Veganes Weinlokal in Mainz – „Gutenberger” eröffnete im Mai seine Pforten

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Veganes Weinlokal in Mainz Gutenberger
Als Wahlberlinerin kann ich mich ja nicht über mangelnde kulinarische vegane Angebote beschweren. Ein wenig anders sieht es natürlich in kleineren Städten aus, darunter auch meiner Heimatstadt Mainz. Um so schöner ist es, zu sehen, dass sich auch dort einiges in Hinsicht auf vegan tut.

Erstes veganes Weinlokal in Mainz

So eröffnete diesen Mai das erste vegane Weinlokal „Gutenberger“ in Mainz. In der Kapuzinerstraße, in Mitten der Altstadt, reiht es sich nahtlos an alteingesessene Weinstuben an. An warmen Tagen kann man direkt an einem der Tische auf dem Vorplatz der Kirche St. Ignaz Platz nehmen. Wir sind froh, dass wir reserviert haben, denn alle Tische draußen sind belegt. Das ist doch schon einmal ein gutes Zeichen.

Marion Lohsse, die das Lokal zusammen mit ihrem Partner Tobias Franz eröffnet hat, setzt sich zu uns und beantwortet mir einige Fragen.

Die Idee für ein veganes Restaurant in der Region kam ihr eigentlich schon 2011, passenderweise nach einem Berlinbesuch.

Auch Wiesbaden kam als Standort in Frage, dass sie nun in Mainz gelandet sind, verdanken sie dem Zufall. Als Gastro-Quereinsteiger haben sie nicht damit gerechnet an ein solch tolles Objekt zu gelangen. Da der Verpächter sich allerdings ein jüngeres Konzept wünschte, stand er von Anfang an voll und ganz hinter ihrer Idee.

Die ganze Speise- & Weinkarte ist vegan

Veck, Vorscht und Voi – auf den ersten Blick unterscheidet sich die Speisekarte nicht unbedingt von einer der anderen Weinstuben. Bis auf den entscheidenden Fakt, dass alles, natürlich auch die Weine, vegan ist.

Hauptaugenmerk liegt auf kleineren Speisen, die man sich gut in der Gruppe teilen kann. So gibt es traditionelle Gerichte, wie Spundecreme (mein absoluter Favorit), „Eier“salat und „Mett“. Aber auch Tapas, wie Zucchinicreme, Olivencreme oder Rote Beete Capaccio. Alle 2 Wochen wechselt die Wochenkarte mit Vorspeisen, zwei Hauptgerichten und Desserts.

Bio, regional und vegan

Im Moment kochen die beiden selbst, sind aber auf der Suche nach einem Koch. Viel wert legen sie auf Bio und darauf, dass die verwendeten Zutaten regional sind. Bio und regional ist auch bei den Weinen das Stichwort. So sind alle Winzer mit denen sie zusammenarbeiten, bis auf einer, aus Rheinhessen. Freudig erzählt uns Marion, dass sie sogar schon bei einem Winzer dazu anstoßen konnte, komplett auf vegan umzustellen.

Was an Wein nicht vegan sein kann, wird sowohl ausführlich auf der Homepage als auch in der Speisekarte erklärt. Dies ist wichtig, da auch viele Nicht-Veganer das Restaurant besuchen. Eine weitere Tatsache, die die beiden Betreiber, die selbst aus ethischen Gründen vegan leben, sehr glücklich macht. Schaut man sich die Gäste an den anderen Tischen an, ist es wirklich ein bunt gemischtes Publikum, auch bleiben immer wieder interessierte Passanten stehen, um sich die Karte anzuschauen. Von den umliegenden Weinlokalen wurden die beiden herzlich als neue Nachbarn empfangen.

Es hat prima geschmeckt im „Gutenberger”

Unseren Plan, nach den verschiedenen Tapas noch die Hauptspeisen der Wochenkarte zu probieren, müssen wir leider aufgeben, da wir mehr als satt sind. Es hat ausnahmslos alles prima geschmeckt. Man merkt, dass alle Mitarbeiter hinter der Idee stehen, denn man wird mit Freundlichkeit und Herzlichkeit empfangen.

Ja, das Gutenberger wird eine Adresse werden, die ich bei Heimatbesuchen öfter ansteuern werde. Ich freue mich auch schon an kälteren Tagen in der urigen Weinstube innen zu sitzen. Denn auch, wenn man mehrere Hundert Kilometer weit weggezogen ist, freut man sich doch auf altbekanntes, wenn man in die Heimat kommt.

Das Gutenberger zeigt sehr schön, dass Tradition und vegan kein Widerspruch ist, sondern prima funktioniert, nur eben mit anderen Zutaten.

Gastredakteurin: Stefanie Hinz

Kommentare

  1. Elvira Schnell meint

    Das ist wirklich ein sehr schöner Artikel und ich wünsche euch auch sehr viel Erfolg mit eurer interessanten Idee ein Veganes Weilokal zu eröffnen

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