Wiesenhof – Aktivisten besetzen Schlachthof-Baustelle

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Wiesenhof
Am vergangenen Montag haben Aktivist*innen der Gruppe „Mastanlagen Widerstand” im bayerischen Bogen eine Baustelle für einen Schlachthof teilweise besetzt. Vier Personen kletterten auf zwei Kräne und hissten dort Transparente, auf denen die Schließung von Schlachtbetrieben gefordert wurde. Weitere sechs Personen besetzten ein Büro in einem Baucontainer und richteten dort kleinere Zerstörungen an, drei von ihnen ketteten sich dort mit Bügelschlössern aneinander fest.

Wiesenhof lässt neue Fabrik bauen

Der zur PHW-Gruppe gehörende Wiesenhof-Konzern lässt die dortige Fabrik neu bauen, nachdem diese im letzten Jahr aufgrund eines technischen Defekts abgebrannt war. Die Gruppe wollte laut einer Pressemitteilung mit der Aktion „die Bauarbeiten an der gigantischen Schlachtfabrik aufhalten und sich der entstehenden Tötungsanlage in den Weg stellen“. Die Kritik richte sich nicht nur gegen die PHW-Gruppe, bzw. Wiesenhof, sondern gegen „alle Tierausbeutungsbetriebe und die kapitalistische Wirtschaft und Gesellschaft als solche“.

Vor der Baustelle bildete sich eine kleine Kundgebung von Sympathisanten. Nach 8 Stunden wurden die Besetzer*innen aus dem Baucontainer geholt. Die Polizei sprach davon, dass die Aktivist*innen sich absolut friedlich verhalten hätten. Am Abend kamen die vier Aktivist*innen freiwillig von den Kränen herunter, nachdem sowohl die Feuerwehr, als auch die Polizei eine Räumung aufgrund von Sicherheitsbedenken abgelehnt hatten. Alle Beteiligten erwarten Anzeigen wegen Hausfriedensbruchs, Sachbeschädigung und Nötigung.

Forderung nach Umdenken

Die Gruppe „Mastanlagen Widerstand” forderte ein Umdenken in der Nahrungsmittelproduktion. „Anstatt eine Tötungsfabrik wieder zu errichten, hätte ein Produktionsbetrieb aufgebaut werden können, der solidarisch organisiert ist. Ein Landwirtschaftsbetrieb, der keine Tiere benutzt und tötet, keine Menschen ausbeutet, der die natürlichen Lebensgrundlagen achtet und kein Privateigentum ist.“

Keine Äußerung von Wiesenhof

Der Wiesenhof-Konzern äußerte sich nicht zu dem Protest. Die festgenommenen Aktivist*innen wollten sich von dem Ende der Aktion nicht entmutigen lassen. Auf der Facebook-Seite schrieben sie „nach der Aktion ist vor der Aktion“.

Eindrücke der Aktion

Gastartikel von Tim Lüddemann

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