In der Weihnachtsbraterei – Außergewöhnliches und deftiges Weihnachtsessen

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Veganes Weihnachtsessen aus der Weihnachtsbraterei
Immer wenn sich das Jahr dem Ende neigt, wird man von den üblichen veganen Koryphäen wie Hildmann & Co. mit weihnachtlichen Rezeptvorschlägen überhäuft. Schön und gut, aber der echte, außergewöhnliche, festliche Burner fehlte mir bisher. Auch habe ich keine Lust auf eine Tofu- und Seitan-Schlacht. Und doch möchte ich gern an Weihnachten, wenn ich mit meinen Lieben am Tisch sitze, das Fest mit einem deftigen, mega leckeren und möglichst fleischnahen Highlight zelebrieren.

Wie ich das ultimative vegane Weihnachtsessen erfunden habe

Anfang November eröffnete ich die Experimentierküche. Orientierungslos, wie Joseph und Maria auf dem Weg zum Stall, habe ich alles Vegane verbraten was mir in die Finger kam, bis das Rezept stand.

Einige Wochen vorher entdeckte ich schon die außerordentliche Vielfalt von Yuba, der Tofuhaut die kross angebraten einer knusprigen Hähnchenhaut zum verwechseln ähnlich ist. Jetzt fehlte noch ein von der Konsistenz her fleischähnliches Produkt, was gern im krossen Yuba-Mantel auf’s hungrige Christkind wartet.

Wie der Stern über Betlehem erschien mir im Asialaden der chinesische Winterpilz (gemeiner Samtfußrübling). Auf der Verpackung stand „Geschmack wie Lamm” und die Inhaltsstofflliste war kurz: Winterpilze, Kartoffelstärke und Gewürze. Schon nach dem ersten Anbraten und Probieren wusste ich, dass ich endlich fündig geworden bin: Unglaubliche, faserige Konsistenz – da macht das Kauen wieder Spaß und geschmacklich, mit ein bisschen Finetunig, perfekt.

So stand der leckere Hauptdarsteller fest: Winterpilz in Yubahaut! Und drumherum die heiligen 3 Könige: Serviettenknödel, Rosenkohl und Rotkohl. Noch ein lecker Sößchen oben drauf, fertig ist die heilige Szenerie!

Bevor es zum Rezept geht, eines vorweg: es ist etwas aufwendig, aber es lohnt sich wirklich und irgendwie gehört für mich eine längere Vorbereitungszeit zu einem festlichen Weihnachtsessen dazu. Die Zutaten Yuba und Winterpilz sind zwar außergewöhnlich, aber sie bereichern seitdem meinen veganen Speiseplan ungemein. Ich finde es unglaublich, dass die Winterpilze bei den Fleischersatzprodukten nicht den Bekanntheitsgrad haben, den sie verdient hätten. Für mich jedenfalls DIE Entdeckung! Es gibt sie in jedem, etwas größeren Asiasupermarkt. Einfach nach ‚Lucky Chuck‘ Winterpilz fragen oder bestellen lassen.

Die Zubereitung im Überblick

Rezept für mein veganes Weihnachtsessen

Jetzt aber ran an die Rezepte (alle für ca. 4 Personen)

Vorbereitung: Am Tag zuvor könnt ihr die Serviettenknödel und die leckere, klassische dunkle Bratensoße vorbereiten.

1. Serviettenknödel

Zutaten:

  • 8 Brötchen vom Vortag
  • 1 große Zwiebel
  • 140 g Margarine
  • 5-6 EL Petersilie
  • Eiersatzpulver für 6 Eier
  • 1 TL Salz
  • 1 große Prise Muskat
  • 280 ml Sojamilch lauwarm

Zubereitung:

  1. Brötchen in ca. 1×1 cm große Würfel schneiden
  2. Zwiebel würfeln und in etwa 20 g Margarine glasig andünsten, anschließend Petersilie untermischen
  3. Eiersatzpulver nach Packungsangabe mit Wasser anrühren
  4. Mit restlicher Margarine schaumig rühren und mit Salz und Muskatnuss abschmecken
  5. Brotwürfel in eine Schüssel geben und mit der lauwarmen Sojamilch übergießen. Etwa 45 Minuten ruhen lassen
  6. Zwiebel-Kräuter-Mischung und die Eiersatz-Margarine-Mischung zugeben und kräftig vermischen. (am besten mit den Händen)
  7. Zwei „Würste“ von ca. 6 cm Durchmesser und ca. 20 cm Länge aus der Masse formen
  8. Entweder in Bratschläuche oder Frischhaltefolie (hier auf Hitzebeständigkeit achten) und Alufolie einrollen. Wichtig ist, dass die Masse fest eingerollt ist. Die Enden mit Küchengarn verknoten.
  9. Bei 170 Grad im Backofen ca 45 Minuten garen. (Vorheizen ist nicht nötig)
  10. Abkühlen lassen und dann in Scheiben schneiden.
  11. Vor dem Servieren kurz in Margarine anbraten

2. Bratensoße

Zutaten:

  • 1 Packung Suppengemüse
  • 1 große Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 4 Pimentkörner
  • TL Pfefferkörner
  • 2 Lorbeerblätter
  • 2 EL Öl
  • 3 EL Tomatenmark
  • 500 ml Rotwein
  • 100 ml Soyasahne
  • Brühe

Zubereitung:

  1. Zwiebel und Suppengemüse klein scheiden
  2. Öl in der Pfanne erhitzen
  3. zuerst Sellerie und Möhren, dann Zwiebeln und restliches Suppengemüse gut braun anbraten, bis es wirklich Farbe annimmt (es geht um die Röstaromen)
  4. Tomatenmark unterrühren
  5. Gewürze im Gewürzsäckchen zugeben
  6. Immer wieder mit Rotwein und Brühe angiesssen und das ganze reduzieren lassen, wieder angiessen bist der Rotwein alle ist
  7. Nach ca. 45 Minuten das Gewürzsäckchen rausnehmen und alles pürieren
  8. Mit Pfeffer und Salz abschmecken
  9. Nach Bedarf mit Brühe strecken oder mit Soßenbinder binden

3. Bratäpfel

Zutaten:

  • 2 große Äpfel
  • Prise Zimt

Zubereitung:

  1. Äpfel schälen und in ca. 1 x 1 cm große Stücke schneiden
  2. Im Topf dünsten bis sie etwas weich sind aber nicht zerfallen

4. Bratstücke

Zutaten:

  • ca. 10 Yubastangen
  • 1 Packung Winterpilze
  • 1 Zwiebel
  • Marinade
  • 4 TL Currypulver
  • 2 TL Paprikapulver
  • 1 TL Koblauchgranulat
  • 5 EL Rapsöl
  • nach Geschmck Apfelsüße oder Agavendicksaft und etwas Zitrone

Zubereitung:

  1. Yubastangen in reichlich lauwarmen Wasser einweichen
  2. In der Zwischenzeit die Tiefkühlpilze über einem Topf mit kochendem Wasser in einem Sieb auftauen
  3. Zwiebel würfeln und in ca. 1 EL Öl andünsten
  4. Pilze zufügen und braten bis sie etwas braun werden
  5. Mit Pfeffer und Salz würzen, gut verrühren
  6. Nach ca. 30 Minuten Einweichzeit (bis sie richtig weich sind) die Kubastangen abtropfen lassen und etwas auswringen
  7. Zutaten für die Marinade vermischen
  8. Nun die Stangen längst aufschneiden und mit Pilzen und Bratapfel im Verhältnis 3:1 so füllen, dass das Yuba sich gut zusammenfalten und gut verschliessen lässt
  9. Mit der Marinade einpinseln
  10. Öl in einer grossen Pfanne erhitzen
  11. Bratstücke mit der Faltseite nach unten zuerst anbraten bis sie kross sind, auf der anderen Seite wiederholen
  12. Auf Küchenkrepp abtropfen lassen

5. Rotkohl

Zutaten:

  • 1 Packung-TK Rotkohl

Zubereitung:

  1. Rotkohl nach Packungsanweisung Zubereitung, evtl. nachwürzen

6. Rosenkohl

Zutaten:

  • 1 Packung Rosenkohl
  • 100 g Räuchertofu
  • 1 Zwiebel
  • Margarine

Zubereitung:

  1. Rosenkohl in Salzwasser bissfest kochen
  2. Zwiebel würfeln und mit dem Räuchertofu in Margarine anbraten
  3. Rosenkohl kurz hinzu geben und vermischen

Geschafft! Alles auf dem Teller anrichten und evtl. mit Bio-Orangen-Schnitzen dekorieren.

Da dieses Essen Veganer und Nichtveganer begeistern wird, stellt Euch schon mal darauf ein, daß Ihr ab sofort jedes Weihnachten mit dem Kochen an der Reihe seid.
Wir wünschen Euch ein leckeres Weihnachtsfest! Hohoho!

Kommentare

  1. zozo meint

    Ein Wahnsins Leckeres klingendes Rezept!!!!!!!!!!!!!!!!!
    Ich freue mich schon darauf das mal nach zu kochen!!
    Die Pilze und die Yubastangen habe ich mir schon mal geholt und einzeln zubereitet, voll der knaller!!!!!
    Die sind nun auch bei meinem Speißeplan nicht mehr weg zu denken
    Danke für diese Entdeckung!!!!!!!
    Und super Artickel!!!! Ich freue mich schon auf weitere Entdeckungen von dir!!!!

    MfG: zozo

  2. Elli meint

    Sieht alles seeeeeehr lecker aus!
    Die Knödel habe ich schon 2x gemacht. Das letzte Mal erst gestern als meine Eltern zu Besuch waren.
    Die sind echt der Hit! 😀
    Wenn ich die Pilze und das Yuba irgendwann irgendwo mal kriege, werde ich die auch mal machen!
    Freue mich jetzt schon darauf :)

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