Weniger ist mehr – neue Ernährungsrichtlinien könnten U.S. Fleischkonsum senken

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Alle fünf Jahre veröffentlicht das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) die aktuellen Ernährungsrichtlinien der Regierung. In diesem Papier werden den U.S. Bürgern Empfehlungen gegeben, wie eine gesunde Ernährung aussehen kann. Bislang wurde nur berücksichtigt, was für die Menschen vermeintlich gesund ist. Das könnte sich in diesem Jahr ändern: Das Kommittee, das die Regierung berät, schlägt vor, auch zu bedenken was gesund für die Umwelt ist. Demzufolge müsste die enorme CO2-Bilanz der Fleischproduktion Berücksichtigung finden und somit die offizielle Empfehlung der Regierung zum Fleischkonsum drastisch gesenkt werden.

USA immer noch an der Spitze des pro-Kopf-Verbrauches von Fleisch

Zwar haben die Amerikaner in den letzten Jahren weniger Fleisch gegessen, dennoch stehen sie an der Spitze was den pro-Kopf-Verbrauch angeht – mit rund 50% mehr als in Deutschland. Und die CO2-Bilanz eines Carnivoren fällt, im Vergleich zur pflanzlichen Ernährung, sehr negativ aus. Die industrielle Tierhaltung, wovon etwa 2/3 auf die Fleischproduktion fällt, macht knapp 15% der globalen CO2-Emissionen und fast 40% der Methan-Emissionen aus. Ein Zustand, der von vielen Organisationen – inklusive der Vereinten Nationen – bereits angeprangert wurde. Mit den von der Regierung getragenen Ernährungsrichtlinien könnte sich das U.S. Landwirtschaftsministerium den Kritikern anschließen. Entsprechend reagierten Fleischereiverbände empört, attackierten die Aussage, das die Fleischproduktion umweltschädlich sei und sprachen sich dagegen aus, dass Umweltfragen überhaupt in die Ernährungsrichtlinien einfließen.

Bei Umsetzung drastischer Effekt

Im Vormonat wurde bereits ein erster Entwurf des Kommittees veröffentlicht, der einen größeren Fokus auf pflanzliche Kost legt, da diese einen geringeren Einfluss auf die Umwelt verursacht als der Durchschnitt der aktuellen U.S. Ernährung. Auch wenn die USDA die Thematik offen diskutiert, bedeutet es jedoch noch längst nicht, dass diese in dem finalen Papier, das voraussichtlich Ende des Monats dem Agriculture and Health and Human Services Department vorgelegt wird, vermerkt wird. Und falls die Empfehlung enthalten ist, bedeutet es auch nicht, dass diese als Teil der offiziellen Richtlinien übernommen wird. Dennoch besteht die Möglichkeit – und das hätte signifikante Folgen: Zwar achten die Bürger nicht unbedingt auf Empfehlungen hinsichtlich ihrer Ernährungsgewohnheiten, doch öffentliche Versorgungsprogramme unterliegen diesen Richtlinien. Auf diese Weise würde auf einen Schlag landesweit in allen Schulkantinen deutlich weniger Fleisch an Millionen Amerikaner ausgegeben werden – ein enormer Effekt, der durch eine einzige Ernährungsempfehlung ausgelöst würde. Es bleibt also zu hoffen, dass sich Lobbyisten der Fleischindustrie nicht durchsetzen und Umweltfaktoren mit in die Richtlinien einfließen.

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