Vegane Gäste – wie kann sich die Gastronomie besser auf uns einstellen?

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Im Rahmen der „Veganen Woche“ die im Zeitraum vom 20. – 26.10.2014 in Münster stattfindet, erfolgte Mittwoch der konsumentenorientierte Erfahrungsaustausch mit Gatronom_innen und Veganer_innen im Fegefeuer, (Von-Kluck-Str. 15, Münster) unter der Überschrift „Was wünschen sich vegane Gäste auf der Speisekarte?”.

Zuallererst möchte ich den Veranstaltern dieses Zusammenkommens meinen Dank aussprechen. Die Idee an den Konsumenten/Gast heranzugehen, war ein großartige.

In heiterer Runde wurde das Thema „vegane Gastronomie” diskutiert

Das Fegefeuer war eine gut gewählte Lokalität für den Erfahrungsaustausch. In diesem wird das Angebot der veganen Gerichte gerne genutzt.

Nachdem Michaela Becker, eine Initiatorin der Veranstaltung, uns begrüßte, stellte sich jede_r Teilnehmer_in einmal kurz vor und erzählte, aus welchem Grund er/sie diese Veranstaltung besuchte. 13 Personen mit den unterschiedlichsten Beweggründen waren versammelt.

Angefangen bei einer Gastronomin aus Haltern, die sich über ein zukünftiges, veganes Angebot ihres Restaurantes informieren wollte, zu den sehr sympathischen Geschäftsführern des Krawummels in Münster, die über ihr Konzept und Veränderungen innerhalb der veganen Karte informierten, kamen vegane und nicht vegane, aber interessierte Gäste, zu Wort.

Der Wunsch nach Akzeptanz und verlässlichen Angaben ist groß

Es war eine lustige, informative Runde, die in mir direkt den Wunsch weckte, einen regelmäßigen Stammtisch mit Münsters Gastronomen und potentiellen Gästen zu organisieren.

Wir waren alle der gleichen Ansicht, dass das vegane Angebot in Münster in der Zukunft dringend ausgebaut werden muss. Ein Gast erzählte von einem Lokal, welches ihr eine Suppe als vegan verkaufte, bei der sich aber nach ein paar Löffeln herausstellte, dass Wurststückchen (und es war keine Tofu-Wurst) am Grund des Tellers zu finden waren. EIN ABSOLUTES NO GO! Und in keiner Weise zu entschuldigen. Wenn ich mich über das Angebot der Karte aufklären lasse, möchte ich von geschultem Personal ehrlich über ein veganes Angebot informiert werden. Zur Not sollte die noch unwissende Servicekraft sich lieber in der Küche rückversichern. Der Wunsch nach Akzeptanz und verlässlichen Angaben ist groß. Ebenso groß ist der Wunsch nach einem gut bürgerlichen, pflanzlichen Essen ohne „Chichi“ und nach einem speziellen, veganen Angebote der bereits etablierten Lokale. Also das, was z. B. in Berlin bereits Alltag ist. Münster, die Studentenstadt, steht diesbezüglich ziemlich weit hinten.

Vegane Gastronomie in Münster hat noch viel aufzuholen

Die aus Haltern angereiste Gastronomin war erstaunt über das doch sehr geringe Interesse der hiesigen Gastronomen an dem angebotenen Erfahrungsaustausch. Sie war noch erstaunter über das verschwindend geringe, vegane Angebot der ansässigen Restaurants und Lokale. Die Nachfrage ist da und der vegane Gedanke nicht mehr zu bremsen. Vor allem die Gastronomie sollte sich dahingehend informieren und fortbilden.

Großes Potenzial für in Münster ansässige Betriebe bleibt derzeit ungenutzt

Was wieder einmal deutlich wurde, ist die Tatsache, dass Veganer untereinander sehr gut vernetzt sind, sich Kundenorientierung schnell herum spricht und somit neue Gäste gewonnen werden können.

Auf die Nachfrage, warum vor Ort in Restaurants selten nach veganen Alternativen gefragt würde, gab es eine klare Antwort. Viele vegane Menschen informieren sich (z. B. im Internet oder durch Freunde) meist vor Besuch eines Restaurants, inwieweit ein pflanzliches Angebot existiert. Zu schlecht waren die bereits gemacht Erfahrungen, wenn man „einfach nur mal so uninformiert” ein Restaurant frequentiert.

Der vegane Gast, ist der Gast der Zukunft und sollte schnellstmöglich von der Gastronomie respektiert, geschätzt und bestmöglich versorgt werden.

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Kommentare

  1. meint

    Ein toller Artikel! Das vegane Angebot muss in Münster auf jeeeden Fall ausgebaut werden! Ich gehe unheimlich gerne essen, vor allem nutze ich auch gerne Mittagsangebote, doch leider gibt es hier nicht so viele Alternativen, sodass ich mir dann auch oft schnell meine eigenen Sachen kochen (und Küche putzen ;)) muss.
    Man kann zwar in „guten“ Restaurants vorher anrufen und Bescheid geben, dass man als vegane Person dort essen gehen möchte, doch es wäre doch so viel einfacher, ein veganes Gericht auf die Karte zu setzen! :)
    Bin gespannt, ob sich jetzt etwas tut!
    Liebe Grüße,
    Laura

    • Sabine Kampmann meint

      Hallo Laura!
      Vielen Dank für deinen Kommentar! Wenigstens EIN veganes Gericht sollte es in Zukunft wirklich auf den Speisekarten geben. Ich geb´ die Hoffnung nicht auf und werde weiterhin zu jeder, sich bietenden Gelegenheit danach fragen. :) Viele Grüße! Sabine

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