uns auf den Weg in die Küche. Dort entfernen wir die Stängel und versehentlich mitgenommenes Gras. Die Löwenzahn-Blüten spülen wir gründlich mit kaltem Wasser ab, geben sie dann in eine Salatschleuder und schleudern sie trocken. Danach kommen die Blüten in einen Topf mit 1 Liter Wasser. Hups, da ist ja noch ein Käferchen dabei. Der muss natürlich schnell gerettet werden, bevor es weiter geht! Zack, nun den Deckel auf den Topf und den Wecker auf 2 Stunden eingestellt. Denn so lange müssen wir die Blüten nun erst einmal im Wasser ziehen lassen. Nachdem die Blüten 2 Stunden im Wasser lagen, kommt der Topf nun auf den Herd. Das Wasser mit den Löwenzahn-Blüten muss nun einmal aufgekocht werden und danach wieder langsam abkühlen. Und jetzt braucht es Geduld, denn die Mischung muss nun über Nacht ziehen…

Am nächsten Morgen können wir die Löwenzahn-Blüten abfiltern und 1 Kilo Zucker sowie den Saft und die Schale einer halben Zitrone in die Flüssigkeit geben. Nun wird es wieder heiß, denn die Mischung muss unter Rühren erneut kurz zum Kochen gebracht werden. Sobald die Mischung kocht, wird die Temperatur gedrosselt und die Flüssigkeit auf kleiner Flamme vorsichtig eingekocht. Auch hier brauchen wir viel Geduld, denn das kann durchaus ein paar Stunden dauern. Wir vertreiben uns die Zeit mit Büchern und Puzzlespielen. Wir testen die Konsistenz hin und wieder, indem wir einen kleinen Klecks auf einem Teller abkühlen lassen – der Löwenzahn-Honig sollte eine ähnliche Konsistenz haben wie Waldhonig. Als der Löwenzahn-Honig die passende Konsistenz erreicht hat, füllen wir ihn in ein leeres, sauberes Apfelmusglas ab und verschließen und beschriften dieses mit dem heutigen Datum. Natürlich ist unsere Geduld nun am Ende und so machen wir es uns direkt wieder auf der Terrasse gemütlich – diesmal mit Toast und unserem eigenen Löwenzahn-Honig. Hannah ist stolz und erzählt vor jedem Bissen ganz aufgeregt, dass „Hannah Honig macht!“.

Zutaten für Löwenzahn-Honig:

  • 3 Handvoll Löwenzahn-Blüten
  • 1 kg Rohrzucker
  • 1 l Wasser
  • ½ Zitrone (Saft und Schale)

Veganer Honig in Bildern – so geht’s

Gastartikel und alle Fotos von Sophie Prasser

Kommentare

  1. meint

    Eine super regionale und nachhaltige Alternative zum Honig. Damit auch wirklich jeder, alles essen kann in vegan. Ausreden deuten da nurnoch auf Unwissenheit hin.
    Ähnelt der Löwenzahn-Honig dem Geschmack seiner tierischen Verwandten?

    • Sophie meint

      Lieber Nikolai,

      entschuldige die Verzögerung. Ich habe deinen Kommentar erst jetzt gesehen.

      Ich würde sagen, der Löwenzahnhonig schmeckt etwas mehr nach Karamell. Ich denke aber auch, dass dies je nach genauer Zubereitung etwas variiert.

      Liebe Grüße,
      Sophie

  2. meint

    Liebe Sophie,

    das hast Du so schön geschrieben- vielen Dank :-)

    Total süß, wie Deine Tochter mitmacht. Lebt sie schon von Geburt an vegan?

    Wir sind auch gerade auf die Idee gekommen Löwenzahnblütenhonig selbst zu machen und so kommt Dein Artikel zur rechten Zeit. Da wir keinen Garten haben, pflücken wir einfach im Park.

    Hast Du eine Idee wie lange sich der Honig hält?

    Liebe Grüße
    Stefanie

    • Sophie meint

      Liebe Stefanie,

      ich habe deinen Kommentar erst jetzt gelesen. Vielen Dank für die lieben Worte!

      Meine Tochter lebt von Geburt an vegan, auch die Schwangerschaft mit ihr war komplett vegan.

      Wie lange man den Honig aufbewahren kann, weiß ich nicht genau. Bei uns hat er nicht sehr lange gehalten – das Glas war leider viel zu schnell leer gefuttert :) Aber ich denke, wenn man ihn vielleicht sogar richtig „einweckt“, hält er sicher eine ganze Weile.

      Ward ihr erfolgreich im Park und ist noch was von dem Löwenzahnhonig da oder auch schon alles aufgenascht?

      Liebe Grüße,
      Sophie

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