Vegane Blutwurst – Fleischer-Innung verleiht Kreativitätspreis

Print Friendly

Vegane Blutwurst wurde ausgezeichnet
Das Kölner Unternehmen „Der Gute Heinrich“, welches für ausgefallenes, hausgemachtes veganes Streetfood und Catering steht, hat sich mit seiner hausgemachten veganen Flöz (Kölschs Blutwurst) bei der Fleischer-Innung für den „großen Blut- und Rotwurstwettbewerb“ angemeldet. Vor einigen Tagen wurde „Der gute Heinrich“ mit einem neu ins Leben gerufenen „Kreativitäts-Preis“ ausgezeichnet. Dazu ein Interview mit Carmen Linder, der Betreiberin.

Fleischer-Innung Köln zeichnet vegane Blutwurst aus – Interview mit Carmen Lindner

Julia: Wie kam es zu der Anmeldung?

AuszeichnungCarmen: Ich mache immer donnerstags einen Stand bei ‚meet & eat‘ am Kölner Rudolfplatz und wollte DAS kölsche Traditionsgericht schlechthin „Himmel und Äd mit Flönz“ anbieten, aber halt vegan. Also fing ich an herumzuexperimentieren, um die Flönz, also die Blutwurst zu „veganisieren“. Durch Zufall habe ich die Ausschreibung der Fleischer-Innung gelesen und sofort hat mich der Ehrgeiz gepackt. Da wollte ich unbedingt mitmachen. Ich habe gefragt und wurde zugelassen. Damit hatte ich ehrlich gesagt gar nicht gerechnet.

Julia: Wie hast Du die Stimmung bei den Fleischern empfunden?

Carmen: Ich muss sagen, sie haben mich als „Kollegin“ offen und interessiert aufgenommen. Der ein oder andere belächelt mich natürlich, aber dass ich ausgerechnet die Flönz in Handarbeit herstelle und das ohne Fachwissen, hat irgendwie doch imponiert.

Auszeichnung für besondere Kreativität – kontrovers ‚to the Limit‘, aber irgendwie gut!

Julia: Siehst Du die Aktion kritisch zum veganen Gedanken?

Carmen: Mein Ziel war dabei in erster Linie, Aufmerksamkeit zu bekommen und zu zeigen, dass man selbst traditionelle Hausmannskost, die meistens sehr fleischlastig ist, vegan und vor allem selbstgemacht gut hinbekommt. Ich lege Wert auf frisches Essen, auf Tofuwürstchen aus dem Kühlregal kann ich gut verzichten. „Himmel und Äd mit Flönz“ ist ein super Gericht, ich liebe die Kombination aus Kartoffelpüree, Apfelkompott, Flönz, gebratenen Zwiebeln und Senf. Die Blutwurst ist ja nur eine Komponente. Ich habe festgestellt, dass man sowohl die Konsistenz als auch den Geschmack sehr gut ohne tierische Produkte hinbekommt. Ich denke, die Aktion macht das deutlich und ausserdem zeigt es, dass vegane Ernährung durchaus ernst genommen wird und immer mehr Platz auch in sehr traditionsbehafteten Zusammenhängen bekommt.

Fleischer

Leider keine Blindverkostung

Julia: Weißt Du ob es eine blinde Verkostung war, also wussten die Verkoster das Dein Produkt vegan war?

Carmen: Soweit ich weiß, wußten die Tester Bescheid. Schade eigentlich, das wäre sonst eindeutig ein Fall für versteckte Kamera gewesen… Ich bin natürlich nicht im Ernst davon ausgegangen, dass ich gewinne. Ich freue mich aber wirklich außerordentlich über die eigens neu ins Leben gerufene Kategorie „Kreativitäts-Preis“. Da hat sich auf jeden Fall jemand Gedanken gemacht. Und wer weiß, vielleicht denkt der ein oder andere Fleischer“Kollege“ ja darüber nach, öfter mal vegan zu essen.

Julia: Sag uns noch bitte was über Dein Unternehmen.

Der gute HeinrichCarmen: Der Gute Heinrich wurde 2014 gegründet. Der Schwerpunkt liegt auf frischer, veganer hausgemachter Kost. Ich will weg von abgepackten Tofu oder Seitanprodukten, die industriell hergestellt werden. Ich stelle z.B. verschiedene „Käse“sorten auf Cashew-Basis oder verschiedene „Wurst“sorten ohne Gluten oder Soja her. Dazu kommen saisonale Lieblingsgerichte wie z. B. Serviettenknödel, Zwiebelkuchen, Salate. Diese verkaufe ich u. a. auf dem neuen Kölner Wochenmarkt „meet & eat“. Man kann frisch einkaufen und aber auch direkt vor Ort etwas essen. Wir haben da also eine Frischetheke für hausgemachte vegane Lebensmittel und bieten gleichzeitig Streetfood an.

Julia: Vielen Dank für das Interview! Und zum Schluss möchte ich mit Euch den „tollen Ohrwurm“ teilen, den ich jetzt die ganze Zeit im Kopf habe: Blootwoosch, Kölsch un e lecker Mädche, dat bruch ene Kölsche, öm jlöcklich zo sin. Blootwoosch, Kölsch un e lecker Mädche, dat fings do nur he, en Kölle am Rhing. (Höhner) Un he jibbet de Flönz esu ja in vejaan (Julia:-)

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *