Vegane Katzenernährung – Erfahrungsbericht zu einem kontroversen Thema

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Vegane Katzenernährung Anleitung

Ein in Tierschutz- und Tierrechtskreisen sehr kontrovers diskutiertes Thema ist die vegane Katzenernährung. Thomas ernährt seine Katzen seit Jahren ganz ohne Fleisch und hat sich Zeit für ein kleines Interview genommen.

Interview zum Thema vegane Katzenernährung

Sabine: Hallo Thomas! Danke, dass du dir Zeit für unser Interview nimmst.

Thomas: Hallo Sabine, das mache ich wirklich sehr gerne.

Sabine: Thomas, du hast 2 Katzen. Seit wann werden diese von dir vegan gefüttert?

Thomas: Ich habe Louis und Kalinka als Geschwister Anfang 2006 aufgenommen. Sie wurden durch einen Unfall viel zu früh von ihrer Mutter getrennt und brauchten schnell ein neues Zuhause, jemand der sich um sie kümmert. Ihr genaues Alter konnte ich nicht in Erfahrung bringen, sie hatten aber bereits großen Appetit auf festes Futter. Bis auf die erste Woche, bekommen sie seit der Zeit ausschließlich veganes Futter. Also schon über 8 Jahre.

Sabine: Wie kam es dazu? Die gängige Meinung ist ja, dass Katzen Karnivoren sind.

Thomas: Ich lebe zwar selbst seit 1990 vegetarisch und seit 2001 vegan aber hätte man mich damals gefragt, wäre ich nie auf die Idee gekommen, einen, wie du schon sagst und es hinlänglich ja auch bekannt ist, Karnivoren vegetarisch bzw. sogar vegan zu ernähren. Es ist definitiv unnatürlich, aber das reicht mir nicht als Grund, wir leben ja auch nicht mehr in Höhlen oder auf Bäumen, nur weil es natürlich ist. Und mittlerweile ist es mir auch unverständlich, wie nahezu alle Katzenhalter jeden Tag selbst eine Dose für Ihre Liebsten aufmachen, aber bei veganer Katzenernährung sofort mit dem Argument „Unnatürlich“ kommen.

Sabine: Welchen Hintergrund hat es, dass du auf die pflanzliche Ernährungsweise zurückgreifst?

Thomas: Hier kamen zwei Beweggründe zusammen, erstens die Notwendigkeit: also muss das überhaupt sein? Da die Haustierfutterindustrie Milliardenumsätze mit Tierprodukten macht und das sicher kein ethisch motivierter Veganer gut findet, denke ich die Notwendigkeit ist gegeben. Zumindest hat das für mich als Grund gereicht um mich mit dem Thema zu beschäftigen, was zu zweitens führt: ist es machbar? Hier empfehle ich jedem, sich sein Wissen nicht in Diskussionen anzueignen, man bekommt ne Menge Gegenwind, am meisten von Menschen die sich noch nie damit beschäftig haben.

vegane Katzenernährung erforschtZur Machbarkeit ist jetzt die Stelle gekommen, bei der ich doch etwas weiter ausholen muss, Entschuldigung für den folgenden Monolog. Zu den unstrittigen Tatsachen: eine Katze ist ein Karnivore, dazu noch sehr spezialisiert auf Mäuse (punkt). Vögel oder gar Fische bilden da eher Ausnahmen, von Kühen, Schweinen etc. mal ganz zu schweigen. Hier muss man auch erwähnen, dass Katzen selbst in der Not, normalerweise keine Aasfresser sind, sie fangen sich eine Maus und essen sie komplett auf. Dass exakt diese natürliche Ernährungsweise nicht sein muss, hat wohl mehr oder weniger jeder bereits eingesehen, anders lassen sich ja die Umsätze der erwähnten Haustierfutterindustrie nicht erklären. Es herrscht also Konsens dass man eine Katze ganz gut mit gängigen Fertigfutter ernähren kann, immerhin werden Katzen damit nicht selten 20 Jahre alt, für einen Menschen wären das fast 100 Jahre, was deutlich seltener ist… ob das hauptsächlich an der Ernährung liegt, lasse ich aber gerne offen. Das ist jetzt also die Stelle, bei der man mal genauer schauen sollte, woraus dieses Fertigfutter im allgemeinen besteht… noch vor kurzem lebendige Mäuse sind es ja wohl nicht, aber doch wohl bestimmt aus Fleisch, es handelt sich ja um Futter das für reine Fleischesser gemacht wurde. Bei dem Blick auf die Zutatenliste fällt einem aber sofort auf, dass es selten über 10% max. 20% Fleischanteil enthält, also viel zu wenig um alleine den Proteinbedarf eines Karnivoren zu decken, von Taurin und anderen für die Katze Notwendigen Inhaltstoffen ganz zu schweigen . Was die nächste bzw. gleich zwei Fragen aufwirft: a) wie machen die das und b) warum machen die das? Zu dem wie: sie verwenden pflanzliche Proteine, es wird quasi bereits der Nährstoffmix den eine Maus bieten würde, auf pflanzlicher Basis nachgebildet. Und zu dem warum, also warum nicht nur Fleisch? Zuerst einmal braucht eine Katze mehr als nur einfaches Fleisch, eine Maus besteht ja nicht nur daraus. Viel elementarer ist aber der Grund, dass Fleisch sofort nach der Tötung des Tieres in den Zustand der Verwesung übergeht und wie bereits erwähnt, kann eine Katze damit schnell nichts mehr anfangen. Also muss das Futter auch haltbar sein, das heißt, die Inhaltsstoffe dürfen sich nicht so schnell verändern oder gar giftig werden. Die hier verwendete und bewährte Methode ist das erhitzen. Aber nochmal, warum nicht einfach nur Fleisch erhitzen? Vielleicht spielt hier auch Geld eine Rolle, oft wird das Futter mit höherem Fleischanteil ja auch teurer. Allerdings tut man seinem Haustier gar keinen Gefallen, wenn man da tiefer in die Tasche greift, es also mit möglichst viel gekochtem Fleisch ernährt, ganz im Gegenteil, nach dem Erhitzen fehlen dem Fleisch wichtige Inhaltsstoffe, es ist auf Dauer tatsächlich sogar ungesund.

Für mich hat sich an diesem Punkt der „Erkenntnissgewinnung“ die nächste Frage in der Kette gestellt: Warum machen die überhaupt Fleisch in das Futter, wenn es doch keinen nennenswerten Beitrag mehr leistet? Das hat mehrere Gründe, der wesentlichste Grund, ist dabei nicht der Katze geschuldet, sondern demjenigen der für das Futter Geld ausgibt. Der normale Katzenhalter ist meist selbst Fleischesser und macht sich kaum die Mühe einer solchen Deduktion, warum sollte er dann bei seinem Haustier willens oder überhaupt interessiert sein, eine Ausnahme zu machen? Ein veganes Katzenfutter im normalen Supermarkt wäre der absolute Ladenhüter, also packt man 10% Rind/Schwein/Fisch/Geflügel (whatever Hauptsache irgendein anderes Nicht-Haustier) rein und schon ist es gekauft, es geht ja um einen Fleischesser… eigentlich seltsam, wenn man mal drüber nachgedacht hat.

Thomas Katzen werden vegan ernährt

Sabine: Hast du jemals daran gezweifelt „das Richtige“ für deine Katzen zu tun?

Thomas: Das habe ich, tue ich immer noch und werde ich auch in Zukunft. Zweifel ist die Motivation der Selbstkritik, gerade wenn man Verantwortung für andere hat, darf man sich nicht von Selbstüberschätzung täuschen lassen, das möchte ich auch jedem „Fleischfütterer“ nahelegen. Ich hatte aber auch einmal einen tatsächlichen Grund zum Zweifel: Louis, der Kater von beiden, hat sich relativ kurz nach dem Umzug relativ häufig (~2x Woche) erbrochen und zwar nicht nur das übliche Haare mit Gras, sondern direkt nach dem Essen. Im Gespräch mit dem Tierarzt kamen wir aber sehr schnell darauf, dass Louis sich auf Grund des Wechsels von Freigänger zu Hauskatze einfach an Trockenfutter überfrisst. Das quillt im Magen dann auf und muss einfach irgendwo hin. Hier habe ich mit einer Kombination von Futterlabyrinth und Futterspender Abhilfe geschaffen. So kann nicht mehr so viel auf einmal gefuttert werden, damit war das Problem erledigt und hatte auch nichts mit vegan zu tun.

Sabine: Wie oft werden deine Katzen vom Tierarzt durchgecheckt?

Thomas: Die ersten 5 Jahren waren beide Freigänger, da ging es alleine schon wegen des Impfens jährlich zum Arzt. Seit dem letzten Umzug sind es leider Hauskatzen geworden, ich hoffe aber das bald wieder ändern zu können, möchte nur anführen, es geht ihnen trotzdem gut, auf zwei Etagen mit echtem Baum, toller Aussicht, entsprechenden Beschäftigungsmöglichkeiten etc. Insgesamt wurden drei Bluttest über die Jahre gemacht, mit sehr gutem Ergebnis. Hier auch gleich der Hinweis an die Kritiker: wer lässt bei seinem Tier einen umfangreichen Bluttest machen? Laut unserem Tierarzt so gut wie niemand.

Sabine: Wie fütterst du? Nutzt du Fertigfutter? Wenn ja, welches? Kochst du frisch?

Thomas: Durch den oben lang beschrieben „Denkprozess“ habe ich erst mal geschaut, ob es nicht zufällig doch einen Hersteller gibt, der bei einem Alleinfertigfutter auf diesen Anteil „Alibi-Fleisch“ verzichtet. Früher gab es nicht viele, zumindest nicht in Deutschland, heute sind es wohl mehr. Ich bin dabei jedenfalls sehr schnell auf „Amicat“ gestoßen. Das ist ein Allergikerfutter sowie Aleinfuttermittel und ursprünglich nur zufällig vegan (zumindest nach eigenen Aussagen). Also im Grunde genau dass, womit auch sonst jeder seine Katze füttert, nur ohne das bisschen, nutzlose Fleisch, zudem auch Weizenfrei (warum Weizen nicht so gut ist, hat mehr mit den heutigen Züchtungen zu tun und würde zu einem ganz anderen Thema führen). Davon leben die beiden jedenfalls ausschließlich, sind nachweislich absolut gesund, haben tolles Fell, keinen Mundgeruch, super Zähne, trockenen Kot (stinkt deutlich weniger als üblich) und sind auch sehr aktiv und das seit wie gesagt, schon deutlich über 8 Jahren. Amicat und auch entsprechende Alternativen gibt es mittlerweile in jedem veganen Online-Shop zu haben, auch als Probierpackungen.

Sabine: Worauf muss man beim Füttern (veganen) Trockenfutters achten?

Thomas: Auch wenn das nicht mehr zum Thema vegan gehört, habe ich mir in dem Zusammenhang ebenso viele Gedanken gemacht und mich informieren müssen. Dabei bin ich zu der Einsicht gekommen, dass Katzen aus verschiedenen Gründen sehr oft, sehr schlechte Trinker sind. Damit verbundene Leiden stehen ganz oben bzgl. häufigster Katzenerkrankungen. Eine hohe Proteinzufuhr ohne genug Flüssigkeit ist auch für Menschen auf Dauer ungesund. Die vermeintlich einfachste Lösung ist Nassfutter, ernährt man eine Katze nur damit, braucht man sich bzgl. Flüssigkeitsmangel weniger Gedanken machen. Dass eine Katze von Natur aus, ihren Flüssigkeitsbedarf über ihre Nahrung deckt, ist aber ein Irrglaube, eine Maus besteht bei weitem nicht aus so viel Wasser wie in so einer Dose drin ist und eine Katze auch braucht. Nun sollten Katzen eigentlich gute Trinker sein, wie die meisten anderen Tiere auf dieser Welt, also keine Überraschung. Warum also das Problem mit Trockenfutter, merkt die Katze denn nicht, dass da weniger Wasser als selbst in einer Maus enthalten ist? Vielleicht, ich halte folgende Gründe aber für sehr viel wahrscheinlicher: Häufig wird immer noch der Fehler gemacht, Wasser und Futter auf einer räumlich sehr begrenzten Fläche zusammen anzubieten, Katzen trinken aber nicht gerne da, wo sie fressen. Ich habe in mehreren Zimmern einen Wassernapf stehen, meine mögen z.B. das älteste am liebsten, solange es sauber ist. Der andere Grund ist die Gewöhnung, eine Katze die Nassfutter gewohnt ist, wird vermutlich nie wieder ein gesundes Trinkverhalten entwickeln. Jedenfalls auch ein weites Gebiet über das man sich als Katzenverantwortlicher informieren muss.

Sabine: Wenn ja, was kochst du? Kannst du mir einen kurzen Wochenplan erstellen, was und wie oft täglich gefüttert wird?

Thomas: Ich füttere ausschließlich Amicat, nicht nur aus eigener Bequemlichkeit, sondern auch wegen der Überzeugung, dass man mit Abwechslung der Katze keinen Gefallen tut. Sie sind glücklich damit, vielleicht weil sie einfach nicht wissen, was es sonst noch alles „leckeres“ gibt. Ansonsten gehe ich so auch das geringste Risiko ein, nicht doch irgendetwas zu vergessen. Es gibt im Internet Anleitungen und auch fertige „Lebensmittelzusatzstoffmischungen“, damit habe ich aber keine Erfahrung gemacht. Vielleicht ein Thema wenn man Problemkatzen hat, da kann es sehr kompliziert werden.

Sabine: Was mögen deine Katzen besonders gerne?

Thomas: Am Bauch gestreichelt werden.

Sabine: Was ist giftig für Katzen?

Thomas: Trauben inkl. Rosinen, Zwiebeln, Kaffee, Milch… da gibt es noch sehr viel mehr, wenn man nicht vegan füttern möchte, sollte man z. B. trotzdem auch Fisch vermeiden. Und generell keine Experimente, Katzen sind sehr viel empfindlicher als wir.

Sabine: Woher bekommen die Katzen das wichtige Arginin und Taurin, die nötigen Fette und Proteine?

Thomas: Bei jedem Alleinfuttermittel sollten unter anderen diese Stoffe bereits auf Pflanzenbasis enthalten sein, also auch bei den nicht veganen.

Sabine: Worauf sollte man besonders achten?

Thomas: Ich denke das Thema Trinkverhalten wird vernachlässigt, das ist oft leider auch am schwersten zu kontrollieren, im Zweifel kann der Arzt über einen Harnsäuretest im Blut sehr schnell Auskunft geben. Vom Thema Ernährung abgesehen: Freigängern kein Halsband verpassen, selbst mit denen die bei viel Druck aufgehen sollen, schaffen es Katzen sich zu strangulieren. Und Jagdgebiete sind gefährlicher als stark befahrene Straßen, Jäger (also die Menschlichen sind jetzt gemeint) dürfen ganz legal auf Katzen schießen, es gibt Schätzungen die von 400.000 erschossenen Katzen jährlich, alleine in Deutschland, ausgehen.

Sabine: Sind deine beiden Katzen jagen gegangen, als sie noch Freigänger waren?

Thomas: Katzen sind Jäger, aber oft können sie das nicht rein instinktiv, sondern müssen es von ihrer Mutter lernen. Meine können es jedenfalls einfach nicht. Zu Freigängerzeiten war eine Blindschleiche (und zwar schon länger tot) und zwei Grillen das einzige, was sie von ihren Streifzügen mitgebracht haben. Vor Vögeln gehen sie eher in Deckung und anschleichen an eine Maus haben sie wohl nicht drauf, obwohl sie immer noch sehr verspielt sind. Ich wüsste ehrlich gesagt nicht, wie ich mit guten Jägern umgehen würde, vielleicht während der Brutzeit Hausarrest? Eine warnende Glocke mit Halsband würden sie wohl nicht so toll finden.

Abschließend hoffe ich durch das Interview einen Erfahrungsbericht abgeliefert zu haben, der in erster Linie Vorurteile abbauen soll. Und aufzeigt dass man seine Verantwortung für so genannte Nutztiere nicht automatisch an den Nagel hängen muss, wenn man auf einmal die Verantwortung für ein Haustier hat.

Hier nun ein paar interessante Links zum Thema vegane Katzenernährung

Kennt ihr noch weitere informative, empfehlenswerte Literatur zum Thema vegane Katzenernährung? Dann freue ich mich auf Eure Kommentare!

Kommentare

  1. Rayk Oscuro meint

    An sich ein schöner Bericht, aber die Aussage „Bei dem Blick auf die Zutatenliste fällt einem aber sofort auf, dass es selten über 10% max. 20% Fleischanteil enthält“ ist leider falsch. Ich kenne kein Dosenfutter, bei dem Fleisch nicht die Hauptzutat wäre. „Fleisch (4% Huhn)“ bedeutet z.B. nicht, dass nur 4% Fleisch enthalten sind, sondern, dass 4% des enthaltenen Fleischs vom Huhn kommen. Bei Trockenfutter sieht es natürlich wieder anders aus, da ist tatsächlich häufig mehr Getreide als Fleisch enthalten.

    • Thomas meint

      Nur weil man es selbst nicht kennt, musst es ja nicht gleich falsch sein, hier mal ein sehr beliebtes Dosenfutter (erster Treffer bei Amazon) bei dem die Zutaten aufgelistet werden (Whiskas & Co. ist auch so aufgebaut):
      http://www.amazon.de/Kitekat-Dose-Lamm-Huhn-12x400g/dp/B002RWJOWO
      8% Fleisch und dann kommt gleich Getreide… Pflanzeneiweiß. Klar, kann da mit „u.a.“ auch noch irgendwas anderes vom Tier drin sein, aber eben sehr selten mehr als 20% insgesamt, vor allem weil Dosenfutter ja zum größten Teil eben aus Wasser besteht (darum auch der noch geringere Fleischanteil bei Trockenfutter, müsste bei gleicher Zusammenstellung ja sonst deutlich höher sein).

  2. Susanne meint

    Das Erbgut der Hauskatzen ähnelt am stärksten dem der Wildkatzen, die heute noch in den Wüsten Israels, Saudi-Arabiens und anderen Ländern des Nahen Ostens leben. Rein physiologisch gesehen handelt es sich also noch um Wüstentiere, weshalb das mit dem Flüssigkeitsbedarf so nicht stimmt und sogar gefährlich sein kann. Bei ausschließlicher Fütterung mit Trockenfutter sind Nierenprobleme im Alter absehbar. Kaum eine Katze wird genügend trinken, um das auszugleichen (Ausnahmen gibt es sicherlich). Genetik lässt sich aber nicht wegdiskutieren.

    • Thomas meint

      „Genetik lässt sich aber nicht wegdiskutieren“

      Das war auch sicher nicht die Absicht, aber dass ein gesundes Trinkverhalten bei Katzen nur bei Ausnahmen zutrifft, hat mir z.B. auch der Tierarzt bestätigt. Und gerade Wüstentiere trinken sehr viel, wenn sie eben die Möglichkeit haben, darum kann ich diese Herleitung auch nicht ganz verstehen.

  3. meint

    Ein tolles, aufschlussreiches Interview, das mich sehr in meiner Meinung bestärkt hat. Interessant ist, dass das Fleisch im „Standartkatzenfutter“ keinerlei Nährstoffe bringt und diese komplett pflanzlich zugesetzt werden. Ich habe einiges dazu gelernt, auch dass man mit einer Futterumstellung sehr vorsichtig sein muss, da sich Katzen sehr an ihr Lieblingsfutter gewöhnen. Bei mir leben auch zwei Kater und ich habe es immer mal wieder versucht, ihnen veganes Futter (Ich denke da ganz ähnlich wie Thomas) zu geben, oder sie auch nur auf eine andere Marke umzustellen. Von klein auf haben sie Nassfutter von einer Marke bekommen, die sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert, was Fairness und Tierschutz angeht. Sie haben es dort, wo ich sie rausgeholt habe, seit sie kauen konnten bekommen und kannten nichts anderes. Jeder Versuch, sie umzustellen, ist kläglich gescheitert. Inzwischen sehe ich es einfach so, dass die Katze selbst sich ihr Futter aussucht und dieses Recht möchte ich auch meinen beiden lassen. Ich möchte auch nicht, dass mich jemand zwingt, etwas zu essen, was ich ganz extrem eklig finde (Genau so kucken Katzen, wenn man ihnen etwas hinstellt, was sie nicht mögen, ich denke, das hat jeder Katzenmensch schon mal gesehen). Wenn ich mir eines Tages noch mal junge Katzen ins Haus hole, werde ich es auch von Anfang an mit Amicat oder einem anderen veganen Futter versuchen, denn ich bin mir sicher, dass es alle für Stubentiger wichtigen Nährstoffe enthält und sogar gesünder ist, als die meisten auf dem Markt erhältlichen „Fleischfuttersorten“, die in den meisten Fällen sowieso nicht mehr als 3 % Fleisch enthalten und zudem mit Lockstoffen und Zucker angereichert sind, Dinge, die in Mäusefleisch sicher nicht vorkommen.

  4. Julia meint

    Danke für den wirklich guten und informativen Artikel! :) Hat mich in dem bestärkt, was ich seit ein paar Wochen versuche: meine Katzen auf veganes Futter umzustellen (Trockenfutter der Marken Amicat und Benevo).

    Ich habe zwei ausgewachsene Katzen. Sie ist klein und schlank. Er, der Kater, ist groß und etwas übergewichtig. Sie haben zwar einen ganz unterschiedlichen Geschmack, aber es gab bisher einfach trotzdem für beide nur eine (fleischhaltige) Trockenfuttersorte. Habe jetzt sowohl Amicat als auch Benevo gekauft.
    Sie hat Amicat sehr schnell angenommen und mag es – soweit ich das sagen kann – sogar lieber als das bisherige (fleischhaltige) Trockenfutter (am liebsten Amicat in etwas warmem Wasser eingeweicht).
    Er rührt Amicat überhaupt nicht an. Aber Benevo isst er immerhin, wenn ich es mit dem bisherigen Futter (welches er liebt) mische (immer ohne Wasser; in Wasser eingeweichtes Futter mag er auch gar nicht). Werde nun schauen, ob ich ihn in ein paar Monaten ganz auf Benevo umstellen kann, indem ich mit dem Mischungsverhältnis spiele. Falls mir das nicht gelingt, werde ich wahrscheinlich weiterhin Benevo mit dem bisherigen Futter mischen – das ist, denke ich, besser, als 100% von dem bisherigen Trockenfutter.

  5. Kerstin meint

    Ich sage von vornherein: Meine Katze wird nicht vegan ernährt. Nicht allein weil sie es nicht frisst. Sondern auch, weil das Verdauungssystem einer Katze nicht auf pflanzliche Nahrung ausgelegt ist. An pflanzlichen Stoffen frisst eine Katze normal nur das, was sich im Magen ihrer Beute findet und das ist wohl das wenigste an der ganzen Mahlzeit. Selbst der Deutsche Tierschutzbund e.V. rät von rein pflanzlicher Ernährung von Katzen ab.

    „… Bei dem Blick auf die Zutatenliste fällt einem aber sofort auf, dass es selten über 10% max. 20% Fleischanteil enthält, also viel zu wenig um alleine den Proteinbedarf eines Karnivoren zu decken, von Taurin und anderen für die Katze Notwendigen Inhaltstoffen ganz zu schweigen …“
    Wer solches Futter gibt, gehört wegen Tierquälerei aus dem Verkehr gezogen. Whiskas, Felix, Kitekat und Co. machen Katzen krank. Von daher stimmen Ihre Aussagen auch nur zur Hälfte. Hochwertiges Nassfutter enthält mindestens 70% Fleischanteil, kein Getreide und kein Zucker. Als wie natürlich man eine Dose einstuft, spielt hier keine Rolle. Es ist die Frage des Inhaltes. Und der sollte sich am natürlichen Fressverhalten einer Katze orientieren. Die benötigten Zusatzstoffe bei einer veganen Ernährung sind ganz sicher nicht natürlichen Ursprungs. Unbesehen fressen Katzen keine Rinder oder Hühner. Es kommt auch nicht darauf an. Wichtig sind die tierischen Bestandteile dieser Nahrung.

    „… Dass eine Katze von Natur aus, ihren Flüssigkeitsbedarf über ihre Nahrung deckt, ist aber ein Irrglaube, eine Maus besteht bei weitem nicht aus so viel Wasser wie in so einer Dose drin ist und eine Katze auch braucht. Nun sollten Katzen eigentlich gute Trinker sein, wie die meisten anderen Tiere auf dieser Welt, also keine Überraschung. Warum also das Problem mit Trockenfutter, merkt die Katze denn nicht, dass da weniger Wasser als selbst in einer Maus enthalten ist? Vielleicht, ich halte folgende Gründe aber für sehr viel wahrscheinlicher: Häufig wird immer noch der Fehler gemacht, Wasser und Futter auf einer räumlich sehr begrenzten Fläche zusammen anzubieten, Katzen trinken aber nicht gerne da, wo sie fressen…“
    Sicherlich ist die Katze domestiziert, sie stammt aber noch immer von der in der Wüste lebenden Falbkatze ab. Diese deckt ihren Flüssigkeitsbedarf fast ausschließlich über ihre Beute ab. Und der Flüssigkeitsgehalt des Nassfutters entspricht in etwas dem eines Beutetieres! Eine Katze wird nie genug trinken, um das Trockenfutter zu kompensieren. Da können Sie das Wasser im gesamten Haus verteilen, wo Sie möchten. Trockenfutter ist Gift für die Katze! Egal was da drin steckt, die Nieren werden langfristig geschädigt. Ich höre oft die Meinung „Meine Katze ist uralt geworden mit dem Trockenfutter“. Ich halte dagegen, sie ist uralt geworden trotz Trockenfutter. Viele Menschen werden auch alt trotz Rauchens. Deshalb ist Rauchen an sich nichts Gesundes. Gleiches Prinzip. Man kann auch alt werden, wenn man nur Fastfood zu sich nimmt. Das ist aber auch lange noch nicht gesund. Und möglicherweise werden auch Ihre Katzen alt TROTZ veganer Ernährung. Ob das aber auch dem Willen Ihrer Schützlinge entspricht, lasse ich mal dahin gestellt.

    Auf vielen Vagan-Seiten wird dieses Thema beleuchtet. Aber ich entnehme dem immer wieder den einen Tenor: Eventuelle Erkrankungen der Katzen werden in Kauf genommen, da deren Leid nicht so groß sein kann, wie das Leid der geschlachteten Nutztiere. Eine fragwürdige Philosophie. Des Weiteren wird auf vielen Veganer-Seiten auch eingeräumt, dass es noch nicht einmal gesicherte Erkenntnisse und Studien gibt, die die Auswirkung veganer Ernährung auf Katzen ausleuchten.

    Sehr positiv empfand ich den Blog einer Veganerin, die dazu steht, dass ihre Katzen nun einmal Fleischfresser sind und versucht, ihnen das natürlichste Futter zukommen zu lassen. Denn sie möchte „…die persönliche Abneigung und eventuellen Ekel gegenüber Fleisch nicht wichtiger nehmen, als die möglichst gesunde Ernährung meiner Katzen.“ Sie barft ihre Katzen, was so ziemlich die natürlichste Möglichkeit bietet, Katzen zu füttern. Dem brauche ich nichts hinzufügen, denn das ist die gesunde Einstellung zu einem schutzbefohlenen Haustier, das nicht selbst entscheiden kann, was es zu fressen bekommt.

    Wenn Sie ein Problem damit haben, dass Katzen Raubtiere und damit Fleischfresser sind, sollten Sie sich Tiere halten, die freiwillig vegetarisch leben, wie Kaninchen oder Meerschweinchen. Ich halte es für falsch Tieren die eigene Weltanschauung aufzuzwingen.

    • David meint

      Kerstin, mich würde sehr interessieren von welchen „Vegan-Seiten“ Sie sprechen, bei denen die Herrschaften das Leiden der (eigenen) Haustiere in Kauf nehmen – das habe ich noch in keinem Forum, Blog oder auf einer sonstigen Seite gesehen und widerspricht völlig der Einstellung eines veganlebenden Menschen. Diese wollen jedes Tierleid beenden so gut es geht.

      Eine andere Frage wäre von mir: Wie können Sie sich das erklären dass die Katzen schon über 8 Jahre völlig gesund sind? Zufall? Alles gelogen? Gesundheit „aufgezwungen“?
      Apropos „aufgezwungen“ – ich glaube von zwingen kann hier nicht die Rede sein. Gezwungen wäre es, den Katzen nur dies zu bieten und auch nicht anderes selbst wenn diese bitterlich deswegen jammern würden. Gezwungen wäre es, wenn die Katze dies isst und trotzdem gesundheitliche Schäden davon trägt – das wäre zudem auch ziemlich falsch.

      Wenn Sie Veganer verstehen (würden) dann wäre Ihnen klar, dass diese ein extrem hohes Interesse an der Gesundheit der Tiere haben (und übrigens auch der Menschen 😉 ) und dies gilt auch für Haustiere.

      Ich finde es übrigens auch noch komisch wenn man allgemein über „vegane Tiernahrung“ spricht, jedoch finde ich gerade deshalb ist das informieren so wichtig. Und darum geht es; sich informieren steht an erster Stelle wenn man das beste für seine „Schützlinge“ will.
      Den (Haus-)Tieren hilft es nicht wenn blind irgend eine Meinung oder Behauptung vertreten wird und auch nicht wenn man ihnen einfach das gibt was man GLAUBT es sei gut für sie. Das Zauberwort heißt „Auseinandersetzung“ und das nicht auf „Tierversuchsbasis“ sondern verstärkt auf Informationsebene und auf die Reaktionen der Kleinen.
      Meistens wollen die Menschen nur ihre „eigenen Interessen“ mit solchen Kommentaren durchsetzen und vergessen dabei, dass die Tiere eigentlich selbst eine Meinung haben.

  6. Vegancookie meint

    Ich habe jahrelange Erfahrung in der veganen Hunde- und Katzenernährung und kann es nur jedem ans Herz legen, alte Vorurteile zu überwinden und sich an die Ernährungsumstellung zu wagen. Zum Glück wächst die Angebotspalette und die Aufklärung darüber ständig.

  7. Melanie meint

    Hallo Thomas,
    habe gerade dein Interview gelesen. Ich lebe seit ca. 4 Jahren vegan und habe immer wieder über die Ernährung meiner 4 Katzen nachgedacht und viel, viel darüber gelesen – besonders in punco vegane Katzenernährung. Ich liebe meine Katzen aber ich liebe auch alle anderen Tiere. Ich denke, dass es nicht recht ist, das Leid der sogenannten „Nutztiere“ in Kauf zu nehmen für die Ernährung sogenannter „Haustiere“. Alleine die Unterscheidung von „Nutz-“ und „Haustier“ ist für mein ethisches Verständnis nicht vertretbar. Tiere sind Lebewesen so wie wir (nicht ganz, denn Tiere würden nie aus Geldgier oder Grausamkeit töten).

    Abgesehen davon glaube ich kaum, dass dieses mit Antibiotika, Angst- u. Stresshormonen u.ä. überlastete Futter keine gesunde Ernährung sein kann.

    Wenn man dann noch bedenkt, wie viele Katzen in Versuchslaboren leiden in denen das Futter getestet wird…

    Mit Deinem Interview bestärkst Du mich in meiner Entscheidung, meine Katzen vegan zu ernähren.

  8. meint

    Also ich bin seit über 20 Jahre vegetarier, allerdings finde ich es einen No Go, Katzen Vegan zu ernähren, überhaupt nicht artgerecht und wo hier die Tierliebe bleibt ist für mich ein grösses Raetsel, man könnte sich auch Veganer Tiere zulegen wie z.B Kaninchen, ich habe selber zwei die frei in meine Wohnung laufen, sind genau so spannend wie Katzen, da ich mich weitergebildet habe zum Tierheilpraktiker bzw. Tierpsychologen habe ich mit dem Tiernahrung sehr viel auseinander gesetzt und auch dementsprechend aufgeklärt

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